Paprikacrème, Ofentomaten, Burratina und knuspriger schwarzer Knoblauch

Es ist eben irgendwie alles anders in diesem Jahr und irgendwie auch aufregend, schön, traurig, nervenaufreibend, neu, ungewohnt, vertraut, unvertraut – von allem etwas. Ein buntes Potpourri an allen Gefühlsregungen und körperlichen Zuständen. Die vergangenen acht Wochen hatten es in sich. Und wie es aussieht, wird es hier nicht langweilig. 

alles neu macht der Herbst

Ganz neue Projekte stehen an, davon einige, die lang gehegte Wünsche Realität werden lassen. Sobald alles spruchreif ist, verrate ich gern mehr. Es fühlt sich stimmig an und Ausdruck meines tiefen Bedürfnisses nach einem guten Leben und dem Antrieb, andere dabei zu unterstützen, herauszufinden, was ein persönlich gutes Leben sein darf und wie es sich entwickeln kann. Mit meinem geschätzten Kollegen Stevan Paul habe ich vor nicht allzu langer Zeit über meine Motivation und unser Leben in Frankreich gesprochen. 

Die Coaching-Arbeit und die Beratung für Unternehmen im Gesundheitswesen ist erfüllend. Es beglückt mich, zu erleben, wie sich, auch in oder gerade wegen der Krise so viel persönliches und organisationales Wachstum zeigt und wie Menschen sich jeglichen Herausforderungen stellen. Alte Routinen werden reflektiert, neue Wege beschritten, mutig wird Ballast abgeworfen und sich der Ungewissheit gestellt. 

der Alltag während Covid-19

In unserem Dorf zieht nun der Herbst ein und mit ihm die anstrengende Zeit der Lese. Auch die in diesem Jahr mit anderen Vorzeichen und mit sehr viel Anpassungsbedarf. Wir werden, soweit es unsere Zeit erlaubt, lieben Freunden bei der Lese und im Keller helfen.

Wir sehen die aktuellen Entwicklungen der Covid-19 Infektionen mit Sorge hier in Frankreich wie in allen anderen Ländern und können nur mit dem Kopf schütteln über die unverantwortliche und nachlässige Haltung, die sich zeigt. Aber wir sehen auch sehr viel Anstrengung und großes Engagement, gerade hier in unserem Dorf, das kürzlich einen ersten Fall zu verzeichnen hatte. Es gibt auf kommunaler Ebene, im Austausch mit der préfecture, ein gutes Krisen-Management. Wir erhalten aktuelle Informationen über eine App und per SMS, nicht nur zu Covid-19, aber aktuell eben mehr. Man achtet aufeinander und auf die Regeln und an der einen oder anderen Stelle hilft auch die Präsenz der Gendarmerie.

und noch ein bisschen Spätsommer

Die vergangenen Wochen habe ich reichlich eingekocht – Zucchini, Feigen, Brombeeren, Aprikosen und Tomaten. So sind wir gut bevorratet für den Winter. Wir werden oft beschenkt und dann steht plötzlich Isabelle vor der Tür mit einem Korb Gemüse oder einer Stiege Feigen aus dem Garten. 

Paprikacrème, Ofentomaten, Burratina und knuspriger schwarzer Knoblauch

Für diesen Teller braucht es wiederum nicht viel. Rote Paprika und Tomaten werden im Ofen gebacken. Die Tomaten dabei mit Rosmarin, bestreut mit etwas Salz, braunem Zucker und Olivenöl. Die Haut der Paprika wird nach dem Backen abgezogen, aus der Paprika mit etwas Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer eine Crème zubereitet. 

Burratina bekommen wir hier in sehr guter Qualität, Bourdasso in Pradelles ist eine gute Quelle, ansonsten gibt es auf dem Markt ebenfalls welchen aus den Pyrenäen. 

Altbackenes Baguette habe ich zusammen mit fermentiertem Knoblauch gehackt und dann in etwas Olivenöl in der Pfanne aufgeknuspert. Der Knoblauch wird bei sehr langer Fermentation schwarz und verliert seine Schärfe und den sehr intensiven Geruch. Er gewinnt an Süße und Cremigkeit und ist eine tolle Ergänzung zu den gebackenen Tomaten und der Paprikacrème. 

Der Teller ruft nach Spätsommer, Wärme und Genuss und verkündet schon ein wenig Herbst. 

Bon appétit!

FKK Urlaub in Frankreich – Le Sérignan Plage Nature

(dieser Artikel enthält Werbung) 

Im vergangenen Jahr waren wir eingeladen in das FKK Zentrum Le Sérignan Plage Nature. Der Campingplatz liegt direkt am Mittelmeer, in der Region Okzitanien, 15 km von  Béziers entfernt.

>>Nun befinden wir uns alle noch immer in Zeiten der Corona-Pandemie und Sicherheit und Gesundheit stehen an erster Stelle. Alle Zeltplätze des France4naturisme sind bemüht, möglichst umfangreich zu informieren, um so große Sicherheit für alle Gäste herzustellen. Das betrifft sowohl die Einhaltung der Abstandsregeln als auch die Hygiene vor Ort, besonders in den gemeinsam genutzten Anlagen wie Duschen, Toiletten etc. Für alle Restaurants gibt es große Außenbereiche, die es sicher leichter und unkomplizierter machen.

Für alle Informationen stehen die Mitarbeiten vor Ort zur Verfügung. In Le Sérignan Plage Nature wird unter anderem Deutsch gesprochen, sodass auch jede Frage verständlich beantwortet werden kann. 

Die Anlage bietet im Sommer ein über alle Maßen umfangreiches Programm zur Animation, Unterhaltung etc. an. Welche Angebote in diesem Jahr vorhalten werden können, ist vor Ort zu erfragen, da das auch von der Entwicklung der Lage abhängig sein wird. <<

Willkommen und Begrüßung

Eine sehr ausführliche Willkommensbroschüre in mehreren Sprachen verhilft gleich zu Anfang, sich zurecht zu finden. Sowohl auf dem Parkplatz als auch von den freundlichen, aufgeschlossenen Mitarbeitenden der Rezeption gab es eine sehr gute Einweisung bei Anreise, sodass wir uns gleich sehr willkommen fühlten.

Gegebenheiten vor Ort – Anlage, Restaurants, Einkauf

Le Sérignan Plage liegt wunderschön direkt am Mittelmeer. Uns hat es begeistert, dass wir von unserem Zelt aus nur 100 m Weg hatten, um zum Strand zu kommen. Das Gelände ist eingezäunt und der Zugang von und zum Strand ist gesichert. Der Sandstrand ist flach, der Bereich, der zur Anlage gehört ist weitläufig.

Die gesamte Anlage hat über 1400 Plätze, für FKK sind davon 300 vorbehalten. Zu jeder Zeit haben wir uns wohl gefühlt und konnten FKK genießen.

Wir mochten die großzügige Umgebung sehr und konnten uns mit Fahrrädern gut und schnell überall hin bewegen. 

Restaurants

Die Anlage hat mehrere Restaurants, die alle sehr schön gelegen sind. Les Clos des Oliviers, La Villa und Patio von La Villa (das gemeinschaftlich von den FKK Gästen und dem Textilbereich genutzt wird. Reservierungen empfehlen sich natürlich besonders zur Hochsaison. Im Juli und August gibt es einen Foodtruck, über den man sich ebenfalls super versorgen kann. 

Einkauf 

Ein Lebensmittelladen ermöglicht die versorgung mit allen wichtigen Dingen, sodass man nicht darauf angewiesen ist, in einen Supermarkt zu fahren. 

Angebote vor Ort – Pools, Animation, Ausflüge

Pools und Balneo, Wellness

Besonders ansprechend fanden wir das La Piscine nature 500 m2 groß und beheizt und das Balneo mit Sprudelbad, Gegenstromanlage, wunderschön im griechisch- römischen Stil angelegt. Nach unserer Wahrnehmung waren immer ausreichend Liegen vorhanden. Der Zugang ist ab 16 Jahren gestattet. An diesem Ort geht es darum , Ruhe zu finden und diese bei allen zu respektieren. Sowohl FKK als auch Textil gehören hier zusammen, für beide Gästegruppen gibt es die gleichen Einrichtungen, was den Austausch fördert, die Nutzung erfolgt aber zu unterschiedlichen Zeiten. Im gegenseitigem Respekt vor dem Wunsch nach Nacktheit oder Textilien tragenden Gästen, gibt es hier adäquate Lösungen für alle. Am Empfang kann man sich informieren, wann welche Zeiten für die Nutzung günstig sind. Eine Massagepraxis bietet mit Thai-, Ayurveda-, Shiatsu- und Kosmetikbehandlungen zusätzlich sehr umfangreiche Angebote zur Entspannung. 

