FKK Urlaub in Frankreich – CHM Montalivet am Atlantik

(enthält Werbung*** für den FKK Camping Platz CHM Montalivet)

FKK Urlaub in Frankreich zu machen, ist wohl eine der schönsten Möglichkeiten, in Verbindung mit der Natur zu sein. Der FKK Camping Platz CHM Montalivet, im Médoc, am Atlantik gelegen, ist quasi die Wiege des FKK und Naturismus in Frankreich. In 2020 feiert die Anlage 70 Jahre Naturismus und ihr Bestehen. Das Ehepaar Christiane und Albert Lecocq fand 1949 seinen Weg hierher und in 1950 gründeten sie CHM.

Wir hatten die Möglichkeit, dort einige Tage zu verbringen und schildern unsere Eindrücke und Erleben auf dem Platz, der nur 200 m vom wilden Atlantik entfernt liegt. 

besondere Situation – Reisen während der Corona-Pandemie

Gerade unter dem Eindruck der Pandemie Situation durch das neuartige Corona-Virus, fragen sich viele, wie sicher das Reisen sein kann, wie gut Hygienregeln und Sicherheit in der Realität umgesetzt werden, sowohl von den Destinationen als auch von den Reisenden und ob Urlaub unter diesen Umständen überhaupt Spaß machen kann und Erholung bietet. Auch dazu schildern wir hier unser Erleben.

CHM Montalivet – Centre Hélio Marin Naturiste – Willkommen, Begrüßung, Basisinformationen 

Die Anlage mit 3000 Plätzen liegt 85 km von Bordeaux entfernt, in 200 ha Pinienwald. Bei der Anreise ist zu beachten, dass in der Ausschilderung Centre Hélio Marin Naturiste steht, nicht die Abkürzung CHM. Der Empfang ist ausgezeichnet mit Mitarbeitenden besetzt, die Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch und Niederländisch sprechen. Für die Zeit des Aufenthalts bekommt man „le Pass“, einen Ausweis, den es auch für Hunde gibt, und den man auf Nachfrage vorzeigen muss.

Unterkünfte

Die Auswahl an Plätzen ist riesig, wählen kann man zwischen klassischen Stellplätzen für Zelte, Wohnwagen und Camper. Oder man entscheidet sich für ein komplett ausgestattetes Mobilhome, eine Ecolodge (Zelt mit Mini-Küche, zwei Schlafkabinen und Terrasse) oder für ein Bungalow.

Atmosphäre

Die Atmosphäre ist absolut familiär, sehr respektvoll, zugewandt, freundlich und mit Abstand der Platz, der am intensivsten mit FKK in seiner ursprünglichsten Form verbunden ist und auf dem FKK gelebt wird. Positiv überrascht hat uns die Vielzahl an Kindern und Jugendlichen, die mit einer Selbstverständlichkeit FKK leben, was erfreulich ist für die Zukunft des Naturismus und ein Zeichen für ein durch und durch natürliches Umgehen mit Nacktheit. Besonders wird auf die Sicherheit der Kinder geachtet und man achtet auf wohlwollende Art auf die Nächsten.

Anreise/Abreise

Anreise ist für Häuser zwischen 17:00 – 19:00 Uhr, für Campingstellplätze ab 12.00 Uhr möglich, Abreise ist bis 9:00 Uhr für Häuser, für Campingstellplätze bis 12:00 Uhr. 

Bettwäsche, Handtücher und Kinderstühle können ausgeliehen werden, WLAN ist in Tagespässen buchbar und an der Rezeption erhältlich. Die Endreinigung ist für Häuser möglich und kostet ca. 80€.

Gäste

Vierzig Prozent der Gäste kommen aus Deutschland, insgesamt zieht es viele Urlaubende jedes Jahr wieder auf CHM, 65% sind Stammgäste. 

Gegebenheiten vor Ort – Anlage, Einkauf, Restaurants 

Die Anlage ist so großzügig, dass es gut ist, ein Fahrrad dabei zu haben. Das Auto kann am Stellplatz geparkt werden. Ein zentraler Punkt ist das Centre Commercial, was uns in seiner Fülle an Angeboten überrascht hat. Wer nicht mag, muss sich im Urlaub nicht vom Platz bewegen, weil es hier alles gibt. 

Friseur, Fahrradausleihe und Reparatur, Poststelle, Wäscherei, Bücherei, Tante-Emma-Laden mit allem von Wäscheleine, Camping-Gas bis hin zu Schrauben, Mülltüten und Duftkerzen und Surfbedarf befinden sich ebenfalls im Centre Commercial.

