La Chandeleur – Lichterfest und Tag des Crêpes

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In ganz Frankreich dürften heute reichlich Menschen in der Küche gestanden und Crêpes gewendet haben. Es ist der 2. Februar, 40 Tage nach Heiligabend, und das bedeutet La Chandeleur, das Lichterfest, in Deutsch Lichtmess und nicht zu vergessen, damit verbunden, der Tag des Crêpes. 

Ein christliches Fest, welches seinen Ursprung im Heidnischen hat, ist La Chandeleur. Lateinisch festa candelarum,  das Fest der Kerzen, wurde das heidnische Lichtfest als nahendes Ende des Winters gefeiert. 

Vom Licht zum französischen Crêpe ist der Weg am Ende nicht weit. Die runden, goldgelb gebackenen Kreise ähneln der Sonne, die wieder Licht in die Dunkelheit nach einem langen Winter bringen soll. Sie kündet von neuem Wachstum, Leben und den helleren Tagen. 

Beim Wenden der Crêpes kann man sich auch noch im Glückhaben üben. Wer mit der rechten Hand die Pfanne mit dem Crêpe hält, es darin wendet, natürlich kühn in der Luft, und gleichzeitig in der linken Hand ein Goldstück hält, vermutlich tut es auch ein herkömmliches Bezahlmittel ;-),  dürfte das Jahr über mit Glück und Reichtum überschüttet werden.

Bei uns hat sich der Gatte versucht, während ich die ebenfalls goldgelbe Füllung zubereitet habe. Das erste Crêpe ist natürlich immer für den Koch bestimmt, so haben wir das auch gehandhabt.

Unser Crêpeteig ist was für Erwachsene und kann ein hübsches Dessert ergeben. Der Teig hat eine Portion Lieblings-Armagnac bekommen. Die Füllung besteht aus einem Orangen-Püree, das sich mit Ricotta vermählt hat. 

Es sieht danach aus, als ob 2018 ein gutes Jahr werden kann, wir tun das Unsere dafür 🙂 und stärken uns einstweilen mit ein paar Crêpes!

Bon Appetit!

beschwipste Crêpes mit Orangen-Ricotta-Füllung
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Prep Time
30 min
Cook Time
1 hr
Prep Time
30 min
Cook Time
1 hr
Ingredients
  1. für das Orangenpüree
  2. 3 Bio-Orangen
  3. 100 ml Wasser
  4. 3 EL Agavensirup
  5. für ca. 6-8 große Crêpes
  6. 200 g Weizenmehl
  7. 50 g Maisstärke
  8. 4 Eier
  9. 450 ml Milch
  10. 1 EL Vanillepaste
  11. 2 cl Armagnac
  12. 50 g Butter
  13. 150 g Ricotta
Instructions
  1. Die Orangen waschen und in Stücke schneiden. In einem Topf, zusammen mit dem Wasser und dem Agavensirup zum Kochen bringen und dann bei mittlerer Hitze ca. 1 Stunden köcheln lassen bis die Orangen weich sind.
  2. Abkühlen lassen, dann pürieren und in ein Glas abfüllen.
  3. Eier, Milch, Vanillepaste und Armagnac in einer großen Schüssel verrühren. Mehl und Maisstärke dazugeben und alles gut verrühren, bis der Teig glatt und ohne Klümpchen ist.
  4. In einer anti-haft-beshichteten Pfanne die Butter zerlassen und dann jeweils eine kleine Kelle Teig hineingeben. Goldgelb von beiden Seiten ausbacken.
  5. Das Orangen-Püree mit dem Ricotta in einer Schüssel verrühren. Jeweils etwas davon auf ein Crêpe streichen und servieren.
Notes
  1. Die Crêpes schmecken am besten frisch!
Confiture de Vivre https://www.confiture-de-vivre.de/

