Ausstellung – Autour du Puy de la Gardie in Tuchan

„Sollten wir nicht unserem kleinen Hügel eine Ausstellung widmen? Er tut uns so wohl, hat uns in den heftigen Confinements Kraft gegeben und Balance?“ 

Pascale, meine Nachbarin und Freundin, ist ganz aufgeregt. 

„Du meinst, wir zeigen, was der Puy de la Gardie für uns bedeutet? Was du mit den Kräutern anstellst – deine Collagen, deine verwunschenen Zauber-Kreaturen…?“ 

„Genau! Und du stellst deine kulinarischen Fotos, deine heilenden Aromaölprodukte und deine Trockenkräuter-Installationen aus… Vielleicht bietest du auch eine kleine Verkostung an?!“ 

Kein Zögern, da bin ich dabei! 

Unser kleiner Hausberg ist unser Beschützer. Nicht umsonst heißt er „Gardie“. Er ist ein Gardien, ein Wächter, wacht über das Dorf und die Menschen. Und wir wachen über ihn und alle Schätze der Garrigue. 

Wir laden zu einer gemeinsamen Ausstellung ein, die mit einer Vernissage am 14. August 2021 in der Cave Coopérative in Tuchan beginnt. Von Herzen teilen wir das Gute, das uns der kleine Hügel schenkt. 

Unser Dorf ist es wert, zu Besuch zu kommen und wir möchten einen Beitrag leisten, um den unschätzbaren Wert einer intakten Natur deutlich zu machen, das alte Wissen um Kräuter, Bräuche und Traditionen zu bewahren und die Neugier auf eine Entdeckungstour zu wecken. 

Wir freuen uns auf alle, die kommen! 

 

PRESSEMITTEILUNG

Sandy Neumann und Pascale Queval präsentieren:

AUTOUR DU PUY DE LA GARDIE

Eine Ausstellung-Verkostung mit allen Sinnen 

in der Cave Coopérative in Tuchan

Ob Rosmarin, wilder Knoblauch oder Thymian für ein neues Rezept oder Feigen- oder Akazienblätter für eine neue Collage, Sandy Neumann und Pascale Queval suchen und finden ihre Zutaten und Materialien in der Garrigue, genauer gesagt am Le Puy de la Gardie, in der Nähe ihrer Häuser.

Die Ausstellung lädt sie nicht nur ein, die imaginäre Welt zu entdecken, die der Puy de la Gardie in Pascale inspiriert und geweckt hat, sondern auch die neuen Aromen zu erkunden, die er Sandys Rezepten gegeben hat.

Collagen, ätherische Öle, Tusche- und Buntstiftzeichnungen, Balsame und Sprays, imaginäre Wesen in Ton.

Das alles gibt es am Samstag, 14. August, im Weinkeller Mont Tauch in Tuchan auszuprobieren und zu entdecken.

Lassen Sie sich locken von dem Erlebnis mit allen Sinnen!

Vernissage am Samstag, 14. August 2021, 16:00 – 18:00 Uhr 

Ausstellung vom 14. August bis 4. September 2021

10:00-12:00 – 14:00 – 18:30 Uhr 

 
COMMUNQUÉ DE PRESSE

Sandy Neumann et Pascale Queval présentent :

AUTOUR DU PUY DE LA GARDIE

Une exposition- dégustation multisensorielle

à la Cave du Mont Tauch de Tuchan

Que ce soit pour ramasser du romarin, des ails sauvages ou du thym en vue d’une nouvelle recette, ou pour cueillir des feuilles de figuiers ou d’acacia pour un nouveau collage, Sandy Neumann et Pascale Queval vont chercher leur ingrédients et matériaux dans la garrigue et plus précisément sur

Le Puy de la Gardie, près de chez elles.

Cette exposition vous invite non seulement à découvrir le monde imaginaire que le Puy de la Gardie a inspiré à Pascale, mais aussi à explorer les saveurs nouvelles qu’il a données aux recettes de Sandy.

Collages, huiles essentielles, dessins à l’encre et au crayon de couleur, baumes et sprays, créatures imaginaires en terre peinte, tout est à essayer et à découvrir samedi 14 aout à la cave viticole du Mont Tauch de Tuchan.

