confierte Mini-Auberginen, Riz rouge de Marseillette, Citron caviar, Piment d’Espelette, Joghurt

Kürzlich klopfte die sich selbst ermächtigte Produkt-Polizei deutschsprachiger „Auskenner“ mit ganz sichtbar erhobenem Zeigefinger an, um sich zu beschweren, dass z.B. eine Burratina aus dem Roussillon kein französisches Produkt sei und nicht in die französische Küche gehöre. Bref, c’est bizarre ça…Besonders deshalb komisch, weil die Franzosen, die ich kenne und die derlei Produkte produzieren, das nicht so schmal sehen oder gar ziemlich entrüstet gucken würden. Nun denn…

Nur gut, dass die Welt der meisten kulinarisch interessierten Menschen groß und bunt und nahezu grenzenlos ist. Wie ganz viele andere liebe ich französische Klassiker und ich freue mich schon jetzt auf Daube und Cassoulet. Der Sommer war gefüllt von Ratatouille und Tomates farçis. Und einer ganzen Menge an sehr gutem, frischen Gemüse, Fleisch, Käse, Wurst, Früchten, die hier in unserer Gegend oder zumindest in Frankreich produziert werden. 

Es ist erfreulich und sicher auch an vielen Stellen überfällig gewesen, dass ich auch die Französische Küche verjüngt und ich bin regelmäßig überwältigt von der Kreativität, der Weltoffenheit und dem zeitgenössischen gewissen Quäntchen goût, das den Unterschied macht. Es ist möglich, frisch, modern und kosmopolitisch zu kochen und seine Wurzeln zu pflegen. Das ist eben kein Gegensatz sondern eine positive Entwicklung mit Blick auf die Globalisierung. 

Geistig enge Sichtweisen kommen überall vor, auch die Kulinarik macht davor nicht halt. Deshalb gibt es heute erneut ein Plädoyer auf die Vielfalt auf allen Ebenen und dazu einige Empfehlungen, die ich aus allem Herzen teile und die ich, bis auf die herrlich-sauren Citrons caviar, selbst bezahlt habe. Das muss ja mittlerweile allerorts betont werden…

Mit dem Herbst vor der Tür gelüstet uns nach etwas gehaltvolleren Gerichten, die aber trotzdem ihre Leichtigkeit und Frische nicht einbüßen. Auberginen haben gerade Saison und die Zitrusfrüchte beginnen auch zu reifen. Für diesen einfachen wie ansehnlichen Teller confierte Mini-Auberginen, Riz rouge de Marseillette, Citron caviar, Piment d’Espelette, Joghurt kommt es auch wieder auf die Zutaten an, die nahezu alle aus der Umgebung kommen. 

Das sind im Wesentlichen:

Mini-Auberginen und Lauchzwiebeln vom Markt, gleichwohl lassen sich auch normal große Auberginen verarbeiten. Die Auberginen werden aufgeschnitten, eingeschnitten  und gesalzen , dann für dreißig Minuten stehen gelassen. Mit der Sauce bestrichen, werden sie im Eingene Saft für 25 Minuten bei 200 Grad im Ofen confiert. 

Riz rouge – roter Reis – aus Marseillette, einem kleinen Ort in unserem Département Aude, am Canal du Midi von Laurent Malis   und seiner Familie, die bereits seit vier Generationen Wein und Reis anbauen. 

Citron caviar (citrus australasica) von Christophe Comes, der nicht nur seit Jahren einen Michelin* mit seinem La Galinette in Perpignan hält, sondern mit l’Hort auch über einen der größten Obst-und Gemüsegärten im Roussillon bewirtschaftet. Auch das verwendete Olivenöl ist von dort. Wer tiefer in die Materie der Zitrusfrüchte einsteigen will, dem sei das Buch AGRUMES von Anne-Sophie Pic empfohlen (auch selbst gekauft). Wenn man auf die kleinen Kügelchen beißt, ist das eine richtige Explosion im Mund. Die Schale kann man auch abreiben oder trocknen. 

