La Croustade aux pommes et à l’Armagnac

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Bevor es zu Monsieur Marribon-Ferret nach Gondrin ging, hatte ich keinen blassen Schimmer, welch‘ göttliche Spezialität mich Ort erwarten sollte. 

Wir sollten la Croustade aux pommes et à l’Armagnac – eine Süßspeise aus der Gascogne- kennenlernen und hautnah erfahren, wie diese zubereitet wird. 

Accents du Sud Ouest heißt die kleine Pâtisserie, fast unscheinbar an der Avenue Jean Moulin gelegen. Aber das kannten wir ja schon. Eine Reise durch das Département Gers ist tiefenentspannt, langsam und sehr erholsam. Kleine Orte reihen sich beschaulich aneinander und lassen einem Zeit, sich umzuschauen und die wunderschöne Landschaft in Ruhe zu genießen.

„Quelle bonne odeur“- was für ein wunderbarer Geruch 

Wir treten ein und uns umfängt ein wahrhaft betörender Geruch von Armagnac. Und das morgens um halb neun. Da wir bereits geübt sind und einige Armagnacs degustiert haben, wirft uns auch das nicht um. Mich fröstelt etwas und ich bin geneigt, Monsieur Marribon-Ferret um einen Schluck aus seinem Armagnac-Arsenal zu bitten, verkneife es mir aber, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Als wir dann ins Gespräch kommen, ist auch diese Sorge schnell ausgeräumt. Ich hätte mich nicht zieren müssen.

Zurück zur Croustade. Mit zarten, sehr vorsichtigen Fingern streichelt Monsieur den Teig und zieht ihn dabei langsam immer weiter über die Tischkante. Hauchdünn liegt der bereits drauf, doch es reicht noch nicht. „Bis er fast durchsichtig ist“, sagt er, „man muss die Zeitung durchlesen können“. Wir schauen ehrfürchtig und noch immer etwas benebelt von der frühmorgendlichen Kälte und dem Armagnac Odeur in der Bäckerei. Der Ventilator hat schon einen „Teig-Tisch“ getrocknet und so können wir die nächsten Arbeitsschritte sehen. Immer wieder werden die von einem klingelnden Telefon unterbrochen und es laufen die Bestellungen für die Croustade ein. 

„la tradition familiale“ – Familientradition am Wochenende 

Es ist Wochenende und la Croustade aux pommes et à l’Armagnac gibt es zum Dessert nach einem ausgedehnten familiären Mittagessen. Wir sind mittlerweile bei den Armagnac-Äpfeln angekommen. Die werden über Nacht eingelegt, ich vermute allerdings, wesentlich länger. Ich koste einen und der Geschmack  erinnert mich an die Früchte aus dem Rumtopf meiner Urgroßmutter. Verstohlen drehe ich mich zum Gatten um und murmele etwas von ‚erstmal ein Croissant essen nachher und einen Kaffee trinken‘. Der grinst nur und meint, ich solle mich nicht so haben, wäre ja schließlich sonst auch „verkostungsfest“…

Monsieur zieht seine „Pistolen-Sprühflasche“ mit Armagnac aus dem Ärmel und besprüht nun die Äpfelchen auf der Croustade. Das sieht ganz harmlos hübsch aus und ich überlege, ob ich das zu Hause nicht auch mal probieren sollte, so statt Fensterputzmittel… Gott, der Armagnac-Geruch lockert die Zunge. 

Wie viele er davon jeden Tag verkaufe, frage ich nach und frage noch mal, weil Monsieur ganz schön in seinem Gascogne-Akzent nuschelt. 400 Stück gehen jeden Tag über die Ladentheke und ich staune erneut. Er habe in der Woche Unterstützung, fügt er hinzu und wieder klingelt das Telefon. 

Wir sehen derweil den Croustades beim Fertig-Backen zu. Zurück vom Telefon wird es Zeit für Monsieur Marribon-Ferret, die nächsten Croustades aus dem Ofen zu holen und für uns, weiter zu reisen.

Wer gern selbst zuschauen will, findet hier einige bewegte Bilder und den Kontakt. 