Venez prêts pour une expérience totale !

Vernissage Samedi 14 aout 2021, 16H-18H

Exposition du 14 aout au 4 septembre 2021

10H-12H, 14H-18H30

 

Miesmuscheln in Sauce Escabeche

„Das sieht auch für die kommenden Tage nicht anders aus!“

Pierre zuckt die Schultern, wie er es immer macht, egal, ob sich etwas Schönes oder weniger Schönes ankündigt.

„Dann bleibt die Küche bei mir weiter kalt.“  

Mir fällt schon was ein. Die tropischen Temperaturen, die auch nachts das Thermometer nicht unter 26 Grad fallen lassen, führen bei mir nicht nur zu Schlaflosigkeit, sondern zugleich auch zu neuen Rezeptideen für erfrischende Speisen und Getränke. 

Vom Markt habe ich einige Karotten mitgebracht, ein paar Fenchelknollen vom letzten Spaziergang mit dem Hund. Bald wird der Fenchel blühen, dann werden die Blüten gesammelt, in mühevoller Kleinarbeit abgezupft und getrocknet. Die zarte Anisnote ist perfekt zu Fisch. Gegrillte Makrelen fülle ich damit und es ist unvergleichlich gut. 

la Canicule – Hitze ohne Ende 

Die erste Affenhitze des Jahres, in Frankreich la Canicule genannt, hat uns fest im Griff. Im Briefkasten steckte bereits der erste Flyer, der dazu aufruft, ausreichend zu trinken, nach den älteren Nachbarn zu schauen und bloß vorsichtig in der Garrigue zu sein. So schnell entzünden sich Feuer und dann breiten sich wahnsinnig schnell aus, wenn der Wind dazu weht. 

Tagsüber klettert das Thermometer auf fast 40 Grad. In der großen Hitze im Sommer 2019 konnte ich problemlos innerhalb weniger Stunden Tomaten und Aprikosen trocknen. Das ist zwar ein hübsches kulinarisches Add-on, gleichzeitig aber ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Es ist zu heiß aber vor allem zu trocken. 

nicht eiskalt, kühlend muss es sein 

Ich liebe kalte Suppen und ich liebe sie besonders mit einer schönen Säure. Die erfrischt, gut gekühlt und lässt Platz und macht Appétit auf einen leckeren Fisch vom Grill. Miesmuscheln in Sauce Escabeche rufen laut „Hallo Sommer, du kannst bleiben!“

Die Sauce Escabeche ist auch in der französischen Küche seit langem ein Klassiker. In der Zubereitung für die Muscheln habe ich sie einfach gestreckt, sie ist flüssiger und die Miesmuscheln dominieren. Für eine Portion extra Frische nehme ich reichlich Blattpetersilie. 

Die geschmackliche Tiefe verstärkt sich, wenn man die Muscheln in der Sauce Escabeche über Nacht im Kühlschrank durchziehen lässt.

Also ran an den Sommer!

Bon appétit!

Miesmuscheln in Sauce Escabeche

für 4 Personen zum Apéritif

1 kg Miesmuscheln, geputzt, ergibt ca. 250 g reines Muskelfleisch

1 Schalotte, gepellt, fein gehackt

1 Lorbeerblatt

6 Pfefferkörner

2 Knoblauchzehen, geschält, nur zerdrückt

2 Karotten, geputzt, in feine Stücke geschnitten

1/2 Fenchelknolle, geputzt, fein gehackt, das Grüne zur Deko

100 ml Essig, z.B. Muscat de Rivesaltes oder ein hochwertiger Weißweinessig 

1 TL Salz

60 ml Olivenöl

200 ml Wasser 

1/2 Bund glatte Petersilie 

 

Zubereitung 

Schalotte, Knoblauch, Karotten und Fenchel in Olivenöl anschwitzen. Keine Farbe nehmen lassen. Mit Essig ablöschen und das Wasser dazugeben. 

Salz, Pfeffer und Lorbeerblatt in den Sud geben. Alles für 15-20 min köcheln lassen, dann beiseite stellen. Wenn er abgekühlt ist, nochmals abschmecken. 