Joghurt von Cimelait, einer Coopérative, deren Milchprodukte von Höfen aus der Cerdagne und dem Capcir kommen. 

Scharf und würzig wird es mit Piment d’Espelette, das hier in einem weißen Balsam enthalten ist. Und außerdem geben, ganz unfranzösisch, etwas Mirin-Sauce und Soja-Sauce mit Yuzu, Umami-Geschmack und sorgen beim Confieren, zusammen mit Olivenöl für Aroma. 

Die Macadamia -Nüsse sorgen für Crunch. Ich kaufe sie in einer kleinen Épicerie in Perpignan

In diesem Sinne wünsche ich ein mutiges Ausprobieren und 

bon appétit!

 

 

 

Pizzette „support your local dealer“

Der Rundgang durch’s Dorf bleibt kurz, aber wichtig und herzerwärmend. Wir sind aufeinander angewiesen. Dieses Gefühl der Verbundenheit, der Solidarität, des Teilens eines gemeinsamen Schicksals, tut gut und stimmt positiv. Die Pizzette „support your local dealer“ ist für mich ein Stück Zurückgeben und Unterstützung in dieser herausfordernden Zeit. Wir gehen hier immer lokal einkaufen, aber jetzt bekommt es noch einmal eine andere Dimension. 

Unsere Baguette holen wir bei Sebastien, ohne zu Zögern hat er dem Gatten für einen Pizza-Abend 1 kg Brotteig mitgegeben, ein liebes Wort dazu gab’s obendrauf. Mein Weg führt mich zu Brigitte und Patrick, die die Fleischerei betreiben. Bei ihnen kaufe ich reichlich Saucisse. Die Oliven kommen von einer Winzerin, die auch eine beträchtliche Anzahl Olivenbäume hat und deren Öl hervorragend ist. Aus dem Nachbardorf stammt der Ziegenkäse, die Anchovis natürlich von der Familie Roque aus Collioure, den Rest liefert der Markt und die kleine Superette – ein Mini-Supermarkt. Dort haben im Moment immer nur 5 Personen gleichzeitig Eintritt, ansonsten wartet man draußen. Geht völlig problemlos, niemand murrt und knurrt. Wein bekommen wir von unseren Freunden. Katie und Jean-Marc stellen den einfach hinter’s Haus, wir dafür Bitterorangen-Confiture und eigens hergestelltes Desinfektionsmittel. Das brauchen die wirklich, es geht zur Abfüllung der Weine und dafür dürfen sogar die Abfüllen mit ihr Anlage anreisen. 

Wirklich berührt haben mich Nachrichten von Köchinnen und Köchen aus der gehobenen Gastronomie. Die Köche Guillaume Gomez und Stéphane Méjanès haben die Initiative „Les Chefs Avec les Soignants“ ins Leben gerufen. Die Restaurants sind geschlossen, aber sie kochen für die vielen Pflegekräfte und Ärzte. Fantastisch! Bravo!

Unsere zweite Woche der confinement, der Ausgangssperre, beginnt heute und ich hoffe, dass weiterhin alle die Nerven behalten. Unterstützt eure lokalen Händler, achtet aufeinander und passt gut auf euch auf. 

Prenez soin de vous!!!

 

 

Bûchettes de Noël, weiße Schokolade mit Olivenöl, Rosmarin, Mandeln und Fleur de Sel

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(Der Beitrag enthält Werbung) Die Holzscheite für den Kamin sind geschlagen und aufgetürmt, die Tramontana darf nun gern ums Haus blasen. Wir sind gewappnet. Ein ereignisreiches (Reise)Jahr neigt sich seinem Ende zu und das Herz ist gefüllt mit den schönsten Erinnerungen. Im September war ich mit den lieben Reisepartnerinnen Maja, Simone und Tine in der Provence und Camargue auf den Spuren von le goût du vrai und im Anschluss haben wir mit französischen Produkten gekocht und gebacken. Das vorerst letzte Rezept für das Französische Landwirtschaftsministerium ist deshalb ein großes Dessert, passend zum Abschluss eines wunderbaren Jahres.