Einkauf

Zwei Supermärkte, ein Bio-Markt, Feinkostgeschäft mit sehr umfangreicher Auswahl lokaler Produkte wie Wein, Wurst und Käse (Wein kann man sich auch abfüllen lassen), Bäckerei, Fleischerei, Fischhändler sorgen für eine umfassendes Angebot. Tagsüber hat man dazu die Auswahl in der Creperie, Sandwicherie und im Eisladen, Snacks und Co. zu erstehen.

Restaurants

Am zentralen Punkt, dem Centre Commercial, gibt es eine Pizzeria, Tapas-Bar (sehr schön, um abends einen kleinen Apéritif zu nehmen und sehr freundliches Personal), das Bistro Gourmand (das für einen Campingplatz eine frische, unkomplizierte Karte mit Speisen in sehr guter Qualität bietet) und ein Fisch-Restaurant. Am Strand, neben dem Aqualand, gibt es ein weiteres Restaurant, eine Snack-Bar am Pool und direkt am Strand eine Saft-Bar, die man am besten zum Sonnenuntergang besucht. 

Angebote vor Ort – Strand, Pools und Aqua-Park, Spa, Animation, Spielplätze, Open-Air-Kino, Ausflüge 
Strand

Für CHM gibt es zwei FKK Strände, Plage 1 ist durch Rettungsschwimmer sehr gut bewacht. Dort befindet sich auch die Surfschule. Der Strandabschnitt Plage 2 ist ein bisschen wilder und auch der Spaziergang dorthin ist bereits ein romantisches Erlebnis. Hunde sind an beiden Strandabschnitten nicht erlaubt. Die Zugehörigkeit zum CHM wird am Strandzugang kontrolliert.

Die Bedingungen zum Baden werden aktuell angezeigt und man sollte sich tunlichst an die Empfehlungen halten und auch nur dort ins Wasser gehen, wo es gestattet ist. Alle Strömungen, die Zeiten der Tide und Wassertemperatur kann man an der Cabane der Rettungsschwimmer einsehen.

Pools und Aqua-Park

CHM bietet einen Außenpool am Aqua-Park mit Rutschen vor dem Zugang zum Strand, überdachter, einen sehr großen Pool im Herzen der Anlage, sowie einen kleineren Pool. Sehr gut für Familien mit kleinen Kindern geeignet, wenn das Baden im Atlantik noch zu schwierig ist.

Der Spa-Bereich Les Thermes und Fitness-Studio

Der Spa-Bereich besteht aus Sauna, Hammam, einem Becken für Hydrotherapie, Entspannungsraum und Solarium. Es werden eine Vielzahl an Massagen (Ayurveda, Reiki, craniosakral, Thai, Reflexzonen) angeboten, dazu gibt es außerdem Akupunktur, Osteopathie,  und Pediküre. Im Juli und August steht außerdem ein Allgemeinmediziner zur Verfügung. 

Wir konnten eine Duo-Massage erleben und sind wunderbar verwöhnt worden. Auch unter der Situation mit strengen Hygieneauflagen war es uns bestens möglich, uns sicher entspannen zu können.

Im Bereich des Spa befindet sich ein sehr gut ausgestattetes Fitnessstudio.

Für Ruhe und Entspannung sorgt auch der Zugang erst ab 16 Jahren. 

Spielplätze und Open-Air Kino

Die Angebote für Kinder und Jugendliche sind enorm vielfältig. Mit den Club Enfants, MiniClub (3-5 Jahre), Club Ecureuils (6-10 Jahre) und Club Ados (11-17 Jahre) können Kinder und Jugendliche aus unzähligen Angeboten wählen. Dafür gibt es einen kompletten Übersichtsplan an der Rezeption. In kleinen Chalets (Hütten) in der Nähe des großen Abenteuerspielplatzes werden Handwerkskurse angeboten. Ein großes Piratenschiff lädt zum Klettern ein.

Der Platz ist so großräumig, dass auch in der aktuellen Corona-Situation Abstände gut eingehalten werden können. Die AnimateurInnen sorgen für die Einhaltung der Größen in den Gruppen der Kinder.

Weitere Angebote sind Theater-und Chorgruppen, Surf-und Schwimmkurse, Mini-Golf, Volleyball, Basketball, Fußball, Pétanque. 

Die FKK Verbände des CHM organisieren über die gesamte Saison kreative, sportliche und künstlerische Angebote für alle. 

Ein Open-Air-Kino zeigt im Sommer die neusten Filme. Aktuell in diesem Jahr ist das so leider noch nicht möglich. 

