Oh, la la! eine neue Kolumne – „Le Quignon“

Bist du ein Frankreich – Fan wie ich? Würdest du gern ein Frankreich – Fan werden, hattest aber bisher nicht die Gelegenheit, ein paar hübsche Insidertipps zu bekommen? Oder bist du gar ein Frankreich-Skeptiker, immer der Meinung, die Franzosen wollen keine andere Sprache sprechen als Französisch? Dann bist du hier genau richtig!

Bonjour et ça va zur wöchentlichen Kolumne “ Le Quignon“ bei Confiture de Vivre! Keine Angst, wir sprechen weiter Deutsch, aber ein wenig Französisch und Französisches könnt ihr hier lernen. Ganz leicht und spielend wird das gehen.

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Beeren hoch drei

Das Wochenende klopft schon an die Tür und bittet alsbald um Einlass!

Für mich heißt das, was kauf ich ein, was bring ich heim – schließlich will ich den weitgereisten und abgespannten Göttergatten verwöhnen! Auch wenn das eine K – Kochen, bei mir an ganz vorderer Stelle steht, als selbstständige, berufstätige und emanzipierte Frau hat man doch auch noch die ein oder andere Verpflichtung neben der Produktion köstlichster Speisen von mannigfaltiger Variation.

Auf dem Markt locken einen momentan allerlei Schließfrüchtchen, in den schönsten Schattierungen von rot und blau. Da werden gleichwohl Erinnerungen aus Kindertagen wach – mit Uroma im Wald Heidelbeeren und Himbeeren sammeln und sich von den Brombeerbüschen tüchtig die Arme aufkratzen lassen, um an die schönsten, drallsten und reifsten Früchte zu kommen.

Eine Auswahl Beeren hat mich besonders angelacht und erklärte sich bereit, eine Tarte zu zieren.

Eine saftige, süß-säuerliche, leichte Tarte sollte es sein, mit einem krossen Mürbteig und noch etwas Pfiff. Leider blieb es mir bisher verwehrt, frische Zitronenverbena in unserem Städtchen oder dem Umland zu finden – ich verstehe es nicht. Sollte jemand wissen, wo ich sie frisch bekommen kann, ich bin für jeden Hinweis dankbar, erkläre mich sofort bereit, ein Gericht damit zu verfeinern und lade zum Essen desselbigen ein.

Ein wenig Kraut gibt den Beeren Putz und so entschied ich mich für Zitronenmelisse.

Die gedeckte Tarte ist wirklich köstlich, besonders lauwarm, wenn der Fruchtsaft den Mürbteig etwas getränkt hat, ein Stückchen von der Tartdecke knuspert und das Gäbelchen in die kühle Crème fraîche stippt…

Ich empfehle die Tarte für den Ausflug zur Schwiegermama – es hebt (im besonderen das Ansehen der Schwiegertochter). Die Mama wird begeistert sein, mit welcher Inbrunst man sich der kulinarischen Hege des geliebten Stammhalters widmet, auf deutsch – die Frau kümmert sich gut= alles bestens!

Für alle Schwiegertöchter und natürlich für alle anderen Interessierten, hier das Rezept dazu:

So, in Anbetracht der gerade wieder sommerlichen Temperaturen, ist auch Eis schlecken wieder en vogue. Beeren gab es ja genügend, die neue Effilee hatte ich auch gelesen (mit tollem Rezept für Popsickles) und die neuen Eis-am-Stil-Förmchen wollten dem Praxistest unterzogen werden.

Sie haben bestanden – ein Brombeer-Joghurt-Eis – feincremig, mit wenig Süße und ganz viel Lust auf mehr Schleckern- das war nur der Anfang!

Und zum Abschluss gibt es noch einen Tipp für ein Wochenend – Frühstückshighlight mit dem Liebsten. Wenn der Besuch bei den Eltern gezehrt hat und am Sonntag ein bisschen ausgeschlafen wurde, holt der Liebste warme Baguette bei Bäcker. Dazu von den restlichen Beeren eine Beerenbutter vorbereiten. Ich danke an dieser Stelle Ree Drummond von Pioneer Woman für diese fantastische Idee.