Ein Dessert zu Weihnachten

Das darf gern zelebriert werden und ein formidables Weihnachtsdessert gibt den Rahmen. Ein bisschen mehr darf es auch sein und so serviere ich Bûchettes de Noël und als kleines Gastgeschenk weiße Schokolade mit Olivenöl, Rosmarin, Mandeln und Fleur de Sel. Eine Bûche de Noël ist das klassische Weihnachtsdessert in Frankreich und ist quasi ein Holzscheit zum Essen. 

Dank lieben Winzer-Freunden werden wir die alten Rebstöcke ihrem natürlichen Lebenszyklus folgend, nun im Kamin verbrennen und es nicht nur warm, sondern auch duftend wohlig haben. Der Gatte hat ordentlich Holz gehackt und die Vorräte aufgestockt. 

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Doch zurück zu allem Guten, was auf den Tisch kommt. 

3 Monate Rezepte für #francebonappetit

Für das Französische Landwirtschaftsministerium haben wir Mädels mit guten französischen Produkten, die fast ausnahmslos auch ein Gütesiegel haben, schmackhafte und einfache Gerichte zubereitet. In den bisherigen Beiträgen gibt es deshalb nicht nur tolle Rezepte, sondern jede Menge wirklich wichtiges Wissen um die französischen Gütesiegel und was sie für die Qualität von Produkten bedeuten. 

Hier gab es bereits karamellisiertes Kürbis-Maronen-Gemüse mit knusprigem Perlhuhn dann folgte Hühnchen in Weißwein-Crème-Sauce mit Roquefort, Champignons und Reis aus der Camargue und nun die Bûchettes de Noël

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Bisher gab es bei Maja frische Pasta mit Maronen, Kürbis, Salbei und Roquefort danach Tomatentarte mit halbgetrockneten Tomaten und Ziegenkäse und Baisers mit Maronencreme und Schokoladensauce .

Simone hat Maishähnchen Suprême mit Estragonsenfcreme auf Schwarzem Reis, im Anschluss Perlhuhnbrust mit Maronen, gebackenen Ziegenkäsetalern und Rote Bete Sauce und einen Schokokuchen mit Crème fraîche, Baisser, Cassis und einem Hauch Fleur de Sel serviert. 

Tine hat uns mit rosa Barbarie Entenbrust mit knuspriger Haut, Pastinakenstampf, pochierter Rotweinbirne und Ziegenkäsecrème, gefolgt von Maishähnchen aus dem Ofen, gefüllt mit Maronen, Apfel und cremiger Maronensauce und zum Finale mit Schichtdessert im Glas mit Ziegenfrischkäsecrème, französischen Butterkeksen, Salzkaramell und Kardamom Orangen beglückt. 

ein Klassiker zu Weihnachten in Frankreich – die Bûche de Noël 

Weihnachten wird natürlich groß getafelt und ein ordentliches Dessert darf dabei nicht fehlen. Dabei müssen die Zutaten nicht außergewöhnlich sein. Gute Schokolade, frische Eier und Butter liefern die Basis für ein feines Dessert wie den Klassiker Bûche de Noël. Rezepte gibt es reichlich für den Biscuits-Kuchen, der mit einer Crème gefüllt und dann eingerollt wird. Die Zubereitung ist kein Hexenwerk und je nach Geschmack kann sie auch mit Früchten garniert werden, einer Meringue oder einfach nur mit guter Schokolade und Pralins, einer Art geraspeltem Krokant. 

Für diese Variante wird die Bûche zu den Bûchettes de Noël. Anstatt einer großen, gibt es viele kleine „Holzscheitchen“. 

Der Brauch besagt, dass man zu Weihnachten einen ordentlichen Holzscheit, aka Bûche, im Kamin verbrennen soll. Und so ist wohl irgendwann das Rezept entstanden. Wer da mehr weiß, immer her damit!

