Frühlings-Terrine

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Der Frühling ist da und mit ihm besagte Gefühle. Wir sind gerade für längere Zeit in Frankreich, ganz fernab von Urlaub, sondern zum Arbeiten. Und es ist herrlich! Ich liebe unseren Landstrich, die Menschen, die Natur, einfach alles! Und Vieles geht mir gehörig auf den Zeiger. Und das ist auch gut so!

Noch vor einigen Jahren hatte ich ganz schön die rosarote Verklärungsbrille auf und schwebte quasi im Dauer-La-La-Frankreich-Land und das war eben nicht gut so. Ich werde niemanden bekehren wollen und darauf dringen, die Augen und Ohren gaaaanz weit aufzumachen, aber ich habe auch ein bisschen die Nase voll, von ständigen Lavendel-Bildern, strahlendem Sonnenschein und dicken Meeresfrüchte-Platten. Ja, das ist Frankreich, aber es hat auch ganz andere Gesichter und für mich gehören sie zu einer reflektierten Lebens-und Arbeitsweise einfach dazu. Über unsere Heimat Deutschland wird ja auch allerorten und von jedem gemeckert, und wenn es über das Wetter ist, wofür nun das arme Deutschland mal auch nichts kann. 

Wenn ich zum vierten Mal in Folge wegen einer nicht zugestellten Paketlieferung zum Postamt muss, jeder Beamte dort etwas anderes sagt und erst, nachdem ich schon etwas fuchtig bin, dann doch in seiner Kammer mein Paket findet, aber nur mit den Schultern zuckt, dann nervt das. 

Wenn in der Karfreitagsprozession bei der Andacht dazu aufgerufen wird, Andersdenkenden und ihrer Religion bloß nicht zu viel Raum zu geben, dann halte ich das für gefährlich und das nicht nur hier im Süden. 

Wenn ich sehe, wie mit dem Müll umgegangen wird, dann bekomme ich das große Grausen. Müllcontainer zur Trennung stehen wohl vermeintlich zur Zierde in der Gegend und werden als Angebot verstanden, nicht als Verbindlichkeit. 

Wenn ich über Wochen nicht planbar mit dem Zug fahren kann, weil für drei Monate die Bahnleute im Streik sind und die Informationspolitik dazu eine Katastrophe ist, dann fällt es mir schwer, Verständnis aufzubringen. 

Über Erfahrungen mit Immobilienmaklern kann ich mittlerweile ein Buch schreiben. Das nur am Rand.

Vieles wird gut angedacht, aber nicht konsequent zu Ende und es begegnet einem eine Form von Ignoranz, die man auch mit allem Augenzudrücken nur als solche bezeichnen kann. Freunde können noch ganz andere Geschichten berichten, ganz unabhängig, ob sie Deutsche, Engländer, Norweger oder selbst Franzosen sind. 

Und trotzdem – ich liebe dieses Land, mit all seinen Macken, Grässlichkeiten, Tunichtguten und dem ganzen Gedöns. Und ich liebe es mehr und mehr, je mehr ich von Mentalität, Staatsapparat und Vorgehensweisen verstehe. Und es bedeutet eben nicht, die Augen zu verschließen, sondern sie noch weiter zu öffnen. Es bedeutet auch, darüber zu sprechen und nicht im eitel Sonnenschein im Lavendelfeld zu verweilen.

Erst das macht für mich eine erwachsene, offene, wahrhaftige Liebe aus. Und dann wird es richtig schön! Genau wie mit dieser unglaublich frischen Frühlings-Terrine, die alles vereint, was die traumhaften Märkte derzeit aufbieten können. 

Petit pois, also frische Erbsen, Saubohnen, die hier Fêve heißen, junge Möhrchen, Frischkäse und jede Menge frische Kräuter. 

Und so serviere ich in diesen wunderbaren Frühling hinein diese Terrine, die wunderbar als Vorspeise passt und die nicht mehr braucht, als ein Stück frisches Baguette.

Bon appétit! Haltet eure Augen und Ohren offen!

Frühlings-Terrine
Serves 4
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Prep Time
30 min
Cook Time
10 min
Total Time
6 hr
Prep Time
30 min
Cook Time
10 min
Total Time
6 hr
Ingredients
  1. 150 g junge Erbsen
  2. 150 g Saubohnen
  3. 5-6 Mini-Karotten
  4. 200 g Frischkäse
  5. 1 Bund Dill
  6. 1 Bund Kerbel
  7. 1 Bund Schnittlauch
  8. 4 Blätter Gelatine
  9. Salz und Pfeffer
  10. Olivenöl
  11. einige Blätter Basilikum
  12. einige Blüten Rosmarin
Instructions
  1. Die Erbsen und Saubohnen aus den Schalen pellen. Die Saubohnen kurz blanchieren, dann abschrecken und aus den inneren Schalen entnehmen. Die Erbsen roh lassen. Beides beiseite stellen.
  2. Die Gelatine in kaltem Wasser auflösen. Ein paar Zweige von Dill, Kerbel und Schnittlauch aufheben, den Rest fein hacken.
  3. 500 ml Wasser zum Kochen bringe. Dann vom Herd nehmen und die Gelatine hinzufügen. Den Frischkäse, dreiviertel der Erbsen und Saubohnen sowie die gehackten Kräuter dazugeben und alles sehr gut verrühren. Salzen und pfeffern.
  4. In eine Terrinenform geben und glatt streichen. Mit Klarsichtfolie abdecken und für sechs Stunden kühlen.
  5. Die restlichen Erbsen, Saubohnen und die Mini Karotten mit etwas Olivenöl nappieren.
  6. Zum Servieren, die Terrine auf eine Platte setzen. Mit den Erbsen, den Saubohnen, den Karotten, ein paar Zweigen der Kräuter, den Basilikumblättern und Rosmarinblüten dekorieren.
Confiture de Vivre https://www.confiture-de-vivre.de/

Salat mit wildem Spargel aus den Hautes Corbières

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Uns gefällt es ja zu jeder Jahreszeit im Süden. Auch zeitig im Frühjahr, wenn die Tramontana noch richtig kalt bläst und man gut daran tut, eine Kopfbedeckung dabei zu haben. Wenn sich die Sonne zeigt und man ein ein windgeschütztes Plätzchen hat, dann macht es richtig Spass. 