Tipps für Ausflüge
  • auf mehr als 400 km Radwanderwegen die Gegend erschließen 
  • Austern des Médoc, z.B. in Saint-Vivien-de-Médoc in einer kleinen Guingette genießen 

  • zum täglichen Markt in Montalivet mit dem Rad fahren, durch die Porte Pinède des CHM, dann ist man in 10 min in Montalivet, dann im Café The Gallery einkehren 

  • Weingüter des Médoc, nahezu alle Châteaus bieten Degustationen an

  • Les Noisettines du Médoc entdecken – nach einem Familienrezept werden Haselnüsse zu einer Köstlichkeit verarbeitet, Führungen und natürlich verkosten ist sehr empfohlen

Alle Tourismus-Büros der Region Médoc-Atlantique halten eine Vielzahl an Broschüren und Tipps in Deutsch bereit. 

Besonderheiten der Anlage – Museum, 70 Jahre FKK in Frankreich,
La Vie au Soleil, Trilaba-Recycling Hof
 
Museum zu Ehren von Christiane & Albert Lecocq

Das Gründerpaar des CHM und Pioniere für FKK in Frankreich Christiane & Albert Lecocq haben einen wesentlichen Beitrag geleistet, dass CHM sich über 70 Jahre so intensiv entwickeln und entfalten konnte. Die ursprüngliche Idee des Naturismus, die Gesundheit zu befördern hat sich über die Jahre zu einem Naturismus für die Freizeit verändert. Auf CHM spürt man trotzdem noch das Erbe. Auf eine schöne Weise. Der Bungalow, den das Paar bewohnte, wurde aufwendig restauriert und ein kleines Museum eingerichtet, das einen ein Stück in die Zeit der Anfänge zurückbringt. Ein Verband, der GENAT,  kümmert sich um die Pflege der Geschichte, veranstaltet Zusammenkünfte und unterstützt mit künstlerischen Aktivitäten. 

In diesem Jahr gibt es eine Vielzahl an Aktivitäten zum 70jährigen Jubiläum des FKK in Frankreich und natürlich 70 Jahre CHM Montalivet. Unter Einhaltung der Hygiene-und Sicherheitsbestimmung werden Feierlichkeiten am 23. Juli und am 14. August auf CHM stattfinden. 

La Vie au Soleil

Das Magazin La Vie au Soleil wurde 1949 von Albert Lecocq gegründet und nach seinem Tod 1969 von seiner Frau Christiane weitergeführt. Nach einigen Namensänderungen erscheint es seit 2011 wieder unter dem Originalnamen. Die Ausgaben sind dem FKK in Frankreich generell gewidmet, enthalten Tipps für Reisen aber im Besonderen sehr lesenswerte Informationen rund um ein natürliches, verantwortungsvolles Leben, im Einklang mit dem eigenen Körper und der Natur. Karel Oliviero zeichnet als Chefredakteurin verantwortlich für ein hochwertiges Heft, das sich lohnt zu entdecken. 

Trilaba-Recycling Hof

Der Umgang mit Recycling und umweltschonendem Verhalten ist aus unserer Sicht mehr als vorbildlich. CHM hat die Auszeichnung „Clef Verte“ für umweltverträgliches Verhalten, aber geht über die Standards deutlich hinaus. Grünschnitt und Ähnliches wird an bestimmten Plätzen gesammelt und so können Gehölz, Pinien-Zapfen und  Schnittgut gesammelt werden und werden dann vom Personal zum Eingen Recycling-Hof Trilaba gebracht. Ähnlich ist es für alle anderen Müllarten geregelt. Müll wird im Winter komplett recycelt, darüber hinaus gibt es aber auch die Möglichkeit, gebrauchte Güter für andere abzugeben. 

Umweltschutz an sich

Es versteht sich für alle Gäste von selbst, dass ressourcenschonend mit allem umgegangen wird. Wasser und Strom werden sorgsam genutzt, Fahrverkehr mit dem Auto wird auf ein Minimum und in geringer Geschwindigkeit auf dem gesamten Platz angestrebt. 

Regeln der Anlage 

Während des Aufenthalts ist „le Pass“ zu tragen und vorzuzeigen, sodass sicher gestellt werden kann, dass sich ausschließlich CHM Gäste auf CHM befinden. Bekommt man Besuch, ist der an der Rezeption anzumelden. Parken des Fahrzeugs ist am Stellplatz möglich, die Zufahrt ist ausgeschlossen zwischen 00:30 – 06:00 Uhr, Fahrzeuge können dann auf dem zentralen Parkplatz geparkt werden. 

Es wird auf eine Nachtruhe und eine gute Nachbarschaft geachtet. Von 23:00 – 07:00 Uhr ist quasi Nachtruhe. Wir haben erlebt, dass man sehr respektvoll miteinander umgeht und haben herrlich ruhig und ungestört geschlafen. 

Hunde sind an der Leine zu führen und sind am Strand nicht gestattet. Auch dürfen sie nicht allein in der Unterkunft gelassen werden. 

Gasgrills sind zugelassen, jedoch keine offenen Feuer und Holzkohlegrills, mit Ausnahme der Nutzung des gemauerten Grillplatzes im Centre Commercial. 

Regeln während der Corona-Pandemie 

Uns ist äußerst positiv die konsequente Umsetzung strenger Hygienevorschriften aufgefallen. Einige Duschanlagen und Toiletten wurden gesperrt, da diese nicht den Anforderungen von Abstand und der Möglichkeit der Durchlüftung erfüllen. Alle Bereiche, die genutzt werden, erfahren mehrfach am Tag eine komplette Reinigung. Ein großer Vorteil sind die großzügigen  Toiletten, Wasch-und Duschanlagen draußen, die sowohl Abstand zulassen als auch, da draußen gelegen, immer frisch belüftet sind.

In den Restaurants stehen die Tische auf Abstand, das Personal trägt Mund-Nasen-Schutz, in allen Geschäften steht am Eingang Desinfektionsmittel, auch hier trägt das Personal Masken und achtet auf einen Maximalanzahl an Kunden. Die Animateurinnen und Animateure für die Kinder tragen ebenfalls Masken, die Anzahl der Kinder ist für die verschiedenen Angebote begrenzt auf maximal 10. 

Im Spa-Bereich während der Anwendungen und Massagen tragen die Therapeutinnen Masken, hat man als Gast keine dabei, werden welche vorgehalten. Hammam und Sauna haben bis auf weiteres nicht geöffnet, da dort die Hygienevorschriften nicht umsetzbar sind. 

Wir haben uns zu jeder Zeit sicher gefühlt und hatten den Eindruck, dass es eine konsequente Umsetzung und Beachtung gibt. 

Regeln zum Naturismus 

FKK ist an allen Stellen obligatorisch, es sei denn, das Wetter macht es erforderlich, sich etwas anzuziehen. Auch in Restaurants und Geschäften ist FKK vorgesehen. Das macht es aus unserer Sicht extrem einfach, da Spekulationen, was wo gestattet ist, einfach entfällt. Es ist nicht erlaubt, Fotos von anderen Menschen oder Menschengruppen zu machen. 

Wir haben erlebt, dass auf CHM FKK in seiner natürlichsten und ursprünglichsten Form gelebt werden darf, wobei es darum geht, die Natur zu genießen, mit sich, anderen und der Umwelt wohlwollend und aufmerksam umzugehen und so auch zum Fortbestehen eines gesunden FKK beizutragen.

für wen geeignet 

Ein hervorragend gepflegter, moderner und weltoffener Platz ist CHM, um FKK Urlaub in Frankreich zu machen. Wer echten Naturismus, ohne Einschränkungen, am wilden Atlantik in einem wunderschönen Pinienwald erleben möchte, und für den Natur und Natürlichkeit hohe Werte sind, ist hier total richtig. Familien mit Kindern können aus einer Reichhaltigkeit an Angeboten wählen und können erwarten, dass auch die Sicherheit der Kinder eine vorgeordnete Rolle spielt.

Die Größe des Platzes mit seinen unterschiedlichen Unterkunftsmöglichkeiten bietet für jeden Geschmack etwas und ist für uns ein Highlight gewesen. Gleiches gilt für die Menge an unterschiedlichen Versorgungsmöglichkeiten und die sehr schönen Strandbereiche. 

unser Fazit

Es ist sicher nicht unser letzter Besuch auf CHM Montalivet gewesen. Natur pur kann nicht besser gehen! Wir kommen wieder!

 

Kontakt

CHM Montalivet (Centre Hélio-Marin)

46 avenue de l’Europe 33930 Vendays-Montalivet 

E-mail : infos@tohapi-naturiste.fr

Reservierungen und Anmietungen :

Telefon: (+33) 05 33 092 092 
E-mail : reservations@tohapi-naturiste.fr

 

© alle Fotos Sandy und Steffen Neumann 

*** Diese Pressereise wurde von den Regionen Nouvelle Aquitaine und Médoc-Atlantique organisiert. Die Kosten für unsere Übernachtung auf CHM Montalivet wurden übernommen. Unsere Meinung ist unsere ganz eigene. Uns leitet ein offener und ehrlicher, positiver und förderlicher Umgang mit allen, denen wir begegnen.

Leben in Südfrankreich

Es wird bereits Sommer in den Hautes Corbières Temperaturen von bis zu 30 Grad sind keine Seltenheit. Das Leben im déconfinement nimmt seinen Lauf. Die Menschen sind, zumindest in unserem Dorf, aufmerksam und vorsichtig. 

Unser Leben in Südfrankreich ist organisiert und die Arbeit gibt den Takt vor. Die letzten fast drei Monate sind quasi verflogen. Vieles ist komplett neu und braucht Gewöhnung und positives „Einschleifen“. Beruhigend erleben wir immer wieder die Nähe zur Natur und die Selbstverständlichkeit der Menschen in unserem Umfeld, die da viel unmittelbarer dran sind. Und so haben wir die Möglichkeit, über kurze Weg sehr gute Produkte zu bekommen und sogar mittendrin zu sein und teilzuhaben am Leben und der Arbeit der Produzentinnen und Produzenten.

Im kurzen Bewegtbild zeigen wir den Weg von Fanny Wlodaz, die ihre Les Agneaux du Mont Tauch in der Garrigue rund um unser Dorf weiden lässt und für hervorragendes Fleisch sorgt. 

In den letzen zwei Tagen haben wir sie begleitet, um die Herde vom kleinen Berg Puy de Lagardie in die Bergerie zu bringen. Dort bekamen sie ihren „Sommer-Haarschnitt“ 😉 

Viel Spaß beim Anschauen!

Tarte rustique à la tomate zum #trostkochen für Frankreich

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Ich wiederhole mich, in diesem Fall gern. Essen kochen, genießen, teilen kann Trost spenden. Selten war der Austausch in der Netzwelt über das Nährende umfangreicher, intensiver, direkter und wohlwollender. In der Gruppe „Französische Küche und Lebensart“ auf Facebook begrüße ich nahezu täglich um die 50 neue Mitglieder. Allen gemein ist das Bedürfnis nach Austausch zu schönen Reiseerinnerungen, Vorfreude, das Teilen von Gedanken und Gefühlen, um Trost zu spenden, getröstet zu werden und sich auf eine nicht physische Art ein bisschen nah zu sein. 

#trostkochen für Frankreich

Und so ist auch der Aufruf zum #trostkochen meiner Bloggerinnen-Kollegin Peggy Schatz eine von Herzen kommende und zu Herzen gehende Aktion im oft gar nicht so oberflächlichen Internet. Peggy versammelt Bloggerinnen und Blogger mit ihren Rezepten aus Ländern, die besonders stark von Covid-19 betroffen sind. Die Sammlung ist umfangreich, liebevoll kuratiert und unser, hoffentlich tröstlicher, Beitrag für alle, die Unterstützung, helle Gedanken und vielleicht ein schmackhaftes Essen dazu gerade gut brauchen können.

„Plus de 70 blogueurs gastronomiques germanophones se sont associés et ont créé une collection de recettes pour exprimer et partager leur solidarité. Nous avons réuni des recettes des pays qui ont été particulièrement touchés par le virus Covid-19.

Toutes nos pensées vont à ceux qui ont perdu des proches et des amis à cause du virus. Nous souhaitons à tous ceux qui en ont besoin beaucoup de force et de soutien. Nous voulons montrer à ceux qui ont peur et se sentent seuls qu’ils ne sont pas seuls.

Les recettes sont en partie authentiques, en partie adaptées. Nos condoléances sont sincères et viennent du cœur. Les recettes ne peuvent pas soulager le chagrin ou le besoin. Mais nous espérons vivement que cela pourra vous donner du courage.

Prenez soin de vous et vos proches!

Bon appétit!“

In der aktuellen Runde #trostkochen (bereits Italien und die Schweiz wurden bekocht) denken wir besonders an Frankreich und haben traditionelle und neue Rezepte beigetragen. Die gesamte, opulente Sammlung ist wie eine riesige Tafelrunde, zu der Gänge über Gänge an Köstlichkeiten serviert werden und in meiner Vorstellung ein genießerisches Murmeln mit vielen Mmmmhs und Ahhhs durch den Raum wabert. 

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Tarte rustique à la tomate

Wenn es bei uns richtig Soulfood geben soll, dann dürfen Anchovis, Tomaten, Kapern, schwarze Oliven und Knoblauch nicht fehlen. Die Tarte rustique à la tomate ist in wenigen Handgriffen vorbereitet, schmeckt heiß, lauwarm oder kalt. Für ein zünftiges Picknick ist sie geeignet genauso wie zu einem Apéritif dînatoire. 

