kulinarische Botschafterin der französischen Region Okzitanien auf der Frankfurter Buchmesse

Linsensalat-Esskastanien-geräucherteEntenbrust-ConfituredeVivre-Rezept-Frankreich-Buchmesse-Frankfurt

Okzitanien

Die Region Okzitanien im Süden von Frankreich ist unsere zweite Heimat geworden. Seit vielen Jahren bereisen wir die Region und seit letztem Jahr sind wir ebenso sesshaft geworden. 

Frankfurter Buchmesse

Nun steht die Frankfurter Buchmesse ins Haus und die Region Okzitanien, Französisch Occitanie, ist der Ehrengast von Frankreich für einige Tage. Die Großregion im Süden von Frankreich umfasst die ehemaligen Regionen Languedoc-Roussillon und Midi-Pyrenées. Auf der Frankfurter Buchmesse stellt sich die Region vor, namhafte Autoren werden aus ihren Büchern lesen, Interessierte erfahren über Tourismus und können sich einen Vorgeschmack und Lust holen, selbst diese wundervolle Region zu entdecken. 

die okzitanische Küche

So abwechslungsreich und breitgefächert wie die unterschiedlichen Départements ist auch die Kultur und natürlich die Küche. Wollte man die Vielfalt präsentieren, über Wochen könnte man täglich essen und trinken und trotzdem bleibe noch reichlich zum Entdecken.

Die okzitanische Küche in ein paar Worten zu beschreiben, ist fast unmöglich. Die Region ist groß und divers, reicht sie doch von den Pyrenäen bis zu den Alpen und vom Zentral-Massiv bis zur Küste des Mittelmeers. Die Küche ist reichhaltig und kontrastreich wie die Landstriche, in denen sie beheimatet ist. Man kostet das Salz des Meers in Austern, Anchovis und Sardinen, lässt alle Sinne von frischestem Gemüse und dem hübschesten Obst verführen, stärkt sich mit Charcuterie und deftigen Gerichten wie Cassoulet und Daube und genießt dazu feinste Weine von herausragender Qualität. So unterschiedlich und nuancenreich wie die alte okzitanische Sprache, sind die Produkte der Gebiete. Was Rezepte, Produkte und Produzenten eint, ist ihre Klarheit und Einfachheit, in der wahrer Geschmack im Vordergrund steht und der getragen ist von Stolz, Liebe und Dankbarkeit gegenüber der Natur und ihren Schätzen. 

>>Einen kleinen Einblick gebe ich während zwei Kochdemonstrationen am Mittwoch und Donnerstag<<

Mittwoch: 16. Oktober, 12:00 Uhr, Gourmet Gallery

„Le Panier d’OC“

ist ein Gang über einen okzitanischen Wochenmarkt, bei dem man sich aus der Fülle des Angebots bedient und im Anschluss ein schmackhaftes Mittagessen, ein déjeuner, zubereitet. Die rosa Linsen aus dem Gers kommen in einem Salat zusammen mit jahreszeitlich passendem Gemüse. Die Rübchen Navets de Pardailhan aus der Region um Saint Chinian bringen erdig-süßliche Aromen mit, die Esskastanien aus dem Naturpark Haut Languedoc sind nahrhaft und halfen schon den Katharern über karge Zeiten. Die geräucherte Entenbrust ist kräftig-deftig und präsentiert die bodenständige Küche der Region Sud-Ouest hervorragend, die Steinpilze aus dem Département Lozère vervollständigen dieses herbstliche Gericht.

verwendete Produkte: 

  • Lentilles Rosana aus dem Gers 
  • Magret de Canard fumé aus Toulouse 
  • Esskastanien aus dem Naturpark Haut Languedoc der Ferme de Dausse 
  • Steinpilze aus Lozère
  • Essig von Abies Lagrimus aus den Pyrenäen
  • Olivenöl aus Bize Minervois von L’Oulibo
  • Fleur de Sol aus Aigues Mortes 