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etwas Gutes für die Gäste – kleine Gastgeschenke aus der Küche 

Eine schöne Idee, den Gästen eine Kleinigkeit mitzugeben, ist eine hausgemachte Schokolade.

Für liebe Gäste, aber auch diejenigen, die über das Jahr zum eigenen Wohlbefinden beigetragen haben, wie z.B. die Postbotin, ist die weiße Schokolade mit Olivenöl, Rosmarin, Mandeln und Fleur de Sel.

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Weihnachten-Rezept-Geschenkidee-weiße-Schokolade-Rosmarin-Mandeln-Fleur-de-Sel-Olivenöl-Dessert-Confiture-de-Vivre

Ein passendes Getränk darf natürlich auch nicht fehlen. Ein Glas feiner Champagner oder auch ein reichhaltiger, süßer Liqueur-Wein begleiten ein Dessert bestens.

Weinbegleitung-Dessert-Weihanchten-Confiture-de-Vivre

JOYEUSES FÊTES!

Bûchettes de Noël
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Prep Time
1 hr
Cook Time
10 min
Total Time
1 hr 30 min
Prep Time
1 hr
Cook Time
10 min
Total Time
1 hr 30 min
für die Bûchettes
für den Biskuit-Boden
  1. 4 Eier
  2. 100 g Zucker
  3. 100 g Mehl
  4. 3 EL Kakao, mit mindestens 70% Kakaoanteil
  5. etwas Butter zum Einfetten des Backpapiers
für die Füllung und Glasur
  1. 200 g Schokolade, davon 100 g Vollmilch, 100 g dunkle Schokolade
  2. 100 g Pralin oder Krokant
  3. 220 g Nussnougatcreme oder Pâte de Pralin
  4. 100 g Haselnüsse
  5. 2 EL goldener Zuckerstaub
für die weiße Schokolade
  1. 200 g weiße Schokolade
  2. 4 EL Olivenöl
  3. 1 EL Rosmarinzweige
  4. 100 g Mandeln
  5. 1/2 TL Fleur de Sel
für die Bûchettes
  1. Die Eier trennen. Die Eigelbe mit dem Zucker aufschlagen bis die Masse hell ist. Dann nach und nach Mehl und Kakao dazu geben.
  2. Den Ofen auf 180 Grad Ober/Unterhitze vorheizen.
  3. Die Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unter den Teig heben.
  4. Entweder eine Silikonbackmatte verwenden oder Backpapier auf ein Backblech legen. Den Teig darauf geben und glatt streichen.
  5. Für 10 min backen. In der Zwischenzeit Backpapier mit Butter einfetten.
  6. Den Biskuit-Boden nun aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und auf das gefettete Backpapier legen. Ein Küchenhandtuch anfeuchten und auf die andere Seite legen, das hilft, den Biskuit-Boden abzulösen.
  7. Die Nussnougatcreme oder Pâte de Pralin auf dem Boden verstreichen, dann den Boden zu einer Rolle rollen. In Stücke schneiden.
  8. Die Schokolade in einer Schüssel im Wasserbad schmelzen. Mit einem Löffel die einzelnen Bûchettes nappieren. Die Haselnüsse hacken und darauf verteilen. Zum Schluss mit ein wenig goldenem Zuckerstaub bestäuben.
für die weiße Schokolade
  1. Die Schokolade in einer Schüssel im Wasserbad langsam schmelzen. In der Zwischenzeit den Rosmarin und die Mandeln hacken.
  2. Die Schüssel vom Herd nehmen und drei Viertel vom Rosmarin, das Fleur de Sel und das Olivenöl unterrühren.
  3. In die Schokoladenformen geben, die gehackten Mandeln und den Rest des Rosmarins drauf verteilen.
  4. Auskühlen lassen und dann genießen oder zu Geschenken verpacken.
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karamellisiertes Kürbis-Maronen-Gemüse mit knusprigem Perlhuhn


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(der Beitrag enthält Werbung)

Wer in Frankreich auf einem Markt unterwegs ist, weiß, dass man zu jeder Jahreszeit aus dem Vollen schöpfen kann. Obst und Gemüse, Geflügel, Fleisch, Käse, Honig – es ist ein Schlaraffenland von Erzeugnissen bester Qualität. Seit Jahren sind wir landauf, landab unterwegs, um lokale Produkte zu entdecken, mit den Erzeugern ins Gespräch zu kommen und vor allem zu lernen. Zu lernen, wie Anbau oder Aufzucht ablaufen, wie Familienrezepte weitergegeben werden und auch, wie sich die französische Küche in den unterschiedlichen Landesteilen verändert, von länderübergreifenden Einflüssen geprägt wird und sich modernisiert. 

