Assiette des vendanges – Roquerones mit gerösteter Paprika, Tomaten, Ei und Zwiebeln

Rezept-collioure-roque-assiette-des-vendanges-confiture-de-vivre

Assiette des Vendanges heißt der Teller, den seine Großmutter gerade gebracht habe, sagt Florent. Wir stehen im kühlen Produktionsraum in der ersten Etage in der Rue du Grenache Nr. 5 in Collioure. Angenehm kühl, sodass ich beschließe, das Interview auszudehnen, um möglichst lange der heißen Julisonne mit 35 Grad im Schatten zu entkommen. Die Damen der Manufaktur zerlegen stoisch Anchovis um Anchovis und schlichten sie auf ein Blatt Papier, in einer Akuratess, die Ihresgleichen sucht. Weiterlesen

bunter Tomatensalat mit Brousse

rezept-alte-tomatensorten-salat-mit-brousseDas Wetter schwankt zwischen Sommer und Herbst – nun, so isser eben, der September, nicht wahr! Bevor wir uns alle wieder nach deftigem Schmorbraten, wärmenden Suppen und ganz viel Kuscheldecke sehnen, gibt es noch mal das gesamte Repertoire an Frische und Leichtigkeit. Bei uns hat es in den letzten Wochen unzählige Male, nahezu täglich, diesen bunten Tomatensalat mit Brousse gegeben. Weiterlesen

Merguez mit heiß-kaltem Tomatensalat – ein WM Rezept (Werbung)

wm-rezept-grillen-merguez

Als gebürtige Thüringerin wächst man quasi mit der Wurst im Mund auf. Also gleich nach Kloß mit Soße, was das erste ist, was Kinder hier an fester Nahrung zu sich nehmen…

Was einem oft als Thüringer Bratwurst verkauft werden will, ist gelinde gesagt, eine Zumutung. Nichts geht deshalb über einen Fleischermeister des Vertrauens. Einen solchen habe ich hier, nur kurz um die Ecke. Ich bin schon ein wenig traurig, wenn ich ihn bald nicht mehr so oft sehe. Deshalb braten wir noch mal, was der Rost – genau, hier heißt das so, nicht etwa Grill- hergibt! Schon vor zwei Jahren haben wir ein gemeinsames Projekt gestartet, bei dem ich mutig, morgens halb sechs, auf nüchternen Magen, gewurstet habe. Herr Petersohn, mein Partner in crime, ebenfalls mutig ob meiner Wünsche, hat mich tüchtig gelobt und nun gibt es seitdem Merguez. Und heute gibt es Merguez mit heiß-kaltem Tomatensalat – ein WM Rezept. Wie alles anfing mit mir und den Merguez in Herrn Petersohns Fleischerei, hier steht es. Wer Merguez nicht kennt, das sind scharfe Lammbratwürste, die ursprünglich aus Marokko, oder Tunesien oder Algerien kommen- so einig ist man sich da nicht, wie so oft. Was man weiß, Merguez ist berberisch und bedeutet so viel wie „Mann“ und so ist die Merguez eine Art Symbol für das beste Stück des Mannes. Weiterlesen

Nizza-Salat zum Ersten

Vor einigen Tagen hatte Confiture de Vivre den ersten Geburtstag – ein Jahr Blogging über Land und Leute, Essen und Trinken, Restaurantbesuche und viele andere Dinge der süßen Seite des Lebens. Wenn das nicht Grund zum Feiern ist!!!

Das Bloggen ist mir zur Passion geworden und beeinflusst mein Leben in vielerlei Hinsicht. Ja, ich möchte sagen, ich ziehe daraus Kraft, Energie und Kreativität für das Leben an sich.

Da man sich als Geburtstagskind immer etwas wünschen darf, wünsche ich mir noch mehr Austausch. Ich sehe viele Besucher hier bei Confiture und bin so neugierig, was sie zu sagen haben, möchte Erfahrungen teilen und Anregungen bekommen.

Nun, zum ersten Geburtstag hab ich mir und meinem Liebsten eine Kleinigkeit zubereitet, einen Snack, natürlich französisch inspiriert – auch meine Obsession fürs Gallische ist über das Jahr weiter gewachsen- einen Nizza – Salat oder viel schöner „La Salade Niçoise“.

Bild: Georgette Simon

 

Der Nizza-Salat ist auch so ein Urgestein aus dem Süden Frankreichs. Ob er tatsächlich zuerst in Nizza zubereitet wurde, daran scheiden sich die Geister. Auch über die Zutaten ist man sich nicht abschließend einig. Klar ist, dass der große Meister Auguste Escoffier 1903 in seinem Guide culinaire ein Rezept erwähnte. Es bestand unter anderem aus gekochten Kartoffeln, Tomaten, Sardellen, schwarzen Oliven, grünen Bohnen und Kapern.

So, und da fängt meine Beziehung zum Salade Niçoise an. Ich war in meiner Kindheit bestimmt kein Suppenkasper, in unserer Familie wurde streng darauf geachtet, dass gegessen wurde, was auf den Tisch kam. Bis auf Kartoffeln und Tomaten hätte man mich allerdings mit allen genannten Zutaten jagen können – und zwar weit!

Wie konnte aus der übergroßen Abneigung gegenüber aller Ingredienzen eine langanhaltende „Liebesbeziehung“ werden?

Die Geschichte ist schnell erzählt.

Den ersten und bisher allerbesten Nizza-Salat habe ich in einer kleinen, rumpligen Kaschemme in Agde gegessen. In Frankreich wird man nämlich gern überrascht. Wir lernten über die Jahre, dass ein heruntergekommenes Äußeres von Cafés, Landgasthöfen und Restaurants nicht für die Qualität der Küche steht und mit kulinarischen Offerten der besonderen Art gepunktet werden kann.

Im Gegensatz dazu erlebten wir auch schon, dass das beste Haus am Platz einem nach dem Verzehr seiner Speisen noch lange in (übler) Erinnerung bleibt.

Es gab also Nizza-Salat zum Geburtstag, mit allem Drum und Dran.

Knackige grüne Bohnen bildeten den Auftakt.

Dazu kamen schwarze Oliven, früher undenkbar, heute eine meiner heißgeliebten Zutaten.

Und zur Feier des Tages habe ich an Stelle der „normalen“ Hühnereier, Wachteleier genommen. Die sehen in ihrer Kleinheit einfach so bezaubernd aus und schmecken auch köstlich.

Alle anderen wichtigen „Salat-Ausmacher“ waren natürlich dabei: gekochte Kartoffeln, Anchovis, Thunfisch, Tomaten, Blattsalat, Paprika, grüne Gurke und Zwiebeln. Das Dressing habe ich einfach gehalten, mit Zitronensaft, Olivenöl, etwas Dijon-Senf, Salz und Pfeffer.

Ich freue mich auf das nächste Jahr mit und für Confiture de Vivre, Joyeux Anniversaire!