Im Moment gibt es schon die ersten Cœur de Bœuf Tomaten. Und ja, den fehlt natürlich noch ein bisschen Sonnenwärme für die Süße. Aber wenn sie gebacken sind, ist der Geschmack schon ganz gut. Er macht Vorfreude auf Sommer und erhellt die Gedanken bei trüber Stimmung. 

déconfinement in Frankreich 

In der kommenden Woche, ab 11. Mai, wird begonnen die Ausgangssperre nach und nach zu lockern. Geschäfte werden dann wieder geöffnet sein, Restaurants und Cafés allerdings noch nicht. Viele unserer Gastronomen-Freunde leider wirklich sehr darunter und für einige bleibt weiterhin unklar, ob es für sie wirklich weitergehen kann. Sehr schade wäre es, wenn für die vielen, die mit Herz und Bauch dabei sind, diese Krise ein Ende für ihre Existenz bedeutet. Ein Land, dessen kulinarischer Reichtum mit Fug und Recht zum immateriellen Weltkulturerbe gehört, wird wahrscheinlich um ein Stück ärmer. Ich drücke weiterhin die Daumen und freue mich riesig, wenn wir hoffentlich bald dafür sorgen können, dass Restaurants weiterleben dürfen. 

Nous espérons tous des temps meilleurs. Ensemble, nous pouvons le faire.

Bon appétit!

Rezept für Tarte rustique à la tomate

für den Teig (24 cm Durchmesser):

125 g Butter

250 g Mehl

1 Ei (M)

Salz

150 g Erbsen zum Blindbacken

Zubereitung:

Butter, 1 Prise Salz, Ei und Mehl in eine Schüssel geben und gut verkneten. Den Teig mit bemehlten Händen zu einer Kugel formen und in Folie gewickelt mindestens 2 Std. kalt stellen.

für die Füllung:

1 große Tomate (z.B. Cœur de bœuf)

2 Eier

5 Anchovis-Filets

1 EL Kapern

1 Handvoll schwarze Oliven, entsteint

3 EL Tomatenmark 

100 g pürierte Tomaten 

1 kleine Zwiebel, geschält, halbiert, in feine Streifen geschnitten

1 Zehe Knoblauch, geschält, fein gehackt

100 g Crème fraîche

Olivenöl

Salz und Pfeffer

100 g geriebener Hartkäse (z.B. Gruyere)

Zubereitung:

In einer Pfanne Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl anbraten. Tomatenmark und pürierte Tomaten dazugeben und 10 min bei mittlerer Hitze einköcheln lassen. Die Anchovis-Filets und Oliven hacken, dazugeben, ebenso die Kapern. Crème fraîche und Käse unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Beiseite stellen. 

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Den Teig für die Tarte ausrollen und in eine Form drücken. Mit einer Gabel einstechen. Die Erben drauf geben und für 15 min blindbacken. Aus de Ofen nehmen und kurz beiseite stellen. 

Nun die Eier in die Tomatenfüllung geben und gut verrühren. Die Füllung in die Form auf den Teig geben und gleichmäßig verteilen. Die Tomate waschen und in Scheiben schneiden. Auf die Füllung legen. Für 45 min backen. Dann aus dem Ofen nehmen und entweder sofort oder lauwarm servieren. 

Wenn etwas übrig bleibt, schmeckt am nächsten Tag auch kalt. 

 

 

Entremet mit Erdbeeren – Kuchen ganz ohne backen

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Entremets – etwas für Dazwischen, zwischen den Gängen. Das war früher so beim großen Tafeln. Da gab es zwischen den Gängen süße und herzhafte Speisen, durchaus auch törtchen-ähnliches. Heute sind Entremets eher als Dessert bekannt. Das Entremet mit Erdbeeren war mein eigens produzierter Geburtstagskuchen, den ich nur mit dem Gatten und mir selbst teilen konnte, konnte ja niemand kommen, zumindest nicht an meinen Tisch.

So ein bisschen dazwischen fühlt sich Leben ja auch gerade an. Nicht mehr richtig wie das alte Leben und vielleicht auch noch nicht ganz im neuen angekommen. Persönlich geht es mir prima, ich vermisse an sich nichts, meine Tage sind gefüllt mit bereichernder Arbeit im Krisen-Coaching für Mitarbeitende in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen in Deutschland, natürlich über télétravail, wie man in Frankreich sagt, home office sagt hier niemand. 