Die Miesmuscheln in wenig Wasser mit einer Prise Salz in einem Topf bei mittlerer Hitze garen. Hat man direkt Meerwasser zur Hand, dann darin garen und das Salz weglassen.

Das Garen geht in der Regel sehr schnell. Aufpassen, dass die Hitze nicht zu stark ist, ansonsten denaturiert das Eiweiß und die Miesmuscheln zerfallen flockig. 

Die Miesmuscheln abgießen, abkühlen lassen und aus den Schalen nehmen. Das Muskelfleisch in den Sud geben. Im Kühlschrank einige Stunden, am besten über Nacht, durchziehen lassen. 

Zum Servieren das Grün vom Fenchel und die Petersilie hacken. Auf die Miesmuscheln in Escabeche geben und in vorgekühlten Schalen genießen.

 

 

 

 

 

 

Salat mit Wildspargel, wildem Rucola, Limonomedica und geriebenem Ziegenkäse demi-sec

C’est le printemps! Es ist Frühling! Spätestens Anfang März seit sich die ersten wilden Spargelspitzen durch ihr stachlig-kratziges Gestrüpp gekämpft haben, ist hier in unserem Dorf allen klar – der Frühling ist da.

Während ich im Homeoffice sitze, wandern draußen schon die ersten Handvoll Spargel vorbei, getragen von stolzen Pflückerinnen. Das heißt für mich, ab nach draußen in die Garrigue, wenn es um Wildspargel geht, schenkt man sich hier nichts. Als wir das Haus kauften, zeigte mir der Makler die Stellen um unser Haus, wo vereinzelt Spitzen sprießen. Verraten hat er seine Stellen nicht, nur, dass sein Omelette tellement très bon sei. 

Das hat mich erst so richtig rausgefordert, long Story short – ich habe seit zwei Jahren meine eigenen Geheimplätze ☺️ Besonders viel Gestrüpp rundherum schützt oft vorm Finden und hält die Vorsichtigen ab. Ich sehe wie ein Luchs und tune meine Augen auf Spargel-Blick. 

Nach unserem zehntägigen inneren Frühjahrsputz gelüstet es mich noch mehr nach viel frischem Grün, am liebsten selbst gepflückt und ohne viel Schnick-Schnack. Eindrücke aus dem Fasten-Tagebuch teile ich hier.

Anfang März stand der letzte Korb Zitrusfrüchte dieser Saison von Agrumes Bachès vor meiner Tür und in ihm auch die Limonomedica. Die Kreuzung aus Zitrone und Cedrat mit aufgeworfener Schale ist mild und kann, in feine Scheiben geschnitten, roh gegessen werden. Im Salat schmeckt nichts frischer. 

Auch der Rucola treibt  sein wildes Unwesen in den Weinbergen. Ich bin so froh, dass hier die meisten auf Bio umgestellt haben und es in den Rebzeilen einfach wachsen darf. Die Senfnoten vom wilden Rucola ergänzen den Dreiklang mit Spargel und Limonomedica. Der Spargel bleibt roh, er ist so fein, dass alles andere ihn nicht besser werden lässt.

Viel Gewürz braucht der Salat nicht. Wenig Fleur de Sel, frischer schwarzer Pfeffer, Olivenöl und ein paar Spritzer Saft der Limonomedica. Von Pénélope hatte ich noch Ziegenkäse semi-sec, also halb getrockneten, im Käsefach. Über den Salat gerieben ist es ein Match made in Heaven. 

Vom Wildspargel hatte ich so viel gejagt, dass es am Ende noch für ein Omelette gereicht hat. Zusammen mit meiner Winzer-Freundin Katie stand ich in der Küche und sie hat die passenden Weine zum Omelette ausgesucht.  Morgens 8:30 Uhr haben uns 500 hungrige Menschen im Netz zugesehen beim Kochen und Wein degustieren. 

Wir hoffen, dass unsere Idee vom Picknick im Weinberg in der Zukunft eine Chance haben kann. Ich brenne darauf, mit Menschen auf Kräuterwanderungen meine wunderschöne Umgebung näher zu bringen und dann gemeinsam am Tisch Platz zu nehmen. 

On verra bien! 

