Entre Garrigue et Mer – ein Cocktail-Rezept mit Süßwein aus dem Roussillon


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(enthält Werbung für Weine aus dem Roussillon)

Wie alles anfing…

Wir fahren mit zwei 1,5 l Plastikflaschen über Berg und tiefes Tal. Jerôme, unser Zeltplatz-Nachbar, hatte uns drei Cubis in die Hand gedrückt, verbunden mit dem Wunsch, zumindest einen davon mit Grenache Noir Vin doux naturel füllen zu lassen. Der Gatte und ich vermuten nichts Gutes. Ich hoffe, die Weine mögen naturel sein und nicht artifiziell, bei süß kommen wir beide ins Grübeln und unterstellen unserem, aus Rouen stammenden, Zeltplatz-Nachbarn eher mittelprächtige Weinkompetenz. Asche auf mein Haupt, noch heute! An der Fontaine de Cycliste vorbei und schon sind wir da. Eine Traube an Radfahrern hat sich bereits in der Cave versammelt und wir stoßen dazu. Auf das freundliche voulez-vous goûter sagen wir selbstverständlich ja und schon kommen in fingerhutgroßen Plastiknäpfchen die Weine. Vins doux aus Grenache Noir und Grenache Gris haben wir im Töpfchen und wir amüsieren uns über das Vin, das wie „Weng“ in unsere Ohren dringt. Aber der Weng macht was mit uns. Selbst in unseren noch ungeübten Nasen breitet sich eine Fülle an Aromen aus, die wir so noch nicht wahrgenommen haben. Wir kommen aus dem Schnüffeln nicht raus – Walnüsse, Kakao, Vanille, Honig – das können auch wir schon. Weich, rund und mollig geht der Wein über die Zunge und den Hals runter – eine Offenbarung. Natursüßer Wein also hat sich in unser Geruchs-und Geschmacks-Zentrum gebohrt und uns Verlangen nach mehr Erfahrungen gemacht. Der Rest der Geschichte bis dahin ist schnell erzählt. Unsere Plastikflaschen werden mit Vins doux naturels gefüllt und wir waren ein gern gesehener Platz zum abendlichen Apéritif und die Liebe dazu ist in den letzten 15 Jahren beständig gewachsen, ähnlich unser Süßwein-Fach im Weinkühlschrank. 

Entre Garrigue et Mer – ein Cocktail-Rezept mit Süßwein aus dem Roussillon

Das Roussillon im Osten des Départements Pyrénées-Orientales verzaubert und die Natur zeigt hier die schönsten Bilder einer Ausstellung. Egal zu welcher Jahreszeit, das Land zwischen den Corbières im Norden, dem heiligen Berg der Katalanen, dem Canigou im Westen, den Albères im Süden und dem Mittelmeer im Osten lässt einen nicht kalt. Kleiner Kalauer ;-), schließlich ist das Roussillon die wärmste Region in Frankreich und kann mit weit über 300 Tagen Sonne punkten. Aber auch der Wind tut sein Übriges, um den Himmel blank zu putzen und nicht zuletzt verhilft er den Rebstöcken, gesund zu bleiben. Bläst der Tramontane heftig durch das Weinlaub, vertreibt er auch die Schädlinge.

Die Strauchheidelandschaft Garrigue mit ihren vielen Kräutern ist auch hier allgegenwärtig und beeinflusst die Aromen der Weine ebenso wie das Salz des nahen Mittelmeers. Die feinsten Aromen aus dem Süßwein, verbunden mit typischen Gerüchen und Geschmäckern der Gegend, sollen in diesem Cocktail einen Eindruck des Landstrichs vermitteln. 

Ungewöhnlich vielleicht, den natursüßen Wein in einem Cocktail zu verwenden, kennt man die Vins doux naturels normalerweise eher als Apéritif oder zum Dessert. 

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Die Weinbauregion, wenn es um natürliche Süßweine geht 

Im Roussillon werden mit 80% des Volumens, die meisten natürlichen Süßweine in Frankreich produziert. Es existieren 5 AOP für die Süßweine, also geschützte Ursprungsbezeichnungen – Appellation d‘Origine Protégée. Die Weine stammen aus einem geografisch begrenzten Anbaugebiet, die Qualitätsvorschriften zur Produktion sind streng und werden kontrolliert. Für die Vins doux naturels werden Grenaches, Muscats, Macabeu und Malvoisie du Roussillon verwendet. Grenaches und Muscats kommen dabei in mehreren Rebsorten vor – z.B. Grenache noir und Grenache gris. 

die 5 AOP für natursüße Weine

★Rivesaltes 

★Maury  

★Banyuls

★Banyuls Grand Cru

★Muscat de Rivesaltes 

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Wie macht man Vin doux naturel und was ist Mutage?

Die weißen natürlichen Süßweine werden durch alkoholische Gärung des Mosts vinifiziert, die roten durch unterschiedlich lange Maischung auf den Schalen. Für beide Arten der Vinifizierung braucht es, um natursüße Weine zu bekommen, die sogenannte mutage, auf Deutsch, das Stummmachen. Dem gärenden Most wird reiner Alkohol hinzugefügt und die Gärung wird damit gestoppt. Die Hefen werden inaktiv gemacht, bevor sie den gesamten Zucker zu Alkohol umwandeln können. Vermutlich hat der Hofarzt der Könige von Mallorca – Arnau de Vilanova – dieses Vorgehen im 13. Jahrhundert entdeckt. 

Für weiße, roséfarbene und leichte rote natursüße Weine erfolgt die mutage auf dem Most, gleich nach dem Pressen oder bei den roten nach kurzer Mazeration. Um konzentrierte, reichhaltige Weine mit vielfältigen Aromen und Struktur zu erhalten, wird das Stummmachen auf der Traubenmaische vollzogen – mutage sur grains genannt. 

Wie werden natursüße Weine ausgebaut?

Die meisten Vins doux naturels werden in Holzfässern oder in Tanks ausgebaut und „gealtert“. Durch den Kontakt mit Sauerstoff nennt man den Ausbau auch oxydativ. Im Roussillon noch immer oft sichtbar, sind die Glasballons, die der kräftigen Sonne ausgesetzt sind und den Prozess beschleunigen. Der Wein wird anschließend für den Rest der Ausbauzeit in Fässern gelagert, um dem Wein besonders intensive, reichhaltige Aromen angedeihen zu lassen.

Natürlich muss man nicht warten. Gerade Muscat de Rivesaltes, Rimage und Grenat können jung getrunken werden. 

 

Wein und Aromen kennenlernen 

Zumeist kann man ganz wundervoll blumige Beschreibungen von Weinepxerten lesen. Wer gerade startet und sich in die Welt der Aromen aufmacht, kann leicht oder schwer überfordert sein und kommt womöglich ins Zweifeln, weil „nasse Pferdedecke“, „Johannisbeerlaub zum Frühlingsanfang“ oder „Eisbonbon-Drops“ sich einfach nicht im Riechhirn wiederfinden wollen.

Keine Sorge, weg mit allem! Es hilft nur eins – probieren! Oft! Und möglichst unterschiedlich! Und wer sich etwas eingehender beschäftigen mag, der kann mit den Aromafläschchen und Infokarten seine Erfahrungen erweitern. Für die natursüßen Weine gibt es von Jean Lenoir eine kleine Box mit den Aromen der Weine

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ein Cocktail zum Apéritif oder auch einfach so…

Ausdruck der Region soll Entre Garrigue et Mer sein und Aromen der Gegend vereinen. Der natursüße Rivesaltes Grenat aus 100% Grenache noir bringt ganz viel reife Kirschen mit, wilde dunkle Beeren und Röstaromen. Um dem Cocktail Frische zu geben, dem Rivesaltes Grenat aber seinen Auftritt zu lassen, wird der Cocktail mit Schaumwein, am besten einer Blanquette oder einem Crémant, aufgegossen. Eine besondere Note bekommt er durch den Fichtennadelessig vom Berg Canigou. Die großen Eisbälle, in Silikonformen hergestellt, sind eine wirkliche Empfehlung. Sie schmelzen nur ganz langsam und verwässern so das Getränk nicht. 

Und nun bon dégustation mit den natursüßen Weinen aus dem Roussillon! Rezepte zu den Weinen folgen weiter unten.