Mit schier kindlicher Neugier und Entdecker-Gaumen sind wir unterwegs und sind nach jedem Erlebnis ganz ergriffen vom Stolz der Menschen, wenn ihre Produkte anbieten, der Würde und dem Respekt, der Lebensmitteln entgegen gebracht wird und der hervorragenden Qualität, die nicht zuletzt auch ein Ergebnis der langjährigen Bemühungen und Etablierung von Gütesiegeln ist.

Das karamellisierte Kürbis-Maronen Gemüse mit knusprigem Perlhuhn ist ein einfaches Gericht, bei dem die einzelnen Zutaten für sich stehen dürfen und jetzt ganz prima in den Herbst passen. 

Kastanien und Maronen 

Im Parc naturel Haut Languedoc wachsen seit Jahrhunderten unzählige Esskastanien-bäume. Überraschend ist die Vielzahl an Sorten, auf dem Markt von St.-Pons-de-Thomières haben wir allein 12 Sorten gezählt und das waren noch nicht alle. Es gibt einen Unterschied zwischen Marrons und Châtaigne, über den hier, zusammen mit einem Rezept für Kastaniensuppe, zu lesen ist.

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Alles aus Esskastanien

Das Kastanienmehl ist äußerst nahrhaft und lässt sich gut im Kastanienbrot verarbeiten. Zusammen mit Rosenkohl waren sie in den Herbst-Tartines  ein echter Knaller. In Frankreich gibt es zu fast jedem Produkt auch ein Fest und so werden auch die Kastanien jedes Jahr an zahlreichen Orten gefeiert. Zur Fête de la Chȃtaigne reisen wir immer wieder gern, nicht nur wegen der köstlichen gerösteten Kastanien, sondern auch wegen des guten Biers, das daraus gemacht wird.

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Geflügel 

Beim Einkauf in Frankreich auf die Gütesiegel zu achten, ist gar nicht schwer. Geflügel, wie Perlhuhn, Enten und Gänse gibt das rote Label Rouge Auskunft und kennzeichnet Produkte, die von höherer Qualität sind und z.B. bei der Haltung auf einen extrem hohen Standard geachtet wird. Produkte mit diesen Kennzeichnungen gibt es auch im deutschen Handel.

Im Département Gers, einem ländlich geprägten Gebiet mit großer Geflügelzucht,  geht auf den Märkten nichts ohne den ansässigen Tierarzt. Vor dem Verkauf werden restlos alle Tiere, die zum Verkauf stehen überprüft. Erfüllt ein Produzent mit seinem Angebot die Kriterien nicht, darf die Ware nicht verkauft werden. Um einen fairen Verkauf sicher zu stellen ist auch immer die Gendarmerie vor Ort. Das wirkt womöglich befremdlich, aber die Einheimischen sind damit vertraut und sind mit den Verkäufern zusammen stolz auf die fantastische Qualität. So stellt man sich auch gern morgens zwei Stunden an, um beste Qualität zu bekommen. 

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Salz – Fleur de Sel 

Auf unserer Reise le goȗt du vrai, die mich mit meinen wunderbaren Kolleginnen Maja, Simone und Tine kürzlich durch Südfrankreich geführt hat, konnten wir auch die Salinen von Aigues-Mortes in der Camargue besuchen und die beeindruckenden Salzberge bestaunen. Kein Gericht kommt bei uns ohne eine gute Prise Fleur de Sel aus. 