Man muss nicht unbedingt French Toast machen, um die Beerenbutter zu genießen (ich mag das nicht, ist mir einfach zu tunkig und klebrig). Die Butter auf eine frische, noch warme, Scheibe Baguette und dazu einen Café au lait – das ist doch savoir vivre!

In diesem Sinne warten wir auf morgen und lassen das schöne Wochenende herein, wenn es anklopft und begrüßen es mit frischer Beerentarte, Eis-am-Stil und buttrigen Beeren.

Beste Grüße, Sandy

 

 

 

 

 

 

 

 

French-Connection

I am not in a good mood –

Ja, meine Stimmung und das Wetter da draußen gehen im Moment eine nahezu perfekte Liaison ein. Draußen grau, Stimmung trübe – ich könnte den ganzen Tag Gary Jules \“Mad World\“ hören. Und morgen fährt mein Mann wieder für eine Endlos-Arbeitswoche mit 7 Uhr-Mitternacht-Arbeitstagen davon.

Nun, Trübsal blasen hilft nicht, deswegen ab in die Küche und ein paar schöne Gerichte für den Liebsten gezaubert. Schon lange trage ich mich mit dem Gedanken, selbst eine richtige, französische Baguette zu backen, mit einer goldbraunen Kruste, die bei jedem Biss kracht und knuspert und einem viele Krümel in den Schoß fallen lässt. Und so wurden die ersten Baguette gebacken. Nach ordentlich Arbeit – der Teig muss innerhalb einer Stunde, dreimal geknetet und gefaltet werden, wie Taschentücher in der katholischen Kirche, gingen sie in den Schwitzkasten. Dann gab’s Mäusekino im Ofen. Auch das Objektiv hat geschwitzt.

Als sie dann nach 20 Minuten, wie bei Frau Holle, riefen: „Hol uns raus, wir sind schon ganz fertig gebacken“, ließ ich mich nicht betteln und habe Goldmarie-like das Brot aus dem Ofen geholt. Es roch verführerisch. Leider gibt es noch kein Geruchs-Widget…

Dann habe ich das Erste angeschnitten und die Kruste krachte, dass es nur so eine Art war – mega-freu auf meiner Seite! Es hatte schon was von französischem Boulangerie-Flair.

So, und nun kam der eigentliche Programmpunkt, der Test der französisch-amerikanischen Connection, die Verbindung von französischem Brot und amerikanisch angehauchtem Belag.

Dazu die Vorgeschichte:

Letzte Woche wurde ich ganz liebevoll beschenkt. Ein großes Paket handgemachter Pastrami und frischer Thymian-Honig-Senf wurden mir zuteil. Das Pastrami, welches seinen Weg von Rumänien in die neue Welt fand, ist ein sehr beliebter Belag für Sandwiches in den USA. Das Rindfleisch muss mehrere Stufen aufwendiger Behandlung über sich ergehen lassen – Würzen, Räuchern, Kochen bis es den Zustand erreicht hat, um auf ein Sandwich gelegt zu werden. Hier ist es nur Wenigen bekannt, auch wenn für viele Einheimische das Motto gilt: „Fleisch ist mein Gemüse“.

Wir wissen alle miteinander, dass ein Sandwich-Brot eher an ein Luftkissen ohne Eigengeschmack erinnert, über Nährwert wollen wir gar nicht sprechen. Deshalb reifte die Idee, ein französisches Sandwich zu fabrizieren, eine kleine Flûte, mit frischem Salat, feinstem Pastrami und einem Topping vom Besten und Würzigsten der Senfsaat.

Die Idee hatte natürlich auch einen Hintergedanken. Befindet sich mein Angetrauter schon die ganze Woche am  kulinarischen Edge of Nowhere, dann soll er sich auf der Fahrt dorthin gut versorgt wissen.

Et voilà, hier das Ergebnis französisch-amerikanischer Freundschaft.

Und hier das Rezept dazu: