über die Kunst des Aufhebens

Nun erstrahlt mein geliebter Blog in neuem Kleide! Ich feue mich und bin ganz wild, meine vielen Gedanken hier unter zu bringen. Und da haben wir auch schon den Bezug: neues Kleid, etwas unter bringen – Aufheben eben. Ich bin eine Künstlerin im Aufheben. Was hat das mit Essen zu tun? Viel, sehr viel sogar – eine hohe Korrelation mit praktischer Signifikanz 🙂

Weiterlesen

Das Beste aus Früchten

Ich weiß jetzt schon ein paar Dinge, die unser Haus hier unbedingt haben muss. Auf jeden Fall ordentlich justierte Fensterläden, wenn der Wind drum herum heult. Hatte mal wieder eine mehr oder wenige schlaflose Nacht ob des starken Windes.

Die beiden letzten Tage haben wir genutzt, um uns ein wenig im „Hinterland“ rumzutreiben, die Arbeit des Liebsten voran zu bringen und uns hübsche Fleckchen für unser Langfrist-Ziel „Schulungs-Haus im Süden“ anzusehen. Unser Wunsch, uns vom Küstenstreifen zu entfernen, wird dabei immer größer. Weiterlesen

Confiture für Fortgeschrittene

Mein Mann und ich begehen heute unseren ersten Hochzeitstag, man nennt dieses erste Jubiläum auch Papierene Hochzeit, da wohl die Ehe zum aktuellen Zeitpunkt noch so dünn und rissig wie Papier sei. Nun, darüber lässt sich streiten, die Bezeichnung scheint aus einer Zeit zu stammen, zu der man sich eingangs der Ehe noch nicht lange erprobt hatte (in wilder Ehe haben wir schließlich schon 8 Jahre die
Reißfestigkeit und Langlebigkeit unserer Verbindung geprüft).

Nun, so wollten wir den Tag nach ausgiebigem Rosé-Prickelwasser-Frühstück gebührlich zelebrieren. Ein zünftiges Geo-caching mit anschließendem Besuch einer ebenso zünftigen Lokalität zum Mittag-Brot erschien uns passend. Unser Weg führte durch unsere schöne Saalestadt Richtung Jenzig, den wir schon lange nicht mehr besucht haben. Erinnerte das Wetter heute morgen eher an einen, wenn auch schönen, Herbsttag, für unsere Schatzsuche war es genau richtig. Das Geo-Caching ist wirklich eine feine Sache und belebt einen, sonst eher banalen Spaziergang, ungemein. In Anbetracht der Tatsache, dass mein Holder und ich, dem zweckfreien Müßiggang eher wenig abgewinnen können, ist das eine Freizeitaktivität nach unserem Gusto.

Der Mons zeigte sich gnädig und ließ es zu, dass wir auf unserem Weg das geheime Lager loggen (so heißt das in Caching-Sprech) und uns in die Liste der glücklichen Finder eintragen konnten.

Die neue Gastlichkeit des Jenzighauses überzeugte uns und übertraf sogar unsere Erwartungen um ein Vielfaches. Die Bedienung freundlich und zuvorkommend, die Speisen sehr frisch und äußerst lecker (ich empfehle spontan die wirklich hausgemachte Sülze mit knusprigen Bratkartoffeln) und das alles flott für den hungrigen Wandersmann und die Frau.

Der Rückweg brachte einen weiteren Schatz zutage und mir etwas Arbeit im Nachgang. Die Kornelkirschen sind schon reif und warteten darauf, gepflückt zu werden.

Das konnte ich mir nicht entgehen lassen, das Rezept für die Kornelkirschen-Confiture schon im Kopf und den nächsten Wildbraten im Herbst (Waidmann’s heil) vor dem inneren Auge, wurde am Wegesrand gezupft. Die kluge Frau hatte vorgebaut und ein Tütchen für den Transport dabei.

Die Kornelkirschen sind zu unrecht verkannte Früchtchen. Ja, sie sind sehr herb und säuerlich und der wenig geübte Gaumen verschmäht sie gern. Roh sehen sie schöner aus als sie schmecken, von sattem rot, mit festem Fleisch, knackig und doch filigran.