Aperitif-Les-Plaisirs-Champetres

Donnerstag, 17. Oktober, 17:00 Uhr, Gourmet Gallery 

„Les plaisirs champêtres“

warten mit einem Apéritif dînatoire auf. Ungezwungen kommt man zusammen, um den Tag ausklingen zu lassen und erfreut sich an guter Charcuterie, mit Schinken und Saucisson aus Lacaune, hausgemachter Oliven-Tapenade und kleinen Appetithäppchen in Form von Mini-Tartelettes mit Rotwein-Zwiebeln. Fehlen dürfen keinesfalls frische Austern aus dem Étang de Bouzigues und Oliven. Ein Apéritif ist eine wunderbare Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam essen verbindet, erfreut, lässt Freundschaften entstehen und überwindet Grenzen. 

verwendete Produkte:

  • Charcuterie aus Lacaune und Toulouse 
  • Tapenade aus schwarzen Oliven von L’Oulibo und Anchovis der Famille Roque aus Collioure 
  • Kastanienmehl und Confiture aus dem Naturpark Haut Languedoc der Ferme de Dausse
  • Zwiebeln aus den Cevennen 
  • Austern aus Bouziques 
  • Rotwein und Vin doux naturel von Gérard Bertrand aus Narbonne
  • Honig aus den Cevennen 

Rezepte aus Okzitanien 

Le panier d’ÒC
Serves 4
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Prep Time
35 min
Cook Time
45 min
Total Time
1 hr 20 min
Prep Time
35 min
Cook Time
45 min
Total Time
1 hr 20 min
Ingredients
  1. 400 g rosa Linsen, lentilles rosana
  2. 300 g Navets de Pardailhan, alternativ Rübchen
  3. 200 g Maronen oder Esskastanien, vorgegart
  4. 200 g Steinpilze
  5. 150 g geräucherte Entenbrust in Scheiben
  6. 1 Bund Frühlingszwiebeln
  7. 1 Bund Blattpetersilie
  8. Fleur de Sel, Pfeffer
  9. Olivenöl
  10. 3 EL Butter
  11. Essig von Abies Lagrimus
Instructions
  1. Die Linsen mit der doppelten Menge Wasser und wenig Salz aufkochen und bei mittlerer Hitze für 15-20 min köcheln lassen. Dann abgießen und in eine Schüssel geben.
  2. Die Navets putzen, in feine Scheiben schneiden und in Salzwasser blanchieren. Dann abgießen und beiseite stellen.
  3. Die Pilze in Scheiben oder Stücke schneiden und ohne Fett in einer Pfanne Farbe nehmen lassen. Dann bei geringer Hitze mit 1 EL Butter für ca. 10 min garen.
  4. Nun die Navets in einer Pfanne in 2 EL Butter und etwas Olivenöl leicht Farbe nehmen lassen. Die Esskastanien dazugeben und alles für ca. 10 min garen. Beiseite stellen.
  5. Die Linsen mit Fleur de Sel, Pfeffer und Essig abschmecken. Blattpetersilie und Frühlingszwiebeln waschen, abtrocknen und grob hacken.
  6. Die Linsen mit Navets, Esskastanien und Steinpilzen vorsichtig vermengen. Blattpetersilie und Frühlungszwiebeln dazu geben. Nochmals abschmecken.
  7. Auf einer Platte anrichten. Die Scheiben der geräucherten Entenbrust darauf geben.
  8. Mit etwas Olivenöl beträufeln und servieren.
Confiture de Vivre https://www.confiture-de-vivre.de/
Les plaisirs champêtres
Serves 4
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Prep Time
45 min
Cook Time
2 hr 50 min
Total Time
3 hr 15 min
Prep Time
45 min
Cook Time
2 hr 50 min
Total Time
3 hr 15 min
für die Charcuterie
  1. 250 g Saucisson de Lacaune
  2. 250 g Saucisse de Lacaune
  3. 250 g Jambon de Lacaune
  4. 250 g Magret de Canard sèché
für die Austern
  1. 12 Austern
  2. 1 Schalotte, geschält und fein gehackt
  3. Essig von Abies Lagrimus aus den Pyrenäen
für die Tapenade
  1. 200 g schwarze Lucques du Languedoc ohne Stein
  2. 6 Anchovis
  3. 30 g Kapern
  4. 2 Knoblauchzehen
  5. Olivenöl
  6. Fleur de Sel
  7. Pfeffer
für die Rotweinzwiebeln
  1. 200 g Zwiebeln
  2. 3 EL Honig
  3. 200 ml Vin doux naturel
  4. 300 ml Rotwein trocken
  5. Fleur de Sel
  6. Pfeffer
  7. 1 Zweige Rosmarin
  8. 2 Zweige Thymian
für die Charcuterie
  1. Die Wurst in sehr feine Scheiben schneiden und auf einer Platte anrichten.
für die Austern
  1. Mit einem Austernmesser vorsichtig öffnen und auf einer Platte anrichten.
  2. Die Schalotte sehr fein hacken und mit dem Essig verrühren. Zu den Austern reichen.
für die Tapenade
  1. Die Oliven, den Knoblauch, die Anchovis und die Kapern grob hacken. Dann in einem Mörser in die gewünschte Feinheit Mörsern. Mit Olivenöl, wenig Fleur de Sel und Pfeffer abschmecken.
  2. In einer Schale servieren.
für die Rotweinzwiebeln
  1. Die Zwiebeln schälen und vierteln. In einem Topf mit Olivenöl anschwitzen. Honig dazugeben und leicht karamellisieren lassen. Mit Vin doux naturel und Rotwein ablöschen. Rosmarin und Thymian dazugeben und bei mittlerer Hitze für ca. 20-25 min köcheln lassen. Mit Fleur de Sel und Pfeffer abschmecken. In eine Schale füllen, die Rosmarin und Thymian Zweige entfernen und servieren.
Confiture de Vivre https://www.confiture-de-vivre.de/