Animation

Das Angebot an Unterhaltung, Abendveranstaltungen, Konzerten und Spaß für die Kinder ist sehr umfangreich. Zwei Vormittage in der Woche ist der Poolbereich für Kinder bestimmt und es gibt einen Kidsclub (ab 4 Jahre). An der Rezeption gibt es einen übersichtlichen Pan über alle Aktivitäten wie Beach-Volleyball, Fitness, Petanque, Radwanderungen, Basteln mit Naturmaterialien etc. 

Ausflüge

Wir haben die ausgeliehenen Räder genutzt und sind nach Valras gefahren. Das ist eine schöne Tour durch die Natur. Ebenfalls kommt man mit LILY PASSEUR, einem kleinen Boot über den Fluss Orb, nach Valras. Das kostet 1€ und macht richtig Spaß. 

Sérignan liegt auch verkehrstechnisch sehr günstig. Somit sind Ausflüge an die schönsten Stellen Okzitaniens kein Problem.

Béziers: Blumenmarkt

Canal du Midi

Sète: Mt. Saint Clair oder Espace Georges Brassens

Pèzenas: Antiquitätenläden, Kunst-Handwerk

Cité de Carcassonne

 

Regeln der Anlage Le Sérignan Plage Nature und für für FKK – wo darf ich nackt sein und wo nicht

Das Parken ist auf dem Gelände auf zugewiesenen Stellplätzen gestattet, Zufahrt zwischen 6-24 Uhr, ansonsten gibt es einen bewachten Parkplatz am Eingang

Gasgrills sind zugelassen

Regeln zur Mülltrennung: nur an den vorgesehenen Plätzen

WLAN kostenfrei für 30 min/Tag an der Bar des Clos des Oliviers oder Erwerb eines Passes an der Rezeption 

Notruf 24h besetzt für technische Probleme und bei gesundheitlichen Problemen

Bettwäsche, Handtücher und Schließfächer können angemietet werden

Regeln zum Naturismus

Schwimmbad, Balneo und Strand obligatorisch

Gastronomie und Abendprogramm tagsüber nackt, abends bekleidet üblich, ebenfalls beim Sport

Gruppensport am Strand und zur Wassergymnastik im Naturpool nackt

Regeln zur Nutzung von Einrichtungen: keine Fotos, kein Gebrauch von Smartphones, Videokameras etc. Geräten, keine Intimpiercings

für wen geeignet

Le Sérignan Plage Nature ist aus unserer Sicht bestens geeignet für Liebhaber von Wellness, Relaxurlaub und alle, die gern nah am Strand sein wollen. Nach einigen Interviews sowohl mit FKK Neulingen, als auch Wiederentdeckern und langjährig Reisenden, können wir sage, dass für jede und jeden etwas dabei ist.

Besonders für FKK Neulinge ist die Anlage sehr gut geeignet, es ist deutlich und klar kommuniziert, was wo gestattet ist, das Miteinander ist zugewandt und respektvoll. 

Die Modernität der Einrichtungen ist außergewöhnlich. Alles ist auf sehr gutem Niveau, besonders schön sind die Grünanlagen.

Highlights sind aus unserer Sicht: das Balneo, die Nähe zum Strand, der seicht ins Wasser geht und die hohe Qualität des Wassers selbst. 

 

Allen Reisenden bon voyage und einen schönen und sicheren Aufenthalt!

 

Kontakt 

Camping Le Sérignan Plage Nature

34410 Sérignan – France

Tel:  +33 (0)4 67 32 09 61

Fax: +33 (0)4 67 32 68 41

E-Mail: info@leserignannature.com

Leben in Südfrankreich

Es wird bereits Sommer in den Hautes Corbières Temperaturen von bis zu 30 Grad sind keine Seltenheit. Das Leben im déconfinement nimmt seinen Lauf. Die Menschen sind, zumindest in unserem Dorf, aufmerksam und vorsichtig. 

Unser Leben in Südfrankreich ist organisiert und die Arbeit gibt den Takt vor. Die letzten fast drei Monate sind quasi verflogen. Vieles ist komplett neu und braucht Gewöhnung und positives „Einschleifen“. Beruhigend erleben wir immer wieder die Nähe zur Natur und die Selbstverständlichkeit der Menschen in unserem Umfeld, die da viel unmittelbarer dran sind. Und so haben wir die Möglichkeit, über kurze Weg sehr gute Produkte zu bekommen und sogar mittendrin zu sein und teilzuhaben am Leben und der Arbeit der Produzentinnen und Produzenten.

