Fillet of Soul

Paul Graham und Poul Gernes haben uns künstlerisch verwöhnt, danach das “Fillet of Soul”.

Seit 3 Jahren besuchen wir regelmäßig während unserer Hamburg- Aufenthalte die Deichtorhallen. Dabei haben wir immer auch einen Abstecher ins Fillet of Soul gemacht, allerdings nie abends sondern immer nur auf einen kleinen Imbiss nachmittags – das war ein Fehler!

Schon viel früher hätten wir kulinarische Irrwege vermeiden können- ja, die gibt’s auch in Hamburg- nun, wir hatten einen wunderbaren Abend!

Ein sehr freundlicher, unkomplizierter Service begrüßte uns, sehr herzerfrischend, sodass selbst das sofortige “Du” für uns durchaus passend wirkte.

Die Gerichte stehen weiß auf schwarz an der Tafel, unprätentiös und informativ – prima.

Ich hatte mich relativ schnell für das Labskaus “unplugged” (oder heißt es der Labskaus – ich brauche ein kulinarisches Wörterbuch) entschieden – völlig zurecht, es war der Knaller! Ich liebe Fleisch, und das Tartar war köstlich, die Rote Beete auch, ganz samtig und gar nicht erdig. Gern würde ich Labskaus “plugged” probieren – vielleicht nächstes Mal.

Zum Hauptgang gab’s für mich Steinbeißer – der war perfekt im kleinen Serrano- Überwurf und der Tomatenrisotto mit Kapern astrein. Mein Mann schwärmte von seinem Rehrücken, der ihm schier auf der Zunge zerging.

Kein Essen ohne Dessert – ich bekenne mich hiermit wieder zu meiner therapieresistenten Frankophilie, und so war die Crème brûlée für mich gesetzt. In Verbindung mit dem Himbeereis ein Gedicht. Ja, ich brauche doch auch eine Eismaschine (es ist ja bald Weihnachten…).

Sowohl Crémant als auch die Weinempfehlungen ließen keine Wünsche offen, vom Ambiente waren wir sowieso schon seit Langem überzeugt.

Zum nächsten Hamburg- Besuch sind wir wieder da und empfehlen das “Fillet of Soul” sehr gern weiter. Vielen Dank!

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Ottenthal

Während unseres Aufenthalts in Berlin, besuchten wir das “Ottenthal” in der Kantstraße. Bisher waren wir gänzlich unvertraut mit der Küche unserer österreichischen Nachbarn. Wir waren gespannt! Mit einer natürlichen Herzlichkeit wurden wir im Lokal begrüßt. Das Ottenthal ist geschmackvoll eingerichtet, mit einem kleinen Augenzwinkern wird Mozart gehuldigt. Die Speisekarte hat uns angesprochen und neugierig gemacht, die Küche ist saisonal ausgerichtet und verwendet einen großen Teil Bioprodukte. In solchen Momenten wünsche ich mir immer einen Magen größerer Kapazität! Ich war schon beim Ottenthal- Trio überzeugt, besonders die Hirschpastete hat es mir angetan. Nachdem ich im Sommer in Frankreich eine wunderbare Terrinenform erstanden habe, war die  Hirschpastete der I-Punkt auf der Motivation. Sehr gelungen war auch die Tafelspitzsuppe mit Frittaten.

Beim Hauptgang hatten uns die Ottenthaler dann vollends! Ich hatte das Gefühl nach Hause zu kommen (ich liebe gefüllte Paprika) und trotzdem waren die mit Kalbfleisch gefüllten Paprika neu und anders, mein Mann konnte seine Rehrücken – Medaillons nicht genügend loben. Ob der wirklich sehr großen Portionen, verzichtete mein Mann auf sein Dessert, für mich stand das nicht zur Debatte. Das Halbgefrorene “Ildefonso” war der Knaller!

Wie gesagt, die Portionen im Ottenthal sind sehr reichlich, wie uns der charmante Service wissen ließ, eben österreichische Portionen. Überhaupt können wir sagen, dass uns ein liebenswerter, aufmerksamer, dabei sehr natürlich und authentisch wirkender Service durch den Abend begleitet hat. Wir haben unseren Abend im Ottenthal sehr genossen, möchten die wunderbare Küche weiter empfehlen und kommen sehr gern wieder.

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Oxymoron

Einige Jahre waren wir nicht mehr in Berlin – kürzlich, während eines Wochenendaufenthalts, bummelten auch wir, ganz tourimäßig, durch die Hackeschen Höfe. Wiederum, die Architektur war beeindruckend, das Wetter lud zum Draußen – Verweilen ein und so nahmen wir im Außenbereich des “Oxymoron” Platz. Natürlich kann der geübte Berlinbesucher an dieser Stelle sogleich monieren und ein klares “Selbst Schuld” anbringen. Wir jedenfalls hofften auf eine freundliche und baldige Bedienung. Weit gefehlt! Die studentischen Servicekräfte ließen es sich selbst erst mal am Nebentisch schmecken, lauthals ihre kleinen und großen Beziehungsprobleme diskutierend. Ich wollte nicht gern daran teilhaben, jedoch war ein Platzwechsel nicht möglich, das Lokal war gut besetzt. Wie wir später merkten lag es wohl daran, dass alle ewig auf ihre Bestellungen warten mussten. Eine erhebliche Menge Tische zeigte “reserviert” – Schilder. In den 15 Minuten, die wir auf die Aufnahme unserer Bestellung warteten, hatten wir Zeit für eine nichtteilnehmende Beobachtung der Szenerie. So liefen einige, unheimlich wichtig aussehende und sich benehmende, junge Herren in Anzügen umher und “koordinierten” das Servicepersonal. Nurmehr hatte ich Gelegenheit, die anderen Gäste zu beobachten und festzustellen, dass auch einige andere schon deutliche Anzeichen von Nervenschwäche zeigten, ob der Nichtbeachtung des Personals. Nach 15 Minuten wurde unsere Bestellung aufgenommen (wir hatten uns zwischenzeitlich nur für Bier entschieden), jedoch dauerte es weitere 10 Minuten bis man es brachte. Auch im Innenbereich waren/taten viele Personen sehr beschäftigt, unklar blieb, womit. Ich vermute, mit sich und ihrer Wichtigkeit. Leider kann uns auch die Angabe der vielen wohlklingenden Referenzen auf der Internetseite nicht davon überzeugen, das “Oxymoron” sobald wieder zu besuchen. Schade, dass ein exponiertes Plätzchen in ansprechender Lage, es offensichtlich nicht (mehr) nötig macht oder für nötig hält, dem Gast mit einer natürlichen Gastfreundlichkeit entgegen zu treten.