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Rezepte aus dem Roussillon 

 – Assiette des vendanges

 – Kirschen in Banyuls  

Boles de Picolat 

– Restaurants – Christophe Comes kocht in Perpignan schon seit Jahren auf Sterne-Niveau

 

Entre Garrigue et Mer 

Zutaten:

5 cl Rivesaltes Grenat – 100% Grenache Noir 

150 ml Schaumwein Brut, z.B. Crémant, Blanquette de Limoux

1 cl Vinaigre de Sapin du Canigou 

1 Zweig Rosmarin 

für die Eiswürfel: 

500 ml Wasser aufkochen, dann abkühlen lassen.  

In Eiswürfelformen füllen und jeweils ein Stück Rosmarinzweig dazu geben. Hierfür eignen sich einzelne Formen in Kugelform mit ca. 6-8 cm Durchmesser. Gefrieren lassen.

Tipp: Große, runde Eisballs sind hervorragend geeignet, da sie nur langsam schmelzen und das Getränk nicht so schnell und stark verwässern.

Tipp:

Für ein besonders schönes Ergebnis und klare Eiswürfel die gefüllte Eiswürfelform in eine Styroporbox geben und mit Wasser befüllen. Gefrieren lassen. Der sehr langsame Gefriervorgang von außen nach innen sorgt für klare Eiswürfel ohne Ablagerungen. 

Zubereitung:

Einen runden großen Eisball oder zwei eckige Eiswürfel in ein Cocktailglas geben. Zuerst den Schaumwein einfüllen und dann den Rivesaltes Grenat und den Fichtennadelessig dazu geben. Mit einem Barlöffel umrühren und mit einem zwei Rosmarin servieren. 

 

Natur pur und FKK – auf geht’s nach Korsika und in die Provence

Sandy und Steffen Neumann Confiture de Vivre

Leucate 2009

Freiheit erleben, so sein dürfen, wie man ist, verbunden sein mit der Natur, mit sich, ohne Vergleiche, ohne Schnick-Schnack – so fühlt sich für uns FKK an – die drei großen Buchstaben, die vermutlich alle mit ostdeutschem Background kennen, viele auch gelebt haben und die im westlichen Teil Deutschlands nur ein Nischenprodukt waren. FreiKörperKultur kannten wir von der Ostsee – jedes Jahr ging es zum Camping dahin und es waren die wenigen Wochen, in denen sich ein unbändiges Freiheitsgefühl ausdehnen konnte – nicht nur wegen der Weite des Meeres oder der nahen Grenze zum Westen, wenn man in Boltenhagen gezeltet hat. 

Lebensgefühl von FKK – ganzheitlich verbunden sein 

Uns hat das Lebensgefühl und die Art und Weise, in ganzheitlicher Verbundenheit mit  Körper, Geist und Seele zu sein, immer begleitet und dazu geführt, dass wir Möglichkeiten für FKK auch in Frankreich gesucht haben. FKK bedeutet für uns mehr als streifenlose Bräune und so war es naheliegend, dass wir bereits 2003 Mitglieder in einem Verband für Freikörperkultur in Frankreich wurden – die ersten und wahrscheinlich auch die einzigen Mitglieder aus Deutschland. 

Naturisme vs. Nudisme in Frankreich 

In Frankreich unterscheidet man ganz klar zwischen le naturisme und le nudisme -Naturisten sind diejenigen, die FKK pflegen – nackt sein, ohne erotische Absichten, als Lebensstil, der in Harmonie steht mit der Natur, den Mitmenschen und sich selbst. Nudisten sind diejenigen, die zumeist nur die entsprechenden Strände besuchen. Darüber hinaus sprechen unsere Nachbarn von Nudisten bei denjenigen, die in Clubs für Partnertausch gehen. Ähnliches ist auch in Deutschland unter Sauna-und FKK Clubs bekannt, was es für viele schwer macht, zu unterscheiden und was dem Ruf von FKK auch immer wieder schadet. 

unser FKK 

Nirgend sonst war für uns das Gefühl von Freiheit, Verbundenheit mit der Natur, dem einfachen Leben und uns selbst so groß wie während unserer Zeiten auf den FKK Campingplätzen in Frankreich. Zu jeder Zeit haben wir uns auf-und angenommen gefühlt, nirgends schneller die Sprache gelernt – alle Plätze unseres Verbands waren selbst verwaltet und Urlaub dort bedeutete immer auch, „Dienst machen“ an Rezeption, als Schatzmeister oder beim großen l’assemblée de Camping. Auf Frauen wurde geachtet und an den Stränden dafür gesorgt, dass Spanner nicht die Chance auf Belästigung hatten. 

