Altes neu aufgelegt

Meine Urgroßmutter machte eine hervorragende Rote Grütze, die allseits beliebt war und allen gut mundete. Sie hatte auch eine Vorliebe für Graupeneintopf – der war weniger beliebt, ich konnte gar nicht ran und habe bis heute kein Verlangen nach selbigem Eintopf.

Trotzdem kaufte ich – ich muss mal im Unterbewusstsein kramen, was das tatsächliche Motiv war – vor einiger Zeit eine Packung Perlgraupen! Nun stand ich die Tage in der Speisekammer und die Perlgraupenpackung glotzte mich geradezu herausfordernd an als wollte sie sagen: „Hallo, ich bin noch da, mach was aus mir!“ Ja, ich dachte an den Graupeneintopf meiner Urgroßmutter und dachte: „Uroma, ich hab dich wirklich gern gehabt aber mit dem Graupeneintopf das wird nichts.“ Es musste was anderes her.

Die kleinen Gräupchen, geschälte und polierte Weizen- oder Gerstenkörner erinnerten mich an Reis, der Reis wiederum an Risotto – und den liebe ich!

So entstand der Perlgraupenrisotto, ein zartes Stückchen Fleisch dazu, was will man mehr!

Danke Uromi!

Hier das Rezept:

Rancio sec aus Rivesaltes

Schon lange wollte ich über eine Neuentdeckung dieses Jahres berichten. Während unseres Aufenthaltes im Roussillon lasen wir in der Zeitschrift „Terres Catalanes“ über eine Spezialität der Katalanen. Es handelt sich hier um den Rancio sec. Rancio ist eine Bezeichnung für die Süßweine und bedeutet soviel wie „ranzig“. Wer nun denkt, der Verzehr führe vielleicht zu unliebsamen Nebenwirkungen, der irrt.

Der Wein aus der Grenache – Traube wird in großen Glasballons der Sonne Südfrankreichs ausgesetzt und oxidiert. Normalerweise entstehen so die Vin Doux naturel. Doch einige Domaines haben sich auf den Weg gemacht und bauen den Rancio mittlerweile trocken aus.

Auf unserem Weg durch den Süden probierten wir den Rancio sec der „Domaine Lhéritier“ und waren sofort hin und weg. Ja, aufpassen sollte man in der Tat. Er ist unheimlich süffig und verführerisch, hat jedoch auch stolze 15 % Vol. Das Bouquet erinnert stark an die Süßweine, Aromen von Mandel, Rauch und Torf treten hervor.

Eine wirkliche Entdeckung, sehr passend für die kommenden Festtage, braucht der Rancio sec doch einen starken Partner, um seine Größe entfalten zu können. Wir nahmen ihn kürzlich als Begleiter zu Wildpâté an Wildkräutersalat, es hat uns trefflich gemundet.

Wer sich gern noch mehr belesen will, es gibt seit kurzer Zeit ein sehr schönes Blog dazu,

à votre santé!