„Le Quignon“ – Kolumne: schwarzer Samstag – Samedi noir

Ich bin ein wenig spät dran, ich weiß. Warum, weshalb, wieso, erzähle ich euch die Tage – das ist auch wichtig. Heute gibt’s noch einen très important (sehr wichtigen) Tipp zum Reisen  nach und durch Frankreich – es ist schließlich Sommer und Ferienzeit.

Wenn man, wie wir jedes Jahr, in den Süden will, nehmen wir die A6 – Autoroutes du Soleil. Das klingt schon recht vielversprechend, oder? Ja, es ist die Straße in die Sonne, meistens jedenfalls.

Doch sie hat auch ihre Schattenseiten. Zunächst muss man (wir haben noch keine wirklich gängige Alternative gefunden) quasi durch Lyon durch. Ich erinnere mich mit Schrecken an die letzte Passage- traumatische Spuren haben sich tief in meinem Hippocampus festgesetzt! Eine Irrfahrt, die Odysseus Konkurrenz gemacht hätte trifft es auf den Punkt!

Hat man Lyon dann endlich hinter sich gelassen, durchquert man das reizende Departement Drôme (einen Abstecher wert) und ist dann mitten drin in der lieblichen Provence. Von der Autobahn hat man einen hübschen Blick auf den Mont Ventoux und derlei andere „Sehenswürdigkeiten“. Davon konnte ich mich vor einigen Jahren selbst und unfreiwillig zu lange, überzeugen.

Wir hatten den Schwarzen Samstag erwischt. Schon davon gehört? Wenn nicht, hier die Details.

Schon rund um Lyon staute es sich und der Weg in die Peripherie kostete uns Stunden. Die Temperaturen waren – Anfang August, sportlich und die Klimaanlage hatte zu tun.

Nachdem wir Lyon verlassen hatten und uns, mehr schlecht als recht, weiter südlich quälten, wurde uns das ganze Ausmaß deutlich. Radio Trafic meldete durchweg „Bouchon“– also „Stau“.

Wir standen bei 40° Celsius Außentemperatur auf der Autobahn, 350 km vom Zielort entfernt – 400 km Stau waren auf unserer Strecke gemeldet. Und nicht, dass das alles gewesen wäre – wir lernten auch, was Kühler auf französisch heißt – radiateur – der ist nämlich geplatzt und so hatten wir noch mehr Spass – in der nächsten Werkstatt – dazu die entsprechenden Tipps demnächst hier 😉

Sehr viele Stunden später, sind wir, dank einer Mitgliedschaft im ADAC, wohlbehalten am gelobten Ort angekommen und beim ersten kühlen Ankomme-Bier wurde uns dann auch klargemacht, dass wir einen großen Fehler gemacht haben – eine Reise durch Frankreich am ersten Augustwochenende.

Deshalb auch schwarzer Samstag – an diesem Tag/Wochenende ist ganz Frankreich auf dem Weg in die Ferien, große Automobilfirmen schließen die Werke und auch die Schulferien beginnen überall zum gleich Zeitpunkt.

Tja, dumm gelaufen – passiert uns nicht mehr.

hier noch mal in Kurzform wichtige Tipps:

  • sei vor 8 Uhr morgens an Lyon vorbei
  • überprüfe das Fahrzeug auf Fahrtüchtigkeit
  • habe genügend Wasser dabei – und kompostierbare „mobile Toiletten“ (gibt’s im Campingausstatter) – das meine ich ernst, mich hat es gerettet
  • höre Radio Trafic
  • fahre auf gar keinen Fall am ersten Augustwochenende, auch nicht nach Spanien – die einzige Autobahn, die dort hinführt, ist dicht

Bonne route!

Veröffentlicht von Sandy

kulinarische Reisejournalistin, Foodfotografin, Frankreich und dem guten Leben zugetan, mit Vorliebe für Essen und Wein

7 Kommentare

  1. OK, das schlägt den Stau vor meinem, ähem, „geliebten“ Elbtunnel doch um Längen! Aber auch da wünschte ich mir eine solche kompostierbare Toilette. Überhaupt, guter Tipp, ich geh gleich mal schauen! (Gnihihihi, was für ein Thema in einem Foodblog! :-D)

  2. Fangen in Frankreich die Ferien nicht am 14 juillet an? Noch ein Tipp für Italien nie am 15. August nach Italien ohne Hotelreservierung.

    • Die Werksferien großer Firmen beginnen Anfang August und dann starten die meisten mit den Familien in den Urlaub. Es wird auch schon vorher geurlaubt aber der Großteil fährt im August. Guter tipp für Italien, danke Zorra!

  3. Liebe Sandy, habe deinen Blog über die wunderbare Post aus meiner Küche entdeckt und ich bin begeistert. Nur schade, dass ich ihn nicht eher entdeckt habe. Bist jedenfalls direkt in meinem Reader gelandet 🙂

    Liebe Grüße
    Anne

    • Liebe Anne, das freut mich natürlich sehr! Ja, so eine Küchenaktion bringt nicht nur Süßes sondern auch nette neue Kontakte 😉 Liebe Grüße

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