selbst eingelegte Oliven mit Rosmarin und Knoblauch

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Das Wenigste vom wirklich Wichtigen erschließt sich auf den ersten Blick, ein erstes Hören, Fühlen oder eben den ersten Geschmack. Viele kulinarische Momente, neue sensorische Erfahrungen und Geschmäcker haben sich mir bisher oft erst nach mehrmaligen Probieren erschlossen und sich in ihrer ganzen Schönheit präsentiert. Auch Oliven.

Meine erste Olive aß ich vor fast 25 Jahren in Pamplona, in einer muffigen, dunklen Tapasbar. Und es war nicht so, dass mich das salzige, verschrumpelte, schwarze Etwas dazu ermutigen wollte, mehr von sich zu kosten. Es war eher mein Anstand, der mich wieder und wieder in das kleine Steingut-Schälchen greifen ließ. Eine Einladung auf ein Bier schlägt man nicht so aus in der Fremde und ich war schon immer neugierig auf die Geschichten der Menschen. Oder womöglich war es doch der sublime Beginn unserer großartigen Liebe.

Niemals würden heute Oliven im Kühlschrank fehlen, niemals würde der erste Einkauf bei Ankunft in der Herzensheimat ohne sie im Korb enden und niemals würde ein gemeinsames Mahl mit Freunden beginnen, ohne dass Oliven zum Apéritif genascht worden wären. Wir lieben uns heiß und innig und wir werden nicht müde, uns gegenseitig unsere Verbundenheit zu beteuern. 

Abgesehen vom Wein gibt es keine vergleichbare Pflanze die mich ähnlich stark fasziniert, anzieht und zu der ich eine so wahrhaftige, tiefe Verbundenheit spüre. 

Ja, ich weiß, es ist eine Olive, aber ja, es ist eben eine Olive, eine Frucht des Lebensbaums, der die Menschen bereits seit Jahrtausenden begleitet, nährt und mit seinem ganzen Sein wohltut. So auch bei mir.

olivenernte-frankreich-hausgemacht-confiture-de-vivre

Im letzten Spätherbst wollte ich es wissen und nebenbei meiner nicht sehr ausgeprägten Fähigkeit des Geduldigseins eine Entwicklungsmöglichkeit geben. 

Der Baum vor’m Haus unserer Freunde in Südfrankreich hatte bereits reichlich Früchte in erntefähigem Zustand und es wäre ein Frevel gewesen, diese nicht zu verarbeiten. Der Baum rief danach. Nein, die Ausbeute war nicht riesig, es war eher das Tun an sich, was sich zutiefst befriedigend und auf eine besondere Art und Weise richtig und passend anfühlte. Ich mag meiner Hände Arbeit, ich mag die Gedanken dabei kommen und gehen sehen und ich mag das Sosein im Moment, ohne Schnickschnack, ohne Beiwerk – das Pure und Einfache. 