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karamellisiertes Kürbis-Maronen-Gemüse mit knusprigem Perlhuhn
Aromenmischung für das Kürbis-Maronen-Gemüse und Marinade für das Perlhuhn

Kürbis und Maronen sind einfache, günstige Zutaten, die hier durch eine Aromenmischung ihren Auftritt bekommen. Das hier verwendete Olivenöl muss den strengen Richtlinien des AOP (Appellation d’origine contrôlée) Schutzsiegels genügen. AOP ist seit 2014 auch für Frankreich bindend, anstatt des früherem AOC (Appellation d’Origine Contrôlée). Der Honig trägt das Siegel IGP (Indication Géographique Protégée), Miel des Cévennes als geschützte geografische Angabe.

Die Marinade für das Perlhuhn lebt vom Moutarde de Meaux, einem grobkörnigen Senf, der schon seit 350 Jahren in der alten Mühle von Meaux hergestellt wird. 

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In Kürze wird es weitere Rezepte mit feinen Zutaten aus Frankreich geben. Bis dahin gibt es auch bei meinen Kolleginnen Maja, Simone und Tine sehr formidable Rezepte. 

Bon appétit!

Dieser Beitrag entstand in einer Kooperation mit dem Französischen Landwirtschaftsministerium.

karamellisiertes Kürbis-Maronen-Gemüse mit knusprigem Perlhuhn
Serves 4
einfach und köstlich - le goût du vrai
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Prep Time
45 min
Cook Time
45 min
Total Time
4 hr
Prep Time
45 min
Cook Time
45 min
Total Time
4 hr
Ingredients
  1. 4 Sûpreme vom Perlhuhn
  2. für das Kürbis-Maronen-Gemüse
  3. 500 g Butternut Kürbis
  4. 400 g Maronen, vorgegart
  5. 3 Pimentkörner
  6. 1/2 TL Zimt
  7. 1/2 TL Muskatnuss
  8. 80 g Pekannusskerne, grob gehackt
  9. 3 EL Orangensaft
  10. 4 EL Honig
  11. 1/2 TL geräuchertes Paprikapulver
  12. 4 EL Olivenöl
  13. Fleur de Sel
  14. einige Zweige Thymian
  15. optional einige getrocknete Apfelscheiben
  16. für die Marinade
  17. 2 TL Moutarde de Meaux oder einen anderen körnigen Senf
  18. 1 TL Bockshornkleesaat
  19. 10 Pimentkörner
  20. 2 TL Honig
  21. 6 Pfefferkörner
Instructions
  1. Marinade für das Perlhuhn
  2. Die Zutaten in einem Mörser zermahlen bis eine homogene Marinade entsteht. Das Perlhuhn damit einreiben und mindestens 3 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, besser noch über Nacht.
  3. für das karamellisierte Kürbis-Maronen-Gemüse
  4. Pimentkörner im Mörser zerstoßen. Zimt und Muskatnuss, geräuchertes Paprikapulver, Orangensaft und Olivenöl dazu geben. Die Pekannüsse grob zerstoßen und dazu geben. Alles verrühren. Den Kürbis schälen und in Würfel schneiden.
  5. Für 20 min bei 220 Grad backen. Dann die Maronen dazu geben und die Mischung darauf verteilen. Gut vermischen, sodass Kürbis und Maronen gut nappiert sind.
  6. Für 20-25 min backen, eventuell die Hitze reduzieren, sodass nichts verbrennt.
  7. Aus dem Ofen nehmen und anrichten. Mit einigen Zweigen Thymian garnieren.
  8. Die Perlhuhn Sûpreme in einer Pfanne mit etwas Olivenöl von allen Seiten anbraten und bei sehr geringer Hitze garen. In Scheiben aufschneiden und auf dem Kürbis-Maronen-Gemüse servieren.
Notes
  1. Küchenfertig vorbereitete Sûpreme sind in der Regel nach 5-7 min gar.
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hausgemachte Marseiller Dusch-Seife mit Lavendel