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La Pampa

Auf dem Rückweg aus dem Süden Frankreichs, machten wir erneut Station in Besançon. In den letzten Jahren haben wir immer sehr gute Erfahrungen mit den Restaurants dort gemacht.

Der Abend war lau, wir wollten gern noch ein wenig draußen sitzen, und so bummelten wir durch die alten Straßen von Besançon. Tapas als kleine Reminiszenz an unsere wunderbaren Tage im Süden, sollten für mich den Urlaub beschließen, mein mann wollte gern ein gutes Stück Fleisch essen. So landeten wir im “La Pampa”, wie sich heraus stellen sollte, machte man dort dem Namen alle Ehre.

Die Speisekarte verhieß eine umfangreiche Auswahl an Tapas, die Spezialität des Hauses war eine Portion Fleisch, wahlweise für ein oder zwei Personen, auf einem heißen Stein in Form eines Hutes direkt auf dem Tisch gegrillt. Da hätten wir schon stutzig werden müssen ob der riesigen Animierfreude der Betreiber. Ich wollte unter keinen Umständen Fleisch in Größe eines durchschnittlichen Sonntagsbratens für eine vierköpfige Familie auf einem kleinen, wackeligen Tisch in der Fußgängerzone zubereiten. Obgleich mein Mann äußerst hungrig war, entschied er sich auch gegen den steinzeitlichen heißen Stein und das Grillgut.

In wehmütiger Stimmung, das Roussillion ist ja stark katalanisch geprägt, entschieden wir uns für Tapas. Was kam, lässt sich leicht beschreiben: man trachtete uns offenbar nach dem Leben. Undefinierbare, in ihrer Form abstrakte Gebilde, fanden sich auf unseren Tellern. Nahezu jedes sogenannte Tapa war umhüllt von einer abscheulich schmeckenden Panade. Diese “Etwasse” verdienten den Namen Tapas nicht! Da wurde wild drauflos frittiert und alles, vom Käse über Kartoffeln bis hin zu kleinen Paprika wurde völlig ungenießbar gemacht. Ich erwähne nur nebenbei, dass alles “aus der Tüte” kam. Es war unmöglich, geschmacklich zu differenzieren, alles schmeckte chemisch nach Geschmacksverstärkern.

Ich fühlte mich wie in “Brust oder Keule”, da musste Louis de Funès auch den künstlich hergestellten Kram aus der Tricatel- Fabrik essen. Jeder, der den Film kennt, weiß, was passierte. Ja, ihm wuchsen riesige Furunkel im Gesicht und er verlor seinen Geschmackssinn! Selbiges befürchtete ich für uns.

So ließen wir alles stehen, wie es war, bezahlten, sagten freundlich au revoir und beschlossen niemals wieder in die kulinarische Pampa zu gehen.

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Trattoria La Giara

In Wedel, für uns früher nur bekannt wegen dem Willkommhöft (da wird z.B. die Queen Mary Willkommen geheißen, wenn sie aus- oder einläuft), haben wir durchweg hervorragend in einer kleinen Trattoria gegessen. Im “La Giara”, also dem Tontopf, waren wir schon mehrmals und wollen an dieser Stelle eine Empfehlung aussprechen.

Trattoria La Giara

Da das Lokal nicht sehr viele Plätze hat und offensichtlich sehr gefragt ist, empfiehlt sich eine Reservierung. Wir waren kürzlich wieder da und waren aufs Neue begeistert. Die frischen, hausgemachten Antipasti waren geschmackvoll im besten Sinne und machten Lust auf mehr, das Olivenöl hätte man löffeln können. Ich entschied mich für Pasta all’ amatriciana, mein Mann für Saltimbocca, beides italienische Klassiker, die wir schon sehr gut aber auch sehr schlecht gegessen haben.

Hier waren sie ein Gedicht! So einfach, so lecker! Dazu gab’s ein Gläschen roten Hauswein für meinen Mann, für mich weißen. Auch da kann man nichts verkehrt machen, der Wein ist/war gut und hat für uns zum Essen gepasst. Nebenbei gab’s einen kleinen Plausch mit dem Service über diverse italienische Schinkensorten und schon hatten wir das Gefühl, wir gehören hier zur Familia.

Wer mag, kann diverse Öle und Weine gleich mitnehmen, das “La Giara” betreibt gleichzeitig einen kleinen Handel für italienische Weine und Lebensmittel. Beim nächsten Besuch in Wedel ist ein Abstecher ins “La Giara” wieder geplant.

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