Ich vermutete, dass es nicht viel braucht, um die Oliven in genießbare kleine Früchtchen verwandeln zu lassen. Das Wichtigste schien mir Geduld und das Wohlwollen der Freunde, die während meiner Abwesenheit täglich einen liebevollen Blick auf den Ansatz werfen sollten. 

Und nun ist das zweite Mal Erntezeit – nach fast drei Monaten haben wir am vergangenen Wochenende die ersten eigens eingelegten Oliven probiert und es war ein erhebender Moment des Genusses, der uns besonders in seiner simplen Art so berührte. 

Das möchte ich wieder erleben! 

Bon Appétit!

eingelegte Oliven
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Ingredients
  1. für 1 kg Oliven
  2. 1 l Wasser
  3. 100 g Meersalz
  4. Saft von 2 Zitronen
  5. 3 Stengel Rosmarin
  6. 4 Knoblauchzehen
Instructions
  1. Die Oliven zweimal längs einschneiden. In den ersten 5 Tagen in einem Gefäß mit Wasser aufbewahren und das Wasser täglich wechseln. Damit werden den Oliven die heftigen Bitterstoffe entzogen.
  2. Nach 5 Tagen die Salzlauge herstellen. Das Wasser mit dem Salz aufkochen. Den Zitronensaft, Rosmarin und Knoblauch hinzufügen. Die Oliven damit übergießen. In einen Behälter füllen, der verschossen werden kann. (Sehr einfach eignet sich eine große Plastikflasche)
  3. Für mindestens 6 Wochen, besser länger kühl und dunkel stehen lassen, keines Falls jedoch im Kühlschrank.
  4. Zum Verzehr die Oliven abschöpfen und mit etwas Olivenöl beträufeln.
Confiture de Vivre https://www.confiture-de-vivre.de/

Wein, Olivenöl, Trüffel und mehr – Do it yourself im Languedoc

La Canicule, die erste große Hitzewelle, war unsere ständige Begleiterin, konnte uns aber nichts anhaben. Vier Tage drehten sich für uns fünf Damen rund um das Selbermachen – Do it yourself im Languedoc. Unsere Reise führte uns in die Départements Hérault und Aude. 

Noilly Prat

Von Samuel im Maison Noilly Prat in Marseillan wurden wir in die Künste der Barkultur eingeweiht und lernten, unsere eigenen Cocktails zu entwickeln. 

Oliven und Öl von L’Oulibo

Bei L’Oulibo in Bize-Minervois erfuhren wir alles über die Lucques, die halbmondförmigen Oliven und stellten unsere Tapenade her.

Le Somail

Am Canal du Midi speisten wir im Le Comptoir Nature nur die besten Produkte der Umgebung und erstanden antiquarische Schätzchen in einem der schönsten Buchläden, die ich bisher gesehen habe – im Le Trouve tout du Livre.

Claire de Truffes

Claire machte uns in kürzester Zeit zu angehenden Trüffelexpertinnen und zauberte mit uns ein mehrgängiges Menü.

Villa Limonade

In Olonzac, in der Villa Limonade sind wir nicht nur überaus gastfreundlich von Stephen und Jean-Marc beherbergt und verköstigt worden, wir haben hier unsere erste Cuvée assembliert. 

Auf Château Les Carrasses und Château St. Pierre de Serjac fühlten wir uns prinzessinnenhaft, genossen Pool und Ruhe und unsere herrschaftlichen Unterkünfte. 

Information: Zu dieser Reise wurde ich von Sud de France und Tourisme Occitanie eingeladen. Auf die Berichterstattung wurde keinerlei Einfluss genommen. 

„Le Quignon“ – Kolumne: eine Einladung zum Aperitif – überstehen, ohne Schaden zu nehmen und zu verursachen

Alsbald geht die Reisezeit los und der ein oder andere wird in den Süden starten – vielleicht auch nach Frankreich? Hat man Interesse, am Urlaubsort Kontakt zu den Einheimischen zu pflegen und sollte es dazu kommen, dass man eine Einladung für un apéritif (einen Aperitif) bekommt, rate ich dringend zum Weiterlesen! Meine Erfahrungen auf diesem Gebiet durften sich in den letzten Jahren mehren und in der Tat, es gibt ein paar Spielregeln, die zu beachten, nicht nur das Wohlwollen der Franzosen hervorruft, sondern auch dauerhafte Bekanntschaften ermöglicht 😉

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