Accents du sud Ouest

Jérome Marribon-Ferret

64, avenue Jean Moulin

32330 Gondrin

Tél. 05 62 68 43 88

contact@croustadegasconne.fr

Und wer Lust hat, die Gegend zu entdecken, reist mit uns für 7 Tage „Entdecke deine Sinne“Genuss-und Entschleunigung Ende September in die Region und lässt sich von den kulinarischen Besonderheiten verführen. 

La Croustade aux pommes et à l'Armagnac
Serves 4
eine süße Spezialität aus der Gascogne
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Prep Time
26 hr
Cook Time
20 min
Total Time
26 hr 20 min
Prep Time
26 hr
Cook Time
20 min
Total Time
26 hr 20 min
Ingredients
  1. für eine Tarteform ca. 26 cm Durchmesser
  2. 250 g Mehl 550
  3. 120 ml Wasser
  4. 1 EL Schmand
  5. 1 Ei
  6. 1 Prise Salz
  7. alternativ: Filoteigblätter
  8. 5 Äpfel, säuerlich, geviertelt, dann in feine Scheiben geschnitten
  9. 1 Messerspitze Vanillemark
  10. Armagnac
  11. 125 g Butter
  12. 250 g Puderzucker
Instructions
  1. Die Äpfel, zusammen mit dem Armagnac, dem Vanillemark und ca. 30 g Zucker in eine Schüssel geben. Über Nacht durchziehen lassen.
  2. Mehl, Wasser, Schmand, Ei und Salz zu einem Teig verkneten und über Nacht abgedeckt im Kühlschrank ruhen lassen.
  3. Am nächsten Tag den Teig verarbeiten. Dafür wird er auf einer bemehlten Arbeitsfläche leicht ausgerollt, um dann sehr vorsichtig und beständig auseinander gezogen zu werden bis er ganz dünn ist. Dann für zwei Stunden trocknen lassen.
  4. Die Butter zerlassen. Den Teig mit Butter bestreichen. Danach mit der runden Tarteform Kreise ausstechen. Mit Puderzucker bestreuen und einige Teigkreise übereinander stapeln. Die Tarteform einfetten und dann die gestapelten Teigkreise hineinlegen und festdrücken. Mit Äpfeln belegen, zuckern und mit Armagnac beträufeln.
  5. Dann die restlichen Kreise darauf drapieren.
  6. Den Ofen auf 180 °C Umluft vorheizen. Die Croustade für 20 min backen bis sie goldbraun ist.
  7. Entnehmen und lauwarm servieren.
Notes
  1. Am besten schmeckt ein Klecks Schlagsahne und ein Glas Armagnac dazu.
Confiture de Vivre http://www.confiture-de-vivre.de/

Aïgo Boulido – neu aufgelegt – dazu 3 Weinpakete zu gewinnen

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„L’Aigo bouido, saouvo la vido“ – wenn gekochtes Wasser das Leben retten kann, was will man mehr?! So zumindest heißt das provenzalische Sprichwort zu dieser Suppe. Die Aïgo Boulido ist ein Allrounder und erinnert mich an das deutsche Pendant Hühnersuppe. Für alle Lebenslagen, besonders, wenn es hart auf hart kommt, nicht nur eine gute Wahl, sondern so nährend und nahrhaft wie ein sanftes Streicheln, so wärmend wie ein erster Sonnenstrahl und so verbindend wie eine Umarmung.

Voilà, so simpel diese Suppe auch sein mag, sie kann noch mehr. Zum Beispiel die zarte, subtile Vorspeise zu einem Menü sein. Da muss sie sich auch auf der Menükarte gar nicht verstecken in ihrer Einfachheit. Ganz im Gegenteil. Sie bereitet die Gäste auf die folgenden Gänge vor, macht Appetit, lockt den Gaumen und ruft nach mehr – mehr Aromen, mehr Tiefe, mehr Geselligkeit, mehr Beisammensein.

Eine Tradition in der Provence

Traditionell wird die Aïgo Boulido in der Provence nach einem sehr reichhaltigen Mahl tagsdrauf gereicht. So findet man sie oft auf dem Tisch am Tag nach dem Weihnachtsessen. Sie räumt ein wenig auf, mit reichlich Knoblauch, Lorbeer, Salbei, Thymian und Rosmarin. Die Skeptiker seien beruhigt – es gibt keinen Knoblauch-Odeur. Durch das sanfte Köcheln entschwinden die schwefelhaltigen Stoffe des Alliin. 

