Restaurant-Tipp – L