Hugs and Kisses und eine Beeren-Galette

Jeden Tag, wenn ich in den Kühlschrank sehe, steht da das Glas mit der Erdnussbutter und schaut intensiv zurück.

Was in den letzten Wochen in der Foodblogging-Community passiert ist, beeindruckt mich nachhaltig! Jennies schmerzlicher Verlust, ihre offene, direkte und so berührende Art, andere daran teilhaben zu lassen, hat eine Welle der Empathie und nicht nur diese durch die Blogosphere geschickt.

Tausende Blogger haben ihre Interpretation des #apeanutbutterpieformikey gebacken, ihre Gedanken und Gefühle gepostet und ein virtuelles Netzwerk des Aufgefangenseins gewoben. Auch ich habe das getan, was ich kann, nämlich backen.

Ich bin stolz, ein Teil der großen Community sein zu dürfen!

Heute ist Sonntag und mein Mann und ich nehmen uns Zeit. Zeit zum gemeinsamen Frühstücken, Zeitung lesen, kochen, backen und einfach nur für uns und mit uns zu sein.

Und all die Dinge genau so tun zu können, ist wunderbar und ein Geschenk, welches wir annehmen und uns erfreuen.

Die frischen Beeren gab’s gestern und ich habe so das Gefühl, dass auch die Beerenzeit bald vorüber ist, die Luft atmet schon etwas Herbstliches.

Die Anteilnahme am Schicksal von Jennie und ihren Mädchen sucht Vergleiche. Mittlerweile wurde durch Shauna der #afundforjennie ins Leben gerufen. Das Gesundheitssystem und die Versorgung durch Versicherungen und Ähnliches sind in den USA „speziell“. Ich breche an dieser Stelle keine politische Diskussion vom Zaun, nur soviel: ich zeige mich verständnislos.

Wiederum all over the world gibt es momentan Auktionen von Bloggern, mit dem Ziel, Jennie eine finanzielle Unterstützung zu ermöglichen. Es ist überwältigend!

Und augenscheinlich hat das Schicksal von Jennie einen Einfluss auf das Denken, wie in vielen Blog-Posts geschildert. Einen Tag zu leben, Zeit mit den Liebsten verbringen, sich besinnen und nicht alles so wichtig nehmen. Das klingt banal und abgehalftert aber ist trotzdem einfach die Wahrheit!

Und David Leite twitterte am Freitag den #PerilloPromise. Und das machen wir heute mit unserer Beeren-Galette im Garten, nur mein Mann und ich…

Deshalb gibt es heute nur Bilder und kein Rezept, weil ich mich jetzt mit meinem Liebsten gleich aufmache, um ganz viel Zeit miteinander zu haben.

In diesem Sinne, drückt eure Lieben, nehmt euch Zeit und schönen Sonntag noch!

 

Nur die Liebe zählt

Viele meiner Foodblogger-KollegInnen aus den Vereinigten Staaten sind traurig und betroffen. Letzte Woche hat Jennifer Perillo, eine sympathische und sehr talentierte Foodbloggerin ihren Mann durch einen Herzinfarkt verloren. Wie viele andere BloggerInnen auch, kennen wir uns nicht persönlich und trotzdem hat mich Jennifers Mitteilung und der anschließende, sehr offene, Post sehr beeindruckt und tief berührt.

Ich selbst habe an dieser Stelle bisher keine derart persönlichen Gedanken und Gefühle mitgeteilt. Mich hat Jennifers Art jedoch dazu bewogen, meine eigenen Gedanken und Gefühle hier in Worte zu fassen – über Essen zu schreiben, fällt mir leichter 😉

Wie der Blitz aus heiterem Himmel traf mich und meinen Mann vor 3 Jahren meine Brustkrebs-Diagnose. Ich war damals 31, gerade dabei, einen neuen Abschnitt Berufsleben zu betreten und dann war von jetzt auf gleich, nichts mehr wie es war. Aller Kleinkram verliert sich in der Bedeutungslosigkeit und alles, was mir durch den Kopf ging war, werde ich jetzt sterben?

Mein Mann (wir wollten im Sommer 2008 heiraten, der Krebs war schneller…) und ich wuchsen zusammen zu einer Einheit und präparierten uns zum Kampf für das Leben, denn das war klar: Ich kämpfe für das Leben nicht gegen den Krebs. Seine Liebe, er hat mich während der langwierigen und zehrenden Therapie gepflegt, unsere Liebe zueinander, hat uns den ganzen Schlamassel durchstehen lassen! Und es war großer Schlamassel…!

Auch wenn es total pathetisch klingt, aber diese Erfahrung zeigt einem den Weg zu den „richtigen“ Dingen des Lebens. Damit meine ich nicht, dass nur Diejenigen, die einen solchen oder ähnlichen Wink vom Lebenswächter, Schicksal oder… bekommen, Diejenigen sind, die es abgebissen haben. Ich glaube, unsere Aufgabe ist es, Wächter für die unter uns zu sein, bei denen es vielleicht auch kurz vor zwölf ist, und die vom Leben gelebt werden.

Wir haben während unserer schweren Zeit aus verschiedenen Gründen einige Menschen verloren, aber auch ganz viele dazu gewonnen. Von denen fühlten wir uns gehalten und getragen und sie waren uns eine große Hilfe.

Jennifer Perillo hat ihre Familie und darüber hinaus warm wishes von vielen aus der Foodblogger-Community. Sie hat sich als Unterstützung gewünscht, dass wir Peanutbutter-Kuchen backen, den Lieblingskuchen ihres Mannes. Ich habe noch nie einen gebacken, jetzt ist die Zeit dafür…

Da ich so gern Tartelettes mag, hab ich mich für sie entschieden. Die Crème – Füllung ist aus Erdnussbutter, Frischkäse und Schlagsahne.

Unter die Füllung habe ich eine bittersüße Schokolade gegeben. Das harmoniert mit der Peanutbutter-Füllung.

Meine Tartelettes sind mein Danke an meine große Liebe, meinen Mann und unsere besten Freunde. Ich schicke alle guten Gedanken und Wünsche an Jennifer und alle, die gerade eine dunkle Zeit haben und helle Gedanken besonders brauchen.

Während meiner schweren Zeit habe ich dieses Lied von Lang Lang und Schiller immer wieder gehört, es hat mir Kraft gegeben, Mut gemacht und mich hoffen lassen.

The only thing that counts, is LOVE!