Und ja, für uns ist es normal, beim Pétanque am Nachmittag nackt zu sein und zum Apéritif mit den Nachbarn neben Oliven und Knabberzeug nur ein Handtuch mitzunehmen. Uns geht es um das Teilen der schönen Erfahrungen, nicht darum, andere zu bekehren. Aber ganz ehrlich, ich liebe es, mir nicht Gedanken machen zu müssen, wie ich in Unterwäsche springe, bevor ich aus dem Zelt krieche oder am Strand einen klebrigen, kalten Bikini tragen zu müssen.  

Vergleichen von Äußerlichem entfällt – wenn alle nackt sind. Man ist einfach zurückgeworfen auf sich selbst – unverstellt, direkt, klar, bloß. Gespräche drehen sich nicht zuerst um das Haben und das Wollen, sondern um das Schöne an der Freiheit, dem Savoir-faire und dem Genuss.

Sich schön finden ist trotzdem erlaubt – warum auch nicht! 

Natur pur und FKK auf Korsika und in der Provence 

Für den Französischen Tourismusverband bereisen wir nun Korsika und die Provence, um Orte vorzustellen, die FKK anbieten und die z.B. auch besonders für Familien geeignet sind. Fünf verschiedene FKK Zentren am Meer und im Hinterland werden wir besuchen und unsere Eindrücke teilen. 

Ab 23. Juni wird es hier auf dem Blog und zusätzlich auf Instagram und Facebook regelmäßig Fotos und Reiseberichte geben. Wir nehmen alle Interessierten mit auf eine Entdeckungsreise zu Natur pur und FKK. Und Fragen werden natürlich auch beantwortet, das ist doch klar! 

INFORMATION: Alle Beiträge zu den FKK Zentren werden mit WERBUNG gekennzeichnet sein, da unsere Reise und die Artikel von der Französischen Zentrale für Tourismus ATOUT FRANCE bezahlt werden. Auf unsere Berichterstattung wird inhaltlich kein Einfluss genommen. 

Frühlings-Terrine

Frühling-Terrine-Gemüse-Rezept-Confiture-de-vivre

Der Frühling ist da und mit ihm besagte Gefühle. Wir sind gerade für längere Zeit in Frankreich, ganz fernab von Urlaub, sondern zum Arbeiten. Und es ist herrlich! Ich liebe unseren Landstrich, die Menschen, die Natur, einfach alles! Und Vieles geht mir gehörig auf den Zeiger. Und das ist auch gut so!

Noch vor einigen Jahren hatte ich ganz schön die rosarote Verklärungsbrille auf und schwebte quasi im Dauer-La-La-Frankreich-Land und das war eben nicht gut so. Ich werde niemanden bekehren wollen und darauf dringen, die Augen und Ohren gaaaanz weit aufzumachen, aber ich habe auch ein bisschen die Nase voll, von ständigen Lavendel-Bildern, strahlendem Sonnenschein und dicken Meeresfrüchte-Platten. Ja, das ist Frankreich, aber es hat auch ganz andere Gesichter und für mich gehören sie zu einer reflektierten Lebens-und Arbeitsweise einfach dazu. Über unsere Heimat Deutschland wird ja auch allerorten und von jedem gemeckert, und wenn es über das Wetter ist, wofür nun das arme Deutschland mal auch nichts kann. 

Wenn ich zum vierten Mal in Folge wegen einer nicht zugestellten Paketlieferung zum Postamt muss, jeder Beamte dort etwas anderes sagt und erst, nachdem ich schon etwas fuchtig bin, dann doch in seiner Kammer mein Paket findet, aber nur mit den Schultern zuckt, dann nervt das. 

Wenn in der Karfreitagsprozession bei der Andacht dazu aufgerufen wird, Andersdenkenden und ihrer Religion bloß nicht zu viel Raum zu geben, dann halte ich das für gefährlich und das nicht nur hier im Süden. 

Wenn ich sehe, wie mit dem Müll umgegangen wird, dann bekomme ich das große Grausen. Müllcontainer zur Trennung stehen wohl vermeintlich zur Zierde in der Gegend und werden als Angebot verstanden, nicht als Verbindlichkeit. 

