Der Weinatlas – alles, was man (für den Anfang) braucht

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Im Sommer habe ich wieder eine Menge über südfranzösische Rebsorten dazu gelernt. Mein angestrebtes, langfristiges Ziel ist es, durch die Weingärten zu streifen und nach Begutachtung von Blattwerk und Trauben, die Rebsorte fehlerfrei bestimmen zu können. Ich möchte gern Carignan von Mourvèdre unterscheiden, will über das Terroir mit den ortsansässigen Winzern parlieren und  mir den Süden zu Eigen machen. Ein größeres Projekt, wie sich unschwer erkennen lässt. Aber eines, was mir am Herzen liegt. Nach eingehender fachlicher Beratung durch meinem hochgeschätzten Freund Andrew Jefford, folgte die Ernüchterung, nicht nur nach reichlichem Genuss Pic Saint Loup-Weins, auf dem Fuß. Im wohlwollendsten Licht könnte man mein Ansinnen als romantisiert bezeichnen. Andrews Vorschlag – ein Studium in Montpellier. Soweit die Theorie, in der Praxis leider nicht umzusetzen. Eine Alternative muss her und sie ist gefunden. „Der Weinatlas“ des dynamischen Duos Hugh Johnson und Jancis Robinson wiegt schwer, ist aber ein wirklich hervorragendes Werk für einen Einstieg. 

Auf 400 Seiten, mittlerweile in der 7. überarbeiten Auflage, ist es ein Nachschlagewerk, Lese – und Lernbuch für ambitionierte Einsteiger und „Auf den Grund Geher“. Mit einer unglaublichen Akribie erklären die beiden renommierten Autoren einem die Welt des Weins. Zahlreiche, herausragend gestaltete und sehr detaillierte Karten lassen Appellationen visuell werden, von denen man sonst nur gehört hat. Auch kleine, bisher verkannte Anbaugebiete kommen zum Zug. Kenntnisreich erfährt man über die Arbeit im Weinberg, die Kunst des Kellermeisters bis hin zu Ausbaumethoden und der noch immer gern diskutierten Frage nach dem richtigen Verschluss.

Nicht nur die Big Player der Weinbauregionen werden portraitiert, auch aufstrebende, dynamische Regionen wie Kroatien finden Platz.

Mit dem Buch fühlt man sich bestens unterhalten und mit neuem Wissen bereichert. Als Nachschlagewerk besticht es in Klarheit und Nachvollziehbarkeit, um sich vor oder nach einem Einkauf beim Weinhändler des Vertrauens weiter zu belesen und tiefer in die zauberhafte Welt des Weins vorzudringen.

Der Weinatlas ist hochwertig in jeder Form, eine moderne Gestaltung mit exzellenter Fotografie trägt dazu bei. Der Klassiker von Hallwag, der jedem Weinliebhaber und dem, der es gern werden möchte, das Herz höher schlagen lässt.

Mir hat das Buch geholfen, meine Weine zu ordnen und zu „katalogisieren“, um zu wissen, welche Schätzchen für welchen Anlass genau passend sind und ich bin in der Rebsortenkunde ein Stück voran gekommen. Ganz gewiss ist das Buch auch ein schönes Geschenk.

Veröffentlicht von Sandy

kulinarische Reisejournalistin, Foodfotografin, Frankreich und dem guten Leben zugetan, mit Vorliebe für Essen und Wein

2 Kommentare

    • Das freut mich sehr, Amy! Ich kann es wirklich uneingeschränkt weiter empfehlen und du hast recht, Weihnachten ist auch nicht mehr so weit entfernt! Liebe Grüße

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