Savon-de-Marseille-hausgemacht-Duschseife-Lavendel

(enthält umbeauftragte, nicht bezahlte Werbung für ein abgebildetes Produkt) Bereits seit langer Zeit hat in meinem Haushalt die schwarze Seife – Savon Noir – aus Marseille Einzug gehalten. Regelmäßig hat mich gestört, dass ich zum Saubermachen Handschuhe tragen muss, weil die Putzmittel so aggressiv sind. Egal ob Badreiniger, Toilettenkram oder Spülmittel, alles machte mir ein ungutes Gefühl. Stechende Gerüche und Mittelchen, die ich nicht mit meinen Händen anfassen mag, erschienen mir geradezu abstrus, die Wohnung zu reinigen und mich darin wohlfühlen. 

Mit der Savon Noir putze ich mittlerweile alles, die Seifenflocken nutze ich, um Wäsche zu waschen. Die flüssige Seife zum Sprühen vertreibt Ameisen, löst im Backofen noch den letzten Rest an Fett und ist super gegen Kalk. Außerdem reinige ich mit der dickflüssigen Seife unseren sehr empfindlichen Dielen-Fußboden. Beim Wischen wird nicht nur der gepflegt, sondern gleich auch meine Hände.

Und neuerdings gibt’s bei uns Marseiller Seife zum Duschen fait maison. Deshalb gibt es hier kein Rezept für Kuchen, Suppe und Co. sondern für eine hausgemachte Marseiller Dusch-Seife mit Lavendel.

Savon de Marseille 

Leider ist es mit vielen Produkten heutzutage so, dass es sich um eine Mogel-Packung handelt. Ähnlich geht es der Marseiller Seife. Viele, der oftmals schreiend bunten, Seifenstücke kommen aus Fernost und haben mit Marseille quasi nichts zu tun. Die echte Marseiller Seife ist nicht bunt, sondern beige-gelb oder grün, in flüssiger Form sehr dunkelgrün bis eben schwarz, deshalb schwarze Seife. Es werden weder Geruchsstoffe noch Farbe hinzugefügt. Die echte Savon de Marseille enthält keine tierischen Bestandteile, sondern ist base végétale.  

Auf den meisten Märkten wird nicht die echte Seife verkauft. Wer die haben möchte, besucht am besten die Geschäfte der nachfolgenden 3 Manufakturen, direkt vor Ort oder online:

Marius Fabre

Fer à Cheval 

Rampal Latour 

Savon-de-Marseille-Lavendel-Duschseife

Die Herstellung der eigenen Dusch-Seife ist wirklich kein Hexenwerk, sondern macht Spaß. Es riecht einfach wunderbar und mit einem Lieblings-Öl wird es zum persönlichen Duscherlebnis, das sich auch noch als Geschenk wunderbar ausnimmt.

Für die echte Marseiller Seife mache ich von Herzen gern Werbung, alle Produkte habe ich selbst gekauft.

Das Rezept ist mit Olivenöl und Lavendelöl ausgewiesen. An Stelle des Olivenöls passt auch Kokosnuss-oder Mandelöl, wer mag, kann auch zusätzlich Honig dazugeben.

Marseiller Dusch-Seife mit Lavendel
Yields 600
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Ingredients
  1. 80 g Seifenflocken
  2. 1 l Wasser
  3. 2 TL Olivenöl
  4. einige Tropfen ätherisches Öl, z.B. Lavendel
  5. 1 TL Lavendelblüten
Instructions
  1. Das Wasser zum Kochen bringen. Die Seifenflocken in eine Schüssel geben. Mit dem Wasser übergießen und dann kräftig verrühren, bis sich alles aufgelöst hat.
  2. Abkühlen lassen.
  3. Olivenöl und ätherisches Öl hinzufügen und mit dem Schneebesen kräftig aufschlagen. Das macht die Seife schön cremig.
  4. Zum Schluss die Blüten unterrühren.
  5. In ein Gefäß abfüllen und beim Duschen erfreuen.
Confiture de Vivre https://www.confiture-de-vivre.de/