Wenn ich über Wochen nicht planbar mit dem Zug fahren kann, weil für drei Monate die Bahnleute im Streik sind und die Informationspolitik dazu eine Katastrophe ist, dann fällt es mir schwer, Verständnis aufzubringen. 

Über Erfahrungen mit Immobilienmaklern kann ich mittlerweile ein Buch schreiben. Das nur am Rand.

Vieles wird gut angedacht, aber nicht konsequent zu Ende und es begegnet einem eine Form von Ignoranz, die man auch mit allem Augenzudrücken nur als solche bezeichnen kann. Freunde können noch ganz andere Geschichten berichten, ganz unabhängig, ob sie Deutsche, Engländer, Norweger oder selbst Franzosen sind. 

Und trotzdem – ich liebe dieses Land, mit all seinen Macken, Grässlichkeiten, Tunichtguten und dem ganzen Gedöns. Und ich liebe es mehr und mehr, je mehr ich von Mentalität, Staatsapparat und Vorgehensweisen verstehe. Und es bedeutet eben nicht, die Augen zu verschließen, sondern sie noch weiter zu öffnen. Es bedeutet auch, darüber zu sprechen und nicht im eitel Sonnenschein im Lavendelfeld zu verweilen.

Erst das macht für mich eine erwachsene, offene, wahrhaftige Liebe aus. Und dann wird es richtig schön! Genau wie mit dieser unglaublich frischen Frühlings-Terrine, die alles vereint, was die traumhaften Märkte derzeit aufbieten können. 

Petit pois, also frische Erbsen, Saubohnen, die hier Fêve heißen, junge Möhrchen, Frischkäse und jede Menge frische Kräuter. 

Und so serviere ich in diesen wunderbaren Frühling hinein diese Terrine, die wunderbar als Vorspeise passt und die nicht mehr braucht, als ein Stück frisches Baguette.

Bon appétit! Haltet eure Augen und Ohren offen!

Frühlings-Terrine
Serves 4
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Prep Time
30 min
Cook Time
10 min
Total Time
6 hr
Prep Time
30 min
Cook Time
10 min
Total Time
6 hr
Ingredients
  1. 150 g junge Erbsen
  2. 150 g Saubohnen
  3. 5-6 Mini-Karotten
  4. 200 g Frischkäse
  5. 1 Bund Dill
  6. 1 Bund Kerbel
  7. 1 Bund Schnittlauch
  8. 4 Blätter Gelatine
  9. Salz und Pfeffer
  10. Olivenöl
  11. einige Blätter Basilikum
  12. einige Blüten Rosmarin
Instructions
  1. Die Erbsen und Saubohnen aus den Schalen pellen. Die Saubohnen kurz blanchieren, dann abschrecken und aus den inneren Schalen entnehmen. Die Erbsen roh lassen. Beides beiseite stellen.
  2. Die Gelatine in kaltem Wasser auflösen. Ein paar Zweige von Dill, Kerbel und Schnittlauch aufheben, den Rest fein hacken.
  3. 500 ml Wasser zum Kochen bringe. Dann vom Herd nehmen und die Gelatine hinzufügen. Den Frischkäse, dreiviertel der Erbsen und Saubohnen sowie die gehackten Kräuter dazugeben und alles sehr gut verrühren. Salzen und pfeffern.
  4. In eine Terrinenform geben und glatt streichen. Mit Klarsichtfolie abdecken und für sechs Stunden kühlen.
  5. Die restlichen Erbsen, Saubohnen und die Mini Karotten mit etwas Olivenöl nappieren.
  6. Zum Servieren, die Terrine auf eine Platte setzen. Mit den Erbsen, den Saubohnen, den Karotten, ein paar Zweigen der Kräuter, den Basilikumblättern und Rosmarinblüten dekorieren.
Confiture de Vivre https://www.confiture-de-vivre.de/

Boles de Picolat

Boles-de-Picolat-Rezept-Frankreich-confiture-de-vivre

Die Boles de Picolat sind ein traditionelles Gericht aus dem Haut – Conflent, einem Teil des französischen Départements Pyrénées-Orientales – katalanisch Pirineus Orientals. Die Küche ist sehr einfach und häufig deftig. Die Zubereitung in der Cocotte verhindert, dass das Essen zu fett wird. Es gibt, wie bei so vielen traditionellen Rezepten, nicht DAS eine. Immer proklamiert die Familie, dass ihres DAS einzig wahrhaftige Rezept ist. 