Auf unserer Tour durch die Hautes Corbières haben wir bereits den ersten wilden Spargel entdeckt. Grund genug, einen frühlingsfrischen Salat zuzubereiten, der das wundervolle Grün so richtig hübsch in Szene setzt. 

Quintillan-Corbieres-Südfrankreich-Confiture-de-vivre

Vor Jahren haben wir im Minervois das erste Mal wilden Spargel gesehen und auch gegessen. Genau wie die petits pois gehört er nun für mich zum Frühling in Frankreich dazu. Wer sich aufmacht, um die Gegend zu entdecken, dem wird er auch tatsächlich wild begegnen, für alle anderen gibt es ihn auch auf dem Markt. Grand frais, eine Supermarktkette, die eine besondere große Auswahl an saisonalem Obst und Gemüse, führt ihn auch gelegentlich.
Das schöne am wilden Spargel ist, dass er bekömmlich roh verarbeitet werden kann. 

Hautes-Corbieres-Südfrankreich-Confiture-de-vivre

Tuchan-Mont-Tauch-Südfrankreich-Corbieres-Confiture-de-vivre

Unsere Tour führte uns über Paziols und Cucugnan nach Tuchan und weiter nach Montgaillard. Von dort ging es in einer kleinen Schleife über Félines-Termenès, Albas und Quintillan. In diesem Gebiet muss man den wilden Spargel nicht suchen, sondern einfach mitnehmen. Eine friedliche Gelassenheit, Ruhe und Anmut strahlen die wunderschönen Hügel der Corbières aus und laden gerade im Frühjahr zu Wanderungen ein. Auch die Strauchheide Garrigue erwacht wieder zum Leben. Gelb leuchten die ersten Blüten durch die Rebzeilen und die Rebstöcke beginnen, ihre Blätter rauszuschießen. 

Paziols-Pyrenäen-Corbieres-Confiture-de-vivre

Embres-et-Castelmaure-Corbieres-Confiture-de-vivre

Für den Salat mit wildem Spargel braucht es nicht viel. Wir haben ihn um einige Stangen grünen Spargel ergänzt und sind mit einer essbaren italienischen Cedrat-Zitrone ein bisschen „fremdgegangen“. Wildkräuter und geriebener Manchego, Olivenöl aus Fitou, Zitronen Saft, Salz und Pfeffer – mehr braucht es nicht.

Bon appétit!

Spargelsalat mit gerösteten Erdbeeren und Rhabarber

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Das Leben spielt sich gerade mächtig offline ab und das ist auch gut so. So viele unglaublich spannende Türen öffnen sich und ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Somit heißt es Abwägen, die innere Balance behalten und mit seinen Energien haushalten. Dabei auf den Körper zu hören und ihm zu lauschen, wonach es ihm verlangt, ist mir zu einer so sinnlichen wie wichtigen Aufgabe geworden. Sei der Tag auch noch so prall gefüllt, ein gemeinsames, mit Ruhe und Bedacht eingenommenes abendliches Mahl, ist bei uns gesetzt. Der Frühling erstrahlt in seinen schönsten Farben, auch auf unseren Tellern, so wie dieser Spargelsalat mit gerösteten Erdbeeren und Rhabarber. Weiterlesen

Erbsen-Spargel-Ziegenkäse Tartines

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Die Sonne lockt derart nach draußen, dass es nun endlich wieder Zeit für einen Apéritif an der frischen Luft wird. Ich sehne mich nach Plaudern im Garten, mit lieben Nachbarn, sonnengewärmter Haut und einem leicht gekühlten Wein mit einem passenden Häppchen. Alles das und einen Gewinn für 6 Glückliche habe ich hier zu bieten. Die Erbsen-Spargel-Ziegenkäse Tartines sind ein Rezept, dass sich so leicht und im Handumdrehen vorbereiten lässt, dass man noch genügend Zeit hat, beim Weinhändler des Vertrauens ein gutes Tröpfchen auszusuchen.  Weiterlesen

lauwarmer Asparagus mit Erdbeeren

Jetzt zur Spargelzeit, kann ich nicht genug davon bekommen. Ich mag ihn sehr gern kurz angebraten und als lauwarmen Salat. Gestern waren wir bei Freunden zum Braten, in Thüringen sagt man nicht grillen, und da hab ich schnell eine kleine Beilage vorbereitet.

Ein Extra-Rezept ist dafür nicht notwendig. Spargel schälen und in kleine Stücke schneiden. In einer Pfanne anschwenken, ein paar kleine Tomatenhälften dazu, würzen. 10 Minuten auf kleiner Flamme belassen. In eine Schüssel geben. Die Erdbeeren waschen und putzen, halbieren und zum Spargel geben. Einige frische Minzeblätter hacken und drüber streuen, fertig.