Kürbiskern-Mohn Financiers mit Orangen Curd – I need colors

Puh, so langsam habe ich aber den Kanal voll vom Winter, mit Triefnase, ständig beschlagener Brille und eskimoartiger Vermummung, wenn man das Haus verlassen will. Müssen jetzt wirklich noch gaaaanz viele Wochen des „Handschuhe – Anziehens“ und „Mütze – Aufsetzens – und – dann – ohne – Mütze – verruschelt – Aussehens“ kommen? Ich mag nicht mehr. Weiß ist schön (auch wenn es streng genommen keine Farbe ist) aber Schnee müsste wegen mir jetzt nicht noch mal kommen. Wahrscheinlich müssen wir uns auf schlammgraubraun einstellen in den nächsten Wochen, keine erbauliche Aussicht – ich brauch‘ Farbe!

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Alle guten Dinge

Das vergangene Wochenende habe ich ausgiebig zum Ernten und Jagen genutzt. Nach langer Zeit der Abstinenz konnten mein Mann und ich einige Sonnenstrahlen im Garten genießen und haben auch nicht nur faul herumgesessen.

Die Witterung der letzten Wochen hat den Gewüchsen im Garten behagt und so wollten diese uns reichlich beschenken.

Die Äpfel fallen recht weit vom Stamm – will sagen, es ist höchste Zeit und man muss nicht mehr viel Rütteln und Schütteln und hat eine reiche Ernte. Zu gern wüsste ich, um welche Sorte es sich handelt. Auch nach eingehenden pomologischen Studien gibt es bisher kein befriedigendes Ergebnis. Meine Vermutung liegt bei Borsdorfer oder einer Art der Renette. Ein kundiger Pomologe ist gefragt und darf sich gern melden, ihm sollen Endprodukte des knackigen Malus zukommen.

Auch die Weinbeeren sind schon soweit. Die Rispen sind prall von zarten Früchten, die wunderschön in Blauschattierungen leuchten. Meine Schwiegermutter kocht davon Gelee, das ist nicht zu süß und passt sehr gut zu Fleisch.

Himbeeren gibt es nicht ganz so viele, am Wochenende waren es allerdings erkleckliche zwei Hände voll.

Soweit zur Ernte – gejagt wurde auch noch. Am Samstag war wieder Flohmarkt-Zeit, genau die richtige Möglichkeit, um sogenannte „Food styling props“ also Dekrotations-Kram zu suchen, zu finden und unbedingt mitzunehmen. Solch ein Markt ist ein Schlaraffenland für Jägerinnen „verlorener“ Schätze, kurzum: ich bin eine Frau, ich liebe Shopping, ich liebe Schnäppchenjagden! Und es ließen sich wiederum treffliche Kleinode erstehen, hübsche Damast-Servietten, alte Bestecke und kleine Backförmchen aus Steingut.

Eine große Spermüllaktion brachte ebenfalls ein ansehnliches Kinkerlitzchen zutage. Die Schublade wurde sofort in Gebrauch genommen.

Darüber hinaus ging’s zum Baumarkt. Dort habe ich Holz erstanden und Lacke und Pinsel erworben. Unter Zuhilfe – Nahme  zweier fachkundiger Bricoleure (meinem Mann und dem Angestellten) wurde die Frage erörtert, wie man neues Holz schnell künstlich altern lässt, um einen adretten Foto-Untergrund zu liefern.

Um es abzukürzen: ich habe das Holz bearbeitet, mehrere Stunden im Schweiße meines Angesichts, es sieht jetzt hübsch aus, auch wenn die Juvenilität nicht wirklich verschwinden will. Gern nehme ich alte Türen, Tischplatten und Ähnliches nach Begutachtung entgegen.

Nach getaner Arbeit wurde abends der Grill flott gemacht. Diesmal durften Jakobsmuscheln erhitzt und zart gebräunt werden. Dazu gab’s einen frischen Beluga-Linsen-Salat mit Tomaten, Paprika, Orangen und Minze.

Hier findet sich das Rezept dazu:

Die neue „used“-Tischplatte hat ihre Premiere als Styling-Prop mit Bravour bestanden. Ich liebe blau!