Ich selbst habe bereits mindestens zehn verschiedene Zubereitungen gekostet und jedes Gericht hatte für sich etwas Spezielles. Bei uns gab es die Boles de Picolat zum Osteressen. Ein paar davon habe ich einem waschechten südfranzösischen Katalanen zum Kosten gebracht – noch steht die Antwort aus..

Bon pro’fit- bon appétit!

Boles de Picolat
Serves 4
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Prep Time
30 min
Cook Time
1 hr 30 min
Total Time
2 hr
Prep Time
30 min
Cook Time
1 hr 30 min
Total Time
2 hr
Ingredients
  1. für die Boles
  2. 750 gr. Gehacktes, „halb und halb“ (also Rind und Schwein)
  3. Olivenöl
  4. 50 ml trockenen Weißwein
  5. etwas Mehl
  6. Salz
  7. Pfeffer
  8. 1 Scheibe Weißbrot, Baguette oder ähnliches
  9. 1⁄2 Tasse Milch
  10. 3 Knoblauchzehen
  11. 1 Bund Petersilie
  12. 3 Karotten
  13. 1 rote Paprikaschote
  14. 6 Champignons
  15. 1 Glas weiße Bohnen
  16. für die Sauce
  17. 1 Zwiebel
  18. 5 Knoblauchzehen
  19. 1 Packung pürierte Tomaten
  20. Salz
  21. Pfeffer
  22. Zucker
  23. Piment dʻ Espelette
Instructions
  1. Zunächst das Brot in der Milch einweichen und beiseite stellen. Die Paprikaschote im Ofen grillen bis die Haut schwarz wird, dann herausnehmen, die Haut abziehen und in grobe Streifen schneiden. Besiege stellen. Die Knoblauchzehen schälen und klein hacken, ebenfalls die Petersilie hacken. Karotten waschen und putzen und in kleine, runde Scheiben schneiden. Die Champignons mit einem Stück Küchenpapier vorsichtig putzen, wenn nötig, ein Stück der Stiele entfernen, dann halbieren.
  2. Salz, Pfeffer, Knoblauch und etwas Öl an das Gehackte geben und alles gut vermengen. Die Petersilie und das eingeweichte Brot (vorher gut ausdrücken) zum Gehackten geben
  3. und alles so vermengen, dass eine homogene Masse entsteht.
  4. Etwas Mehl auf einen Teller geben, aus dem Gehackten kleine Kugeln (Boles) formen und im Mehl wälzen. Mit wenig Olivenöl in einer Pfanne rundherum anbraten. Dann vom Herd nehmen und
  5. beiseite stellen.
  6. In der Cocotte die Karotten mit etwas Öl anschwitzen, dann die Champignons dazugeben und ebenfallsanschwitzen, mit dem Weißwein ablöschen, beiseite stellen.
  7. Für die Sauce Zwiebel und Knoblauch schälen, klein hacken und in einem kleinen Topf mit etwas Öl anschwitzen, dann die pürierten Tomaten dazugeben. Salzen und Pfeffern nach Bedarf
  8. und mit etwas Zucker abschmecken. Für eine leichte Schärfe eine Messerspitze Piment dʻ Espelette zugeben und alles gut verrühren. Die Tomatensauce in die Cocotte gießen. Jetzt die
  9. Boles und die Paprika in die Cocotte geben und einmal gut durchrühren. Alles ca. eine Stunde bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Ab und an einmal umrühren. Eine Viertelstunde vor Ende
  10. der Kochzeit, die weißen Bohnen hinzufügen.
  11. Das Ganze kann direkt aus dem Schmortopf serviert werden.
Confiture de Vivre https://www.confiture-de-vivre.de/

 

 

selbst eingelegte Oliven mit Rosmarin und Knoblauch

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Das Wenigste vom wirklich Wichtigen erschließt sich auf den ersten Blick, ein erstes Hören, Fühlen oder eben den ersten Geschmack. Viele kulinarische Momente, neue sensorische Erfahrungen und Geschmäcker haben sich mir bisher oft erst nach mehrmaligen Probieren erschlossen und sich in ihrer ganzen Schönheit präsentiert. Auch Oliven.