Im kurzen Bewegtbild zeigen wir den Weg von Fanny Wlodaz, die ihre Les Agneaux du Mont Tauch in der Garrigue rund um unser Dorf weiden lässt und für hervorragendes Fleisch sorgt. 

In den letzen zwei Tagen haben wir sie begleitet, um die Herde vom kleinen Berg Puy de Lagardie in die Bergerie zu bringen. Dort bekamen sie ihren „Sommer-Haarschnitt“ 😉 

Viel Spaß beim Anschauen!

Ofenhühnchen mit Kräuterkruste

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Seit Einführung der Confinement sind schon fast zwei Wochen ins Land gegangen. Am vergangenen Montag gab es weitere Veränderungen. Nun wurden auch die meisten offenen Märkte beschlossen. Das trifft wirklich alle ins Mark. Frankreich, das bekannt ist für seine reichhaltigen, mit köstlichen Produkten überbordenden Märkte, stolzen Produzentinnen und nicht zuletzt einer Kultur des Einkaufs auf dem Markt an sich, wird gerade vorübergehend! ärmer an einer Institution.

Wie wir alle trotzdem füreinander sorgen, mit welchen Aktionen die gehobene Gastronomie gerade die Mitarbeitenden der Intensivpflge in Krankenhäusern unterstützt ist hier zu lesen, dazu serviere ich ein Ofenhühnchen mit Kräuterkruste

Solidarität in der Corona Krise 

Die Region Okzitanien hat eine Initiative ins Leben gerufen – die Solidarité Occitanie Alimentation  

Lokale Produzentinnen können sich auf der Webseite anmelden und hinterlegen dort ihre Kontakte. Kundinnen, die von einer Belieferung mit Lebensmitteln Gebrauch machen wollen, können über die Lokalisierung ihres Wohnorts sehen, welche Produzentinnen in der Nähe sind. Dann kann Kontakt aufgenommen werden, die Bestellung wird ausgelöst und die Waren werden direkt an die Haustür geliefert. 

Occitanie-Solidarite-Corona-producteurs

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Das ist eine wunderbare Möglichkeit, gute Lebensmittel einzukaufen. Der Frühling ist in vollem Gang und Spargel, Petit Pois, Fêve-Bohnen und die ersten Gariguette-Erdbeeren würden jetzt die Marktstände mit ihren Farben erstrahlen lassen. Geflügel und Fleisch von den örtlichen Anbietern sind sowieso um ein Vielfaches besser. Und was wäre Frankreich ohne Wein??? Auch Winzerinnen liefern ihre Weine direkt nach Hause. 

Die Ausgangssperre Confinement aktuell

Der Bewegungsradius wurde nochmals eingeschränkt – 1 km um Haus oder Wohnung, für 1 Stunde am Tag, ausschließlich mit denjenigen, die im selben Haushalt leben. Wir füllen weiterhin jedes Mal ein Papier aus, mittlerweile mit genauer Uhrzeit und dann ab an die frische Luft. Auch hier gibt es Hilfe 😉 damit man auf der sicheren Seite ist, wie weit man gehen darf. 

Das hört sich bestimmt für manchen sehr schräg an, mich machen die Regeln der Confinement ruhig und gelassen. Und offensichtlich auch die Bewohnerinnen unseres Dorfes. 

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Auch die Aktion der französischen Köchinnen geht weiter.

Les Chefs avec les Soignants 

Immer mehr Restaurants beteiligen sich und liefern Essen in Krankenhäuser, um den Heldinnen dieser Tage etwas Gutes zu tun. 

Unser Freund Christophe Comes, der in Perpignan das Restaurant La Galinette betreibt und mit seinem Garten L’Hort seinen gesamten Bedarf an Obst und Gemüse selbst anbaut, hat vor wenigen Tagen einen süßen Gruß auf die Beatmungsstation eines örtlichen Krankenhauses geliefert. Das berührt mich!

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Ein gutes Essen ist gerade jetzt auf vielen Ebenen nährend. Unser Ofenhühnchen mit Kräuterkruste ist sehr leicht gemacht, es braucht nicht viel Drumherum und wärmt Herz und Bauch.

Das Huhn brutzelt auf einem Bett aus roten Zwiebeln und wird gegen Ende der Garzeit mit einer Kräuterkruste aus Rosmarin, Thymian, Brotbröseln, Chilischote, Knoblauch und geräucherten Mandeln bestrichen.

Passt gut auf euch auf! Prenez soin de vous! 

Ofenhühnchen mit Kräuterkruste
Serves 4
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Prep Time
25 min
Prep Time
25 min
Ingredients
  1. 1 Hühnchen ca. 2kg, küchenfertig
  2. Salz
  3. Olivenöl
  4. 7 rote Zwiebeln, geschält, halbiert oder geviertelt
für die Kräuerkruste
  1. 100 g Brotbrösel aus altbackenem Brot
  2. 2 Knoblauchzehen, geschält
  3. Blättchen von 1 Zweig Rosmarin
  4. Blättchen von 2 Zweigen Thymian
  5. 3 cm Chilischote, grob gehackt
  6. 80 g Basilikumblätter
  7. 60 g geräucherte Mandeln, alternativ ungeräuchert
  8. Olivenöl
Instructions
  1. Die roten Zwiebeln mit Olivenöl in eine Auflaufform geben. Den Ofen auf 200 Grad Celsius, Ober/Unterhitze vorheizen.
  2. Das Huhn zerteilen. Von allen Seiten mit Salz einreiben. In die Form geben, etwas Olivenöl darüber geben.
  3. Für 45 min backen.
  4. Alle Zutaten für die Kruste im Mixer zerkleinern und vermengen. Dann das Huhn damit bestreichen und bei 250 Grad Celsius mit Grillfunktion ca. 15 min backen. Vorsicht! Unbedingt dabei beobachten, womöglich braucht die Kruste nicht so lange. Dann die Zeit anpassen.
  5. Vorsichtig aus dem Ofen nehmen und servieren.
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Moules-frites

Ein gutes Essen kann Trost spenden. Für mich war das als Kind die Rote Grütze meiner Urgroßmutter. Spätestens wenn die Vanille-Soße im Topf gerührt wurde und ich meinen Zeigefinger eine kleine Bahn ziehen lassen durfte, war alles schon viel besser und tat nicht mehr so weh. Das Soulfood der heutigen Tage, das Herz und Bauch nährt, sind für uns z.B. Moules-frites. Ein Klassiker, der hier im Süden, nah am Mittelmeer, auf keiner Bistro-Karte fehlt. Für die Variante hier habe ich eine Yuzu-Mayonnaise und einen Ketchup mit Piment d’Espelette vorbereitet.

Seit Montag haben wir in Frankreich die confinement, die Ausgangssperre. Unser sowieso schon ruhiges Dorf ist noch ruhiger. Die Gendarmerie patrouilliert regelmäßig und über den Dorffunk mit all seinen Lautsprechern werden wir informiert, ob Markt stattfindet, was angeboten wird und sonstige wichtige Neuigkeiten. Wenn wir einkaufen wollen, muss das am nächstmöglichen Punkt sein, mit dem Auto irgendwo hinfahren, ist passé. Es finden Kontrollen der Attestation de Déplacement dérogatoire statt, die uns erlaubt, Einkäufe zu tätigen, zum Arzt zu gehen, zur Apotheke, zur Arbeit oder sich allein, im Umfeld des Hauses sportlich zu betätigen oder den Hund Gassi zu führen. Ich gestehe, ich bin ganz froh, dass Nachbars Hund sowieso schon immer sehr gern mit mir spazieren geht, das macht er jetzt auch…

Ich bin im Osten Deutschlands geboren und aufgewachsen und die Freiheit zu haben, mich grundsätzlich überallhin zu begeben, wohin ich möchte, ist mir ein so wichtiges Gut. Und trotzdem fällt es mir überhaupt nicht schwer, mich an die Ausgangsperre zu halten, einfach weil es die einzige Möglichkeit ist, im Moment gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Wir bekommen durch die Französische Regierung per SMS auf das Mobiltelefon täglich Erinnerungen, uns an die confinement zu halten und soweit ich das für unser Dorf einschätzen kann, wird sich daran gehalten. Gut so! 

Unsere Nachbarschaft, in der normalerweise täglich gemeinsam palavert wird, ein Apéritif  zum guten Ton gehört und reichlich bises verteilt werden, achtet aufeinander und hält Abstand. Wir klopfen ans Fenster und fragen nach, ob es allen gut geht, etwas gebraucht wird oder einfach nur, um sich zu sagen, dass wir das gemeinsam überstehen. Unser Nachbar Pierre ruft von Weitem, ob wir auch immer alles verstehen, was an Informationen verteilt wird, wir die Attestation ausgedruckt haben und dass es doch prächtig ist, dass wir jetzt hier sind und nicht in der Großstadt. 