Wenn man sie entsprechend verarbeitet, z.B. zu einer Confiture, und schickt ihnen etwas lieblichere und weniger säuerliche Begleiterinnen mit, dann kann was draus werden. Es bleibt ein Aufstrich für Fortgeschrittene, ohne Zweifel, doch ein Herantasten und Probieren lohnt sich. Ich habe die Korneln mit roten Johannisbeeren, Himbeeren und ein wenig Langpfeffer als Confiture eingekocht.

Nicht nur zu Fleisch auch in Verbindung mit einem kräftigen, standhaften Käse kann ich mir die Kornelkirschen-Confiture gut vorstellen.

Fernweh-Früchte

Confiture’s Erkennungsbild ist das Glas mit Aprikosen – Confiture. Nachdem wir sie im letzten Jahr probiert haben, erschien sie uns als so sinnbildlich für unsere Ideen, Intentionen und unser Herzblut, sodass wir sie stellvertretend dafür ausgewählt haben.

Nirgends haben wir bisher bessere, süßere, vollendetere Aprikosen gegessen als im Roussillon. Nun war ich die Tage einkaufen und was lag da – genau, die ersten Aprikosen aus dem Süden Frankreichs. Auch auf die Gefahr hin, dass ihr Geschmack noch nicht den puren Süden verheißt, habe ich welche gekauft.

Sofort mussten sie verkostet werden. Sie waren wirklich schon ganz köstlich.

Und da unsere französischen Tage einfach verlängert wurden (das letzte Wochenende hat nicht ausgereicht, die vielen kulinarischen Vorhaben, abzuschließen), habe ich daraus gratinierte Aprikosen zum Dessert gemacht.

Mein Liebster war zufrieden und auch lieben Freunden hat das süße Amuse bouche geschmeckt.

Ja, Confiture kann im Sommer leider nicht zum Einkochen von Confiture d’abricots im Roussillon weilen, freut sich aber schon unbändig auf den September dort!

À plus!

Mein Freund, der Strauch…

Seit Ende des letzten Jahres sind wir Besitzer eines Gartens in der Nähe. Meine Schwiegereltern haben ihn an uns weiter gegeben, nachdem sie ihn über 30 Jahre genutzt und bearbeitet haben.

Er liegt sehr idyllisch an einem kleinen Bächlein, hat einen Pool und ist eine wunderbare grüne Oase. Nun scheint ja doch das Frühjahr Einzug zu halten und es beginnt die Pflanzzeit. bei dem Gedanken daran, wusste ich bis kürzlich nicht, ob ich das positiv bewerten soll. Meine Erfahrungen diesbezüglich kann man traumatisch nennen, denke ich bei Pflanzen und Garten sofort an Unkraut und Jäten und regelmäßige Aktionen von Ackerschachtelhalm zupfen. Eine früh- jugendliche Erinnerung , die sich tief in meinen hippokampalen Strukturen eingenistet hat.

Die Vorstellungen davon, was man in einem Garten schön findet, können auseinander liegen. Ich bevorzuge eine natürliche Variante, liebe Kräuter und alles, was wild vor sich hinwächst und mich nicht zur Geisel nimmt. Ich kann Begonien, Petunien und derlei gern genommenen Blumen nicht sehr viel abgewinnen. Was ich toll finde, sind Bäume und Sträucher, die Früchte tragen, gern in Vergessenheit geraten und aus denen man etwas zubereiten kann.

So habe ich mich mit alten Wildhecken beschäftigt und kurzum einige Sträucher erstanden. Da der Boden hier sehr kalkhaltig ist und die Gehölze auch gut mal ohne mich auskommen sollen, haben wir uns für anspruchslose, vor sich hin wachsende und sehr schön blühende und früchtetragende Exemplare entschieden. Alle werden – ich werde sie regelmäßig besprechen – sehr leckere Früchte tragen, aus denen man Confiture und Aufstriche machen kann.

Heute wurden die Sträucher gepflanzt. Sie sind noch nicht sehr groß und werden sicher auch in diesem Jahr noch keine Früchte tragen, aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.