 

 

Aïgo Boulido – provenzalische Suppe mit reichlich Knoblauch

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Reichlich war zu verdauen am Ende des letzten Jahres. Das ganze Jahr 2020! Wir haben uns, wie immer am Jahresende, Zeit zur Rückschau gegeben und genommen. Intensiv, reinigend, klärend, befreiend und mit großer Dankbarkeit haben wir uns verabschiedet und einen Ausblick auf das neue Jahr gewagt und Wünsche manifestiert. Die Zeit zwischen den Jahren fühlt sich natürlich und stimmig dafür an, wir selbst erleben uns durchlässiger und bereiter. Der Schluss des Jahres war auf besondere Art leise und das nicht nur, weil hier in Frankreich nicht geböllert und geknallt wird. Wir haben quasi ins neue Jahr reingeschlafen und es war herrlich! 

Etwas zu verdauen, an dem man lange gekaut hat, es sich bis auf die feinstoffliche Ebene einzuverleiben, ist ein langer Prozess. Manches stößt lange auf, manches bleibt unverdaulich und manches ist so im Fluss, dass es sofort ein wahrer Genuss ist. Die Fragen danach, was es bedeutet, sich etwas einzuverleiben, zu Eigen zu machen, es aufzunehmen, zu absorbieren und zum Bestandteil des Selbst werden zu lassen, das beschäftigt mich gerade auf allen Ebenen. Ich werde dem in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit schenken. 

worauf ich in 2021 Augenmerk lege

Welche schöpferische Arbeit bereichert mich und schenkt mir Freude? Wie kann ich meiner Berufung weiter folgen und andere auf ihrem Weg zu einem erfüllten Leben unterstützen? Was bedeutet für mich Fülle und wie kann ich mein Potential leicht und beschwingt nutzen? Was gibt mir Sicherheit, eine stabile Basis und starke Wurzeln? Wie schenke ich mir Liebe und wie anderen? Und nicht zuletzt – was nährt meinen Körper, meinen Geist, meine Seele und lässt mich wachsen und blühen? 

wenn eine Suppe nähren kann – mehr als ein Rezept 

Sofort fällt mir da die Aïgo Boulido ein. Eine simple, bescheidene Suppe, eine provenzalische Suppe mit Knoblauch, gekochtes Wasser streng genommen, die, schenkt man den Sprichwörtern Glauben, das Leben retten kann. In der Küche zu stehen und einen Topf mit Wasser, Rosmarin, Salbei, Thymian, Lorbeer und eben Knoblauch zum Kochen zu bringen ist mehr als einem Rezept folgen und kochen. Es ist eine Hinwendung, zum Einfachen, Ursprünglichen und vor allem zu sich selbst. Ganz ohne Schnörkel und Schnickschnack, ohne Putz und Tand und Glanz und Gloria. 

Und wie die Suppe dazu beiträgt, Schweres verdaulich zu machen, so nährt sie nicht nur den Körper sondern ist ein Balsam für Seele und Geist. Sie wärmt und hüllt uns ein wie eine Wolldecke, streichelt sanft und tröstet. Die Aïgo Boulido ruft sich selbst auf den Plan, man muss nur aufmerksam sein. Und sie bringt dann genau das mit, was man gerade am Dringlichsten braucht, wenn man drauf vertraut.

Bon Appétit!

P.S. Das Rezept habe ich unverändert aus meinem eigenen Rezeptbuch übernommen. 

 

Gutes aus Zitrusfrüchten für schnelle Geschenke zu Weihnachten

Zitrusfrüchte-aus-Südfrankreich

Hier war es eine Weile still. Das hat eine Vielzahl von Gründen und für die allermeisten bin ich sehr dankbar, weil sie bereits ganz viel Vorfreude auf 2021 machen. Nach mehr als sechs Wochen sehr strengem confinement, wieder mit einem Radius von 1km/1h pro Tag, gibt es nun einige Lockerungen, jedoch bleibt die nächtliche Ausgangssperre erhalten. Meine psychologischen Tätigkeiten erforderten absolute Fokussierung, dazu die neuen Projekte für 2021 und meine wunderbaren Aufträge für das kulinarische Magazin von Taste FranceWeiterlesen