Leben während der Ausgangssperre in Südfrankreich

Die Ausgangssperre hat sich verlängert bis zunächst 11. Mai, on verra… Auch hier also ein weiteres Dazwischen. Zumindest in unserem Dorf führt die Gewöhnung an die Situation nicht dazu, dass man nachlässig wird. Der Gang zum Markt zeigt, alle desinfizieren sich die Hände, Geld für die kleinen Ziegenkäse wird abgezählt in eine Box geschmissen, das Obst und Gemüse wird nicht angefasst, sondern vom Marktverkäufer in den mitgebrachten Korb gepackt. In der Regel wird beim Preis auf was Gerades nach unten gerundet, sodass auch hier nicht mit viel Geld hantiert wird. Oder man schreibt eben einen Scheck aus – also ich nicht, das habe ich bei der Eröffnung des französischen Bankkontos einfach mal abgelehnt. Interessantes zeigt sich – entgegen meiner Annahme, ich wäre in meiner deutschen Überpünktlichkeit gegen 9:55 Uhr bei Öffnung 10:00 Uhr der einzige Mensch auf dem Platz an der Mairie, zeigte sich ein anderes Bild. Die letzten beiden Male standen bereits 5!!! Damen vor mir. Natürlich getrennt von den geklebten Markierungen und aus der Nähe beobachtet von adretten, attraktiven Gendarmen.

Man muss schon ein bisschen anstehen, aber das wird genutzt, um sich zu unterhalten, auch auf die Entfernung geht das. Man richtet sich ein, ich auch…und vergleiche mein Ich mit dem, das sonst so in der Großstadt unterwegs ist. Der Gatte sagt, ich hätte ein weiches Gesicht, grad gar keine Falten, glatt wie die Oberfläche von meinem Entremet mit Erdbeeren, bevor die Erdbeeren draufgelegt wurden 😉 Brigitte, die Frau von Patrick, unserem Fleischer, trägt jetzt einen Visor, der mich irgendwie ein bisschen an eine Mischung aus Jordi la Forge aus Star Trek und den Stormtroopern aus Star Wars erinnert, Brigitte aber nicht abträglich ist und außerdem nun mal ein super Schutz ist! Punkt! Über den Dorffunk gibt es gelegentlich wieder Durchsagen, letzte Woche wurde zum Nähen von Masken aufgerufen. 

Kuchen ganz ohne backen 

Es liegt mir nicht so sonderlich, mich ganz genau an Angaben zu halten. Deshalb werde ich wohl auch kein passables Brot backen können, schon wegen der peniblen Abmessungen von Zutaten. Früher konnte ich auch nicht auf der Linie ausschneiden und beim Ausmalen verstand ich auch nicht, weshalb man nicht „drüber malen“ darf. Das Backen von Macarons war eine selbstauferlegte Kasteiung, die ich immer nur für den guten Zweck auf mich genommen habe. 

Somit ist Kuchen ganz ohne Backen und mit der Möglichkeit, eher so pi mal Daumen vorzugehen, total mein Ding. Keine Sorge, die Rezeptangaben sind exakt und korrekt berechnet, ich hatte aber mehr Masse, die dann einfach in Gläschen abgefüllt und als Dessert den Nachbarn eine Freude machte. 

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Erdbeeren in Südfrankreich

Die Erdbeeren, die ich auf dem Markt bekomme, sind aus der Gegend und auch schon Freiland. Das ist im Süden nicht ungewöhnlich. Garriguette und Mara de Bois sind frühzeitig zu bekommen und sind echte Frühlingsboten. In der Ebene um Perpignan gedeiht Obst und Gemüse unter guten Bedingungen. Auch im Winter gibt es viele Sonnenstunden und zeitig im Frühjahr können es auch schon über 20 Grad sein. 

Rezept für Entremet mit Erdbeeren

Das Rezept erfordert kein großes Können, nur ein bisschen Geduld, da es einige Schritte hat. Lohnend ist es allemal und in der Zeit dazwischen, während des Wartens, kann man Kontakt zu seinen Lieben aufnehmen. 

Bon appétit!

für eine Springform von 20 cm

Vorbereitungszeit: 1 h, plus ca. 5 h zum Festwerden im Kühlschrank

Zutaten

für den Boden:

150 g Kekse 

125 g Butter 

für die Füllung:

150 g Fromage blanc, alternativ Quark

150 g Crème fraîche 

150 ml Crème Fleurette, alternativ süße Sahne 

4 Blätter Gelatine 

für die Erdbeer-Glasur:

100 g Erdbeeren 

40 ml Verveine-Sirup, alternativ ein anderer Sirup oder 50 g Zucker 

Saft einer halben Zitrone 

2 Blätter Gelatine 

außerdem:

150 g weiße Schokolade

100 g frische Erdbeeren 

8 große Minze-Blättchen 

1 Eiweiß

3 EL weißer Zucker 

Zubereitung 

  1. Die Butter in einem Topf schmelzen lassen. Die Kekse in der Küchenmaschine fein zerbröseln, dann die Butter dazu geben und zu einer Masse verrühren. Keksmasse in die Springform füllen und gleichmäßig andrücken. 
  2. Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Fromage blanc und Crème fraîche in einer Schüssel verrühren. Crème Fleurette im Topf erhitzen, Gelatine ausdrücken, dann dazugeben, einrühren, kurz aufkochen lassen und vom Herd nehmen. Langsam in die Schüssel geben und verrühren. Die Masse in die Springform füllen und abkühlen lassen. Dann im Kühlschrank ca. 2-3 h fest werden lassen.
  3. Für die Minzblättchen das Eiweiß steif schlagen. Jedes Blättchen mit Eiweiß bestreichen und in Zucker wälzen. Backblech mit Papier auslegen und die Blättchen bei 50 Grad für 30 min im Ofen trocknen.
  4. 2 Blätter Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Für die Erdbeeren-Glasur die Erdbeeren waschen, Blüte entfernen und in Stücke schneiden. Mit dem Sirup und Zitronensaft aufkochen, dann pürieren und bei geringer Hitze köcheln lassen. Die ausgedrückte Gelatine dazu geben und kurz aufkochen lassen.
  5. Die Glasur auf die Masse in der Springform geben und gleichmäßig verstreichen. Im Kühlschrank fest werden lassen.
  6. Die weiße Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen. Wenn Crème-Masse und Erdbeer-Glasur komplett fest geworden sind, die Schokolade auf der Oberfläche verteilen. Fest werden lassen.
  7. Die restlichen frischen Erdbeeren waschen, abtrocknen, einige halbieren. Auf dem Entremet anrichten und mit einigen Minze-Blättchen dekorieren. 

Eier natürlich färben – mit Rotwein, Calendula und mehr

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Seit 21 Tagen ist unser physischer Bewegungsradius eingeschränkt. Wir haben uns daran gewöhnt, eine neue Alltäglichkeit aufgebaut, leben eine neue Form von Normalität und fühlen uns sehr privilegiert. 

Leben während der Confinement in Südfrankreich

Ab heute hat der Wochenmarkt in unserem Dorf wieder geöffnet, mit Sicherheitsvorkehrungen, die man sich so hätte nicht im Traum ausgemalt, aber es geht, wie so vieles dieser Tage. Die Französische Regierung hat nun eine elektronische Variante der Attestation de déplacement dérogatoire zur Verfügung gestellt und das ständige Ausdrucken von Papier zum Ausfüllen entfällt. 

Nach einer Woche mit 12 h -Tagen online am Schreibtisch und viereckigen Augen abends, habe ich das Wochenende dazu genutzt, Ostereier zu färben und mich gedanklich auf ein paar Tage ohne viel Arbeit einzustellen. 

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Heil-und Wildkräuter für Küche und Kosmetik 

Unsere Rundgänge durch die Garrigue sind das pralle Eintauchen in den Frühling. Es blüht allerorts. Für die Ostereier und eine neue Seifenproduktion wanderten neben Rosmarin und Thymian auch Calendula und Kamille in den Korb. 

Ostereier natürlich färben – was funktioniert hat

Zum Färben von Ostereiern hatten sich für mich bisher Zwiebelschalen und Rote Bete bewährt. Nun habe ich Rosmarin-Nadeln und-wurzeln, Calendula-Blüten, Kurkuma und Rotwein probiert.

Ich nehme es gleich vorweg – der Rotwein war der Gewinner und brachte das für mich schönste Färbe-Ergebnis – wer hätt’s gedacht 😉 

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Auch Calendula und Kurkuma haben sich sehr hübsch entwickelt. Kurkuma gibt, je nach Dosierung, eine Färbung zwischen gelb und dunkel-orange, Calendula ein helles Gelb. Leider haben die Rosmarin-Nadeln trotz dem Einweichen über Nacht nicht funktioniert. Sie geben wohl nicht genügend Farbstoff ab. Rosmarin-Wurzeln geben einen rosafarbenen Sud, der weiße Eier leicht färbt. 

Überhaupt und wohl auch logisch nachvollziehbar – weiße Eier scheinen die Farbe intensiver anzunehmen. Die hier genutzten waren alle braun, sodass alle Farben dunkler und erdiger wirken. 

Für den Sud habe ich 40-60 g Kurkuma bzw. ca. 100 g Calendula genommen auf 1 l Wasser, dazu 1 EL Essig. Über Nacht stehen lassen, dann aufkochen und die Eier darin für 15 min kochen. Im Anschluss abschrecken, abtrocknen und mit Olivenöl einreiben. 

Die Eier mit Rotwein zu färben war das Einfachste. 1 l Rotwein zum Kochen bringen, 1 EL Essig dazu und die Eier ebenfalls für 15 min kochen. Im Anschluss abschrecken, abtrocknen und mit Olivenöl einreiben. 

Löwenzahn werde ich in den kommenden Tagen für Aufgüsse trocknen, Calendula kommt in die Seifen und Heilbalsam. 

Bonne semaine!