Dazu passt ein kleiner Snack, der ebenfalls vom Knoblauch inspiriert ist. Knuspriges Baguette trifft auf fermentierten Knoblauch, sogenannten schwarzen Knoblauch. Der wird einfach auf die Scheiben gestrichen. Langes Fermentieren über ca. 5-6 Wochen verleihen ihm Aromen von Lakritz, Karamell und balsamische Noten. 

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Die Rosé Dinner Party

Das Rezept ist mein Beitrag zu einer schönen Tradition – der Rosé Dinner Party. Die letzten beiden Parties fanden im Frühjahr und Herbst statt und eine illustre Runde Bloggerkolleginnen und Kollegen haben tolle Kreationen zu Rosé-Weinen aus der Provence entwickelt. 

Zu dieser Party dreht sich alles um winterliche und weihnachtliche Rezepte, die mit einem Rosé aus der Provence einen guten Partner an die Seite bekommen. Ja, Rosé kann hervorragend in die kalte Jahreszeit mitgenommen werden, fernab von Terrasse und Swimming-Pool. 

Meine Aïgo Boulido wird von einem Rosé aus Grenache und Cinsault der Vignobles de Berne begleitet. Eine richtige Fruchtbombe ist der sehr helle Wein, von dem man sich aufgrund der Farbe nicht täuschen lassen sollte. 

Die Chance, ein Weinpaket zu gewinnen

Für alle Leserinnen und Leser über 18 Jahre gibt es die Chance, eins von drei Rosé-Weinpaketen zu gewinnen, unter anderem auch mit dem genannten Wein. Dafür bitte einen Kommentar bis zum 1.12. 2016, 18 Uhr hinterlassen. Die GewinnerInnen werden im Anschluss ausgelost und per Email benachrichtigt. Der Wein wird dann direkt versendet. 

Und weil eine Dinner Party natürlich nicht ohne weitere Gänge auskommt, gibt es bereits schon ein Amuse Bouche bei Stefanie von Genuss-Sucht und eine Vorspeise bei Christian, dem Küchenjunge.

Uwe serviert euch auf Highfoodality am Donnerstag dann den ersten Hauptgang.  

Bon Appétit!

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Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Weinverband Vins de Provence und der Sopexa. Meine Arbeit wurde geldwert kompensiert. Auf den Inhalt wurde kein Einfluss genommen, sowohl Rezept als auch künstlerische Umsetzung stammen von mir.

Aïgo Boulido
Serves 4
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Prep Time
10 min
Cook Time
20 min
Prep Time
10 min
Cook Time
20 min
für die Aïgo Boulido
  1. 6 Knoblauchzehen, geschält, geviertelt
  2. 1 Lorbeerblatt
  3. 4 Salbeiblätter
  4. 1 Stängel Rosmarin
  5. 1 Stängel Thymian
  6. 0, 75 l Wasser
  7. Salz, Pfeffer
  8. 50 ml Sahne
  9. 4 EL Olivenöl
für die Baguette
  1. 1 Baguette in Scheiben geschnitten, geröstet
  2. pro Person eine Zehe fermentierter, schwarzer Knoblauch
  3. einige Thymian-Blättchen
Instructions
  1. Die Knoblauchzehen in einem Topf mit dem Wasser aufkochen und für 10 min bei geringer Hitze köcheln lassen. Die Kräuter waschen und vorsichtig abtrocknen, dann in den Topf geben. Für weitere 10 min köcheln lassen.
  2. Die Kräuter entnehmen und die Suppe pürieren. Nun durch ein Sieb gießen. Salzen und pfeffern und die Sahne dazu geben.
  3. Auf einem Teller anrichten und jeweils mit einem Esslöffel Olivenöl beträufeln.
  4. Die Baguette-Scheiben mit dem schwarzen Knoblauch bestreichen und mit einigen Blättchen Thymian garnieren.
Notes
  1. Schwarzen Knoblauch kann man selbst zubereiten. Es dauert, um eine gute Qualität zu erreichen, einige Wochen. Mittlerweile findet man ihn auch in gut sortierten Feinkostgeschäften oder im Internet.
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Kirschen in Banyuls