Meine erste Olive aß ich vor fast 25 Jahren in Pamplona, in einer muffigen, dunklen Tapasbar. Und es war nicht so, dass mich das salzige, verschrumpelte, schwarze Etwas dazu ermutigen wollte, mehr von sich zu kosten. Es war eher mein Anstand, der mich wieder und wieder in das kleine Steingut-Schälchen greifen ließ. Eine Einladung auf ein Bier schlägt man nicht so aus in der Fremde und ich war schon immer neugierig auf die Geschichten der Menschen. Oder womöglich war es doch der sublime Beginn unserer großartigen Liebe.

Niemals würden heute Oliven im Kühlschrank fehlen, niemals würde der erste Einkauf bei Ankunft in der Herzensheimat ohne sie im Korb enden und niemals würde ein gemeinsames Mahl mit Freunden beginnen, ohne dass Oliven zum Apéritif genascht worden wären. Wir lieben uns heiß und innig und wir werden nicht müde, uns gegenseitig unsere Verbundenheit zu beteuern. 

Abgesehen vom Wein gibt es keine vergleichbare Pflanze die mich ähnlich stark fasziniert, anzieht und zu der ich eine so wahrhaftige, tiefe Verbundenheit spüre. 

Ja, ich weiß, es ist eine Olive, aber ja, es ist eben eine Olive, eine Frucht des Lebensbaums, der die Menschen bereits seit Jahrtausenden begleitet, nährt und mit seinem ganzen Sein wohltut. So auch bei mir.

olivenernte-frankreich-hausgemacht-confiture-de-vivre

Im letzten Spätherbst wollte ich es wissen und nebenbei meiner nicht sehr ausgeprägten Fähigkeit des Geduldigseins eine Entwicklungsmöglichkeit geben. 

Der Baum vor’m Haus unserer Freunde in Südfrankreich hatte bereits reichlich Früchte in erntefähigem Zustand und es wäre ein Frevel gewesen, diese nicht zu verarbeiten. Der Baum rief danach. Nein, die Ausbeute war nicht riesig, es war eher das Tun an sich, was sich zutiefst befriedigend und auf eine besondere Art und Weise richtig und passend anfühlte. Ich mag meiner Hände Arbeit, ich mag die Gedanken dabei kommen und gehen sehen und ich mag das Sosein im Moment, ohne Schnickschnack, ohne Beiwerk – das Pure und Einfache. 

Ich vermutete, dass es nicht viel braucht, um die Oliven in genießbare kleine Früchtchen verwandeln zu lassen. Das Wichtigste schien mir Geduld und das Wohlwollen der Freunde, die während meiner Abwesenheit täglich einen liebevollen Blick auf den Ansatz werfen sollten. 

Und nun ist das zweite Mal Erntezeit – nach fast drei Monaten haben wir am vergangenen Wochenende die ersten eigens eingelegten Oliven probiert und es war ein erhebender Moment des Genusses, der uns besonders in seiner simplen Art so berührte. 

Das möchte ich wieder erleben! 

Bon Appétit!

eingelegte Oliven
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Ingredients
  1. für 1 kg Oliven
  2. 1 l Wasser
  3. 100 g Meersalz
  4. Saft von 2 Zitronen
  5. 3 Stengel Rosmarin
  6. 4 Knoblauchzehen
Instructions
  1. Die Oliven zweimal längs einschneiden. In den ersten 5 Tagen in einem Gefäß mit Wasser aufbewahren und das Wasser täglich wechseln. Damit werden den Oliven die heftigen Bitterstoffe entzogen.
  2. Nach 5 Tagen die Salzlauge herstellen. Das Wasser mit dem Salz aufkochen. Den Zitronensaft, Rosmarin und Knoblauch hinzufügen. Die Oliven damit übergießen. In einen Behälter füllen, der verschossen werden kann. (Sehr einfach eignet sich eine große Plastikflasche)
  3. Für mindestens 6 Wochen, besser länger kühl und dunkel stehen lassen, keines Falls jedoch im Kühlschrank.
  4. Zum Verzehr die Oliven abschöpfen und mit etwas Olivenöl beträufeln.
Confiture de Vivre https://www.confiture-de-vivre.de/