Merguez mit heiß-kaltem Tomatensalat – ein WM Rezept (Werbung)

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Als gebürtige Thüringerin wächst man quasi mit der Wurst im Mund auf. Also gleich nach Kloß mit Soße, was das erste ist, was Kinder hier an fester Nahrung zu sich nehmen…

Was einem oft als Thüringer Bratwurst verkauft werden will, ist gelinde gesagt, eine Zumutung. Nichts geht deshalb über einen Fleischermeister des Vertrauens. Einen solchen habe ich hier, nur kurz um die Ecke. Ich bin schon ein wenig traurig, wenn ich ihn bald nicht mehr so oft sehe. Deshalb braten wir noch mal, was der Rost – genau, hier heißt das so, nicht etwa Grill- hergibt! Schon vor zwei Jahren haben wir ein gemeinsames Projekt gestartet, bei dem ich mutig, morgens halb sechs, auf nüchternen Magen, gewurstet habe. Herr Petersohn, mein Partner in crime, ebenfalls mutig ob meiner Wünsche, hat mich tüchtig gelobt und nun gibt es seitdem Merguez. Und heute gibt es Merguez mit heiß-kaltem Tomatensalat – ein WM Rezept. Wie alles anfing mit mir und den Merguez in Herrn Petersohns Fleischerei, hier steht es. Wer Merguez nicht kennt, das sind scharfe Lammbratwürste, die ursprünglich aus Marokko, oder Tunesien oder Algerien kommen- so einig ist man sich da nicht, wie so oft. Was man weiß, Merguez ist berberisch und bedeutet so viel wie „Mann“ und so ist die Merguez eine Art Symbol für das beste Stück des Mannes. Weiterlesen

Fleisch und (k)ein Klavier…

Danke, danke – ich bin wieder angeschlossen! Nach leidvollen 10 Tagen habe ich wieder Zugriff auf mein Blog-Dashboard. Mein Kopf platzt geradezu vor vielen Gedanken und Geschichten rund ums Kulinarische.

Die letze Woche zusammengefasst heißt: Irrungen und Wirrungen moderner Kommunikationstechnik, wunde Fingerkuppen, Gedanken zu einem Jobwechsel und Brandblasen.

„Oh, ein Klavier, ein Klavier“ – nein, oh, ein Arbeitsschrank! Letzte Woche kam der neue Arbeitsschrank für die Küche, schick aus Edelstahl, gut zu reinigen und vor allem, mit viel Platz, nachdem ich bisher wie in der Puppenstube gearbeitet habe (wobei mich natürlich diese Umstände gelehrt haben, effektiv und platzsparend zu arbeiten, in einer Riesenküche kann ja jeder…)

Der Schrank kam und eigentlich wäre er gleich wieder weggeschickt worden. Weiterlesen

Merguez – Praxistest 1

Am Freitag waren die ersten Merguez (die köstlichen Würste aus Lamm – und Rindfleisch) vom Fleischer des Vertrauens fertig. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen und konnte es kaum abwarten, sie zu sehen, zu riechen und, vor allem, zu schmecken. Den ersten Happen gab’s gleich im Fleischerladen und der versprach so Einiges. Es geht eben nichts über einen thüringer Wurstmacher – gekonnt ist gekonnt.

Zunächst überzeugte die Farbe, danach der Geruch, nach frischem Fleisch, mit deutlicher Note von Lamm und den unvergleichlichen Gewürzen. Dazu will ich noch einmal ausholen. Erst Gewürze geben einer Speise den Rahmen, um uns hingerissen seufzen zu lassen oder angewidert (bei zu viel oder zu fad) das Weite zu suchen. Ein Auskenner allererster Güte auf dem Gebiet der Gewürze ist Ingo Holland. In Klingenberg betreibt er das Alte Gewürzamt. Dort habe ich das Raz el Hanout und das Harissa für die Merguez gekauft. Im Alten Gewürzamt wird das رأس الحانوت‎ – das ist jetzt ein Rätsel – also das Raz el Hanout vom „Chef des Ladens“ gemischt – so lautet die Übersetzung aus dem Marokkanischen. Die Gewürzmischung wird im Alten Gewürzamt aus 30 verschiedenen Ingredienzen komponiert und das ist auch der richtige Ausdruck. Riecht man in das Raz el Hanout hinein, dann wähnt man sich in einem Souk in der Medina von Marrakesch. Das Raz el Hanout gehört ebenso in ein Taboulé, ich mag Couscous sehr gern, und das passt auch zu den Merguez sehr gut.

Das Harissa ist ein sehr scharfe Chili-Würzpaste, die z.B. in den Merguez den Geschmack von Lamm und Rind gut zum Tragen bringt.

Für unseren Merguez-Praxistest entschied ich mich für ein Taboulé mit Granatapfelkernen, frischem Korinandergrün und Zitronenmelisse.

Fehlte nur noch ein frischer Salat. Bei Meeta von „What’s for Lunch Honey“ habe ich eine tolle Idee für einen Salat mit Aprikosen, Wassermelone und Schafskäse gefunden. Ich habe noch ein paar Tomaten, Zwiebeln und Salatherzen hinzugefügt. Abgeschmeckt mit Zitronenabrieb, frischer Minze und einer Honig-Chili-Vinaigrette passte er wunderbar zu unserem kleinen Nordafrika-Ausflug.

Die Merguez verströmten beim Braten einen kräftigen Aromenmix und ließen den Zahn tropfen.

Zur ersten Verkostung haben wir uns Kenner und Liebhaber der Fleischeslust als Verstärkung eingeladen.

Und dann hieß es à la table.

Das erste Fazit nach reichlicher Testung war durchweg positiv. Für diejenigen unter uns, die es gern etwas „heißer“ mögen, wird den nächsten Merguez noch etwas Feuer gegeben, auch der „Chef des Ladens“ darf noch etwas reichlicher Verwendung finden und dann heißt’s wieder Bon Appètit!