Kirschen-Banyuls-Dessert-Frankreich-rezept-Confiture-de-vivre

Die vergangenen Tage musste ich mir die Abende versüßen. Das sehr triste Wetter im Norden macht mir zu schaffen. Ich brauche dringend Sonne, ich vermisse das Meer, ich habe Sehnsucht nach Frankreich. Nach dem Süden, um es genau zu sagen. Trotz einwöchigem Aufenthalt in Bordeaux und einem Frühlingsausflug in die Corbières – ich habe Heimweh. Grund genug, ein nicht zu süßes Dessert vorzubereiten, dass mich an meine Herzensheimat erinnert. Kirschen in Banyuls. Weiterlesen

Zinédine Zidane, Marseille und das Couscous

Couscous-Frankreich-Rezept-Urlaub-Marseille-Fußball

(enthält Werbung)

Nun ist es wieder soweit – zwei Herzen schlagen in meiner Brust, ob des Spiels heute Abend. Mon dieu! Ich halte allen die Däumchen und werde mich nicht entscheiden können, ob ich GRIIIIEEEEZMAAANNN oder doch lieber MÜÜÜLLLLEEERRR rufe. Und manchmal denke ich, so schön wie mit Zizou wird’s eh nicht mehr. Ich mochte ihn in seiner aktiven Spielerzeit sehr, gerade wegen seiner Unangepasstheit. Heute geht’s zum Fußballspiel in Zinédine Zidanes Heimatstadt Marseille.

Zinédine Zidane gehört zu Marseille wie die Bouillabaisse, der bekannten provenzalischen Fischsuppe. Als er noch als Spieler der französischen Nationalmannschaft im Fußballstadion auflief, war für viele Franzosen und vor allem Französinnen die Welt in Ordnung. Zizou, wie er auch heute noch genannt wird, wurde verehrt und beim „Kopfrempler“ aus 2006 gab es Unterstützungsbekundungen zuhauf. Der Mann aus Marseille, mit seinen Ecken und Kanten, war auch deshalb so beliebt, weil er es aus dem schwierigen La Kastellane heraus geschafft. Das ist ein Quartier im Norden der Stadt, eine Banlieue, ein Problemviertel. Er hat es mit eisernem Willen und harter Arbeit geschafft und ist seinen Weg gegangen, um Profifußballer zu werden. Zinédine Zidane ist der Sohn algerischer Einwanderer, wie es viele in Marseille und im gesamten Mittelmeerraum Frankreichs gibt. Viele kamen über die Jahrzehnte aus den nordafrikanischen Staaten und prägten Südfrankreich durch ihre Kultur. Das ist deutlich zu spüren, wenn man durch die Straßen und über die Märkte wandert…

Hier geht’s weiter zum Artikel und dem Rezept für ein typisches Couscous.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Auftragsarbeit für das Unternehmen Ebay, das gern auf meine Expertise zum Thema Reisen durch Frankreich zurückgegriffen hat und für das ich meine Tipps zusammengestellt habe.

Bereits erschienen sind:

La ville rose – ein Wochenende in Toulouse

Ausgehen in Nizza – Tipps für einen Start in den Abend

Bordeaux kulinarisch – Canelés, Macarons und Co.

Spargelsalat mit gerösteten Erdbeeren und Rhabarber

Salat-Erdbeeren-Rhabarber-Spargel-Frühling-Confiture-de-vivre

Das Leben spielt sich gerade mächtig offline ab und das ist auch gut so. So viele unglaublich spannende Türen öffnen sich und ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Somit heißt es Abwägen, die innere Balance behalten und mit seinen Energien haushalten. Dabei auf den Körper zu hören und ihm zu lauschen, wonach es ihm verlangt, ist mir zu einer so sinnlichen wie wichtigen Aufgabe geworden. Sei der Tag auch noch so prall gefüllt, ein gemeinsames, mit Ruhe und Bedacht eingenommenes abendliches Mahl, ist bei uns gesetzt. Der Frühling erstrahlt in seinen schönsten Farben, auch auf unseren Tellern, so wie dieser Spargelsalat mit gerösteten Erdbeeren und Rhabarber. Weiterlesen