Die Besitzer der Superette wischen nach jedem Kundenkontakt den Türknauf ab und achten darauf, dass nur wenige Kunden gleichzeitig einkaufen. 

Das Postamt hat geschlossen, Briefe und Pakete, die man aufgeben will, frankiert man online, legt sie in den eigenen Briefkasten und die Post nimmt sie dann mit. 

Unsere Arbeit mit Kunden in Deutschland funktioniert im Moment recht unkompliziert über Video und Telefon. Am und um das Haus gibt es immer etwas zu tun. Dazu habe ich Eschen-Champagner angesetzt, Ingwer Hefe und Fruchtkefirs, um uns Getränke zuzubereiten. Der Gatte hat mir für’s Erste einen kleinen Webrahmen gebaut, bevor ich zum größeren Modell wechseln will. Die Natur geht ihren Weg, es erfüllt mich mit einem warmen Gefühl von Sicherheit in der Unsicherheit.

Für die Moules-frites in diesem Rezept braucht es gar nicht viel. Mayonnaise und Ketchup sind hausgemacht, der Sud für die Muscheln benötigt lediglich Weißwein, Wasser, Rosmarin, Thymian, Schalotten und ein wenig Salz. Die Frites schneide ich aus Kartoffeln, das ist meditativ, zumindest für mich, die immer Schwierigkeiten hat, etwas in gleich große Stücke zu schneiden. Gebacken werden sie im Ofen, da ich keine Friteuse besitze (und brauche).

Mayonnaise und Ketchup bekommen einen Twist mit Yuzu Saft und Piment d’Espelette. 

Moules-frites
Serves 4
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Prep Time
1 hr
Cook Time
45 min
Prep Time
1 hr
Cook Time
45 min
für die Muscheln
  1. 4 kg Miesmuscheln, küchenfertig
für den Sud
  1. 500 ml trockener Weißwein
  2. 500 ml Wasser
  3. 2 Schalotten, geschält, halbiert und in Streifen geschnitten
  4. 2 Knoblauchzehen, geschält, grob zerdrückt
  5. 2 Zweige Rosmarin
  6. 2 Zweige Thymian
  7. etwas Meersalz
für die Frites
  1. 1 kg Kartoffeln, festkochend
  2. 3 EL Pflanzenöl
  3. 2 EL Reismehl
  4. Salz
für den Ketchup
  1. 1 Dose stückige Tomaten
  2. 3 EL Tomatenmark
  3. 100 ml Cola
  4. 2 EL milden Weinessig
  5. Salz
  6. Piment d'Espelette
für die Mayonnaise
  1. 1 Eigelb
  2. Olivenöl
  3. 4 EL Yuzu-Saft
  4. Salz
  5. Pfeffer
Instructions
  1. Die Zutaten für den Sud in einen großen Topf geben, alles aufkochen lassen, dann beiseite stellen.
  2. Für den Ketchup stückige Tomaten, Tomatenmark, Cola und Weinessig in einem Topf zum Köcheln bringen und bei kleiner Hitze auf die Hälfte einkochen. Mit Salz und Piment d'Espelette abschmecken und abkühlen lassen.
  3. Für die Mayonnaise das Eigelb in ein hohes Gefäß geben. Mit dem Mixer für ca. 5 min aufschlagen, dann tropfenweise Öl dazu geben. Bei hoher Geschwindigkeit weiter aufschlagen, damit sich Öl und Ei verbinden können. Yuzu-Saft dazu geben und aufschlagen, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  4. Die Frites vorbereiten. Dafür die Kartoffeln schälen, in 1 cm dicke Stifte schneiden und gut unter kaltem Wasser abspülen. Das entfernt die Stärke, die sonst die Frites schlabberig werden lässt.
  5. Dann die Frites mit kochendem Wasser übergießen und 10 min einweichen.
  6. Den Ofen und Backblech auf 240 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Frites mit Küchenpaier abtrocknen und mit der Mischung aus Reismehl, Öl und Salz vermischen. Auf das Backblech geben und für 30-35 min backen.
  7. In der Zwischenzeit die Muscheln in den Topf geben und mit geschlossenem Deckel köcheln lassen. Vorsicht, nicht bei zu hoher Temperatur, sonst gerinnt das Eiweiß. Die Muscheln sind gar, wenn die Schalen geöffnet sind.
  8. Die Muscheln in Schalen anrichten, Frites dazu geben und mit Ketchup und Mayonnaise servieren.
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