Nizza-Salat zum Ersten

Vor einigen Tagen hatte Confiture de Vivre den ersten Geburtstag – ein Jahr Blogging über Land und Leute, Essen und Trinken, Restaurantbesuche und viele andere Dinge der süßen Seite des Lebens. Wenn das nicht Grund zum Feiern ist!!!

Das Bloggen ist mir zur Passion geworden und beeinflusst mein Leben in vielerlei Hinsicht. Ja, ich möchte sagen, ich ziehe daraus Kraft, Energie und Kreativität für das Leben an sich.

Da man sich als Geburtstagskind immer etwas wünschen darf, wünsche ich mir noch mehr Austausch. Ich sehe viele Besucher hier bei Confiture und bin so neugierig, was sie zu sagen haben, möchte Erfahrungen teilen und Anregungen bekommen.

Nun, zum ersten Geburtstag hab ich mir und meinem Liebsten eine Kleinigkeit zubereitet, einen Snack, natürlich französisch inspiriert – auch meine Obsession fürs Gallische ist über das Jahr weiter gewachsen- einen Nizza – Salat oder viel schöner „La Salade Niçoise“.

Bild: Georgette Simon

 

Der Nizza-Salat ist auch so ein Urgestein aus dem Süden Frankreichs. Ob er tatsächlich zuerst in Nizza zubereitet wurde, daran scheiden sich die Geister. Auch über die Zutaten ist man sich nicht abschließend einig. Klar ist, dass der große Meister Auguste Escoffier 1903 in seinem Guide culinaire ein Rezept erwähnte. Es bestand unter anderem aus gekochten Kartoffeln, Tomaten, Sardellen, schwarzen Oliven, grünen Bohnen und Kapern.

So, und da fängt meine Beziehung zum Salade Niçoise an. Ich war in meiner Kindheit bestimmt kein Suppenkasper, in unserer Familie wurde streng darauf geachtet, dass gegessen wurde, was auf den Tisch kam. Bis auf Kartoffeln und Tomaten hätte man mich allerdings mit allen genannten Zutaten jagen können – und zwar weit!

Wie konnte aus der übergroßen Abneigung gegenüber aller Ingredienzen eine langanhaltende „Liebesbeziehung“ werden?

Die Geschichte ist schnell erzählt.

Den ersten und bisher allerbesten Nizza-Salat habe ich in einer kleinen, rumpligen Kaschemme in Agde gegessen. In Frankreich wird man nämlich gern überrascht. Wir lernten über die Jahre, dass ein heruntergekommenes Äußeres von Cafés, Landgasthöfen und Restaurants nicht für die Qualität der Küche steht und mit kulinarischen Offerten der besonderen Art gepunktet werden kann.

Im Gegensatz dazu erlebten wir auch schon, dass das beste Haus am Platz einem nach dem Verzehr seiner Speisen noch lange in (übler) Erinnerung bleibt.

Es gab also Nizza-Salat zum Geburtstag, mit allem Drum und Dran.

Knackige grüne Bohnen bildeten den Auftakt.

Dazu kamen schwarze Oliven, früher undenkbar, heute eine meiner heißgeliebten Zutaten.

Und zur Feier des Tages habe ich an Stelle der „normalen“ Hühnereier, Wachteleier genommen. Die sehen in ihrer Kleinheit einfach so bezaubernd aus und schmecken auch köstlich.

Alle anderen wichtigen „Salat-Ausmacher“ waren natürlich dabei: gekochte Kartoffeln, Anchovis, Thunfisch, Tomaten, Blattsalat, Paprika, grüne Gurke und Zwiebeln. Das Dressing habe ich einfach gehalten, mit Zitronensaft, Olivenöl, etwas Dijon-Senf, Salz und Pfeffer.

Ich freue mich auf das nächste Jahr mit und für Confiture de Vivre, Joyeux Anniversaire!

 

Ich kann nicht genug bekommen von…

…Oliven, Ziegenfrischkäse und natürlich Pasta! Auch wenn Ravioli traditionell für Italien stehen, auch im Süden Frankreichs isst man sie gern. Nachdem ich seit kurzer Zeit Besitzerin einer gefälligen Nudelmaschine bin und diese in der Lage ist, Ravioli herzustellen, war klar, dass ich mich gar nicht erst mit „Anfänger-Spaghetti“ aufhalten werde.

Der Druck war aufgebaut, der Ehemann bereit. Es geht nichts über zwei starke Männerhände, die aus einem krümeligen Etwas einen homogenen, glatten Teigklops kneten können. Die Füllung lag nahe. Es sollte eine Mischung aus gerösteten Pinienkern, wohlriechender Zitronenschale, aromatischen grünen Oliven und einem ganz leichten, cremigen Ziegenfrischkäse werden.

Es ist lange her, dass ich Ziegenfrischkäse gegessen habe, meistens ist er mir einfach zu bissig. Doch der war so cremig und so unaufgeregt im Aroma, dass man glauben konnte, ein gar junges Zicklein habe die Milch dafür hergegeben und war dabei bedacht, nur die allerfeinsten Kräutlein auf der Wiese zu pflücken.

Die Nudelmaschine erwies sich als standhaftes Mannsbild und meinem Mann ebenbürtig. Dieser hatte sich schon während des Einkaufs eingehend mit Beschaffenheit und Funktionalität beschäftigt und wäre er nicht gänzlich überzeugt gewesen, dass Ding hätte nicht den Weg in unsere Küche geschafft. So wurden die vorbereiteten Teigstücke Mal um Mal mit Kraft und Präzision durch die Maschine gedreht bis man nahezu die Zeitung hindurch lesen konnte. Jeder Nudelstreifen wurde akkurat auf die gleiche Länge und Breite gebracht – Ingenieur bleibt Ingenieur – und dann mit der Frischkäsepaste gefüllt.

Das erste Ergebnis hat uns wahrlich mit Stolz erfüllt und uns jauchzen und frohlocken lassen.

Die feinen Täschchen verlangten nach einem zarten, unaufdringlichem Begleiter. So wurden frische Romana gepellt und dann in feinen Stückchen kurz in der Pfanne geschwenkt. Sie bekamen nur etwas grobes Salz und Pfeffer mit und durften dann, garniert von feinherben Salbeiblättchen, die Ravioli auf dem Teller zieren.

Dazu schmeckte die kleine roséfarbene Melodia aus der Provence ganz trefflich.

Macarons mit Oliven in dunkler Schokolade

Die Früchte des Ölbaums zählen zu meinen Lieblingen. Ich kann sie in allen Variationen verspeisen und werde nicht müde, sie mit allem Möglichen zu kombinieren.

In Frankreich habe ich das erste Mal Oliven in Schokolade probiert – welch ein Traum! Grund Genug, die geliebten Macarons mit einer Ganache aus Oliven und dunkler Schokolade zu testen.

Sie passen auch ganz gut zu Weihnachten, gilt der Olivenbaum als Baum des Friedens und ist das Symbol der Jungfrau Maria.

Leckerei, Völlerei, Gefräßigkeit – la Gourmandise

La Gourmandise – das klingt doch viel schöner! Für so wirklich vulgär klingende deutsche Wörter wie Völlerei und Gefräßigkeit, die auch nicht ansatzweise das Gemeinte treffen, haben unsere Nachbarn ein so wohlklingendes Wort! Da sieht man wieder wo die Prioritäten liegen. Spielt der Geschmack, vor allem der Genuss als dessen Begleiter, bei den Galliern eine große Rolle, ist deren Wichtigkeit in unseren Gefilden noch deutlich unterrepräsentiert. Das merkt man z.B. daran, dass eine Stadt mit 100000 Einwohnern offensichtlich eines guten Feinkostgeschäfts nicht würdig ist, jedenfalls konnten die kläglichen Versuche am heimischen Markt bisher nicht bestehen.

Nun, noch immer besteht Hoffnung!

In der Vorbereitung einiger kleiner Leckereien für die Weihnachtszeit, fällt einem so das ein oder andere ein.

Ich erinnerte mich an einen Ausflug nach Narbonne vor einigen Jahren, in eine kleine Manufaktur, die Heilung für Schleckermäulchen verspricht „La Cure Courmande“. Dort bekommt man ganz wundervolle schokoladige Kostbarkeiten. Besonders die Oliven in Schokolade haben es mir angetan. Diese haben mich jetzt auf eine neue Idee für eine Macaron – Ganache gebracht.

Näheres alsbald.

So schön sehen übrigens die Verpackungen im Schleckermäulchenland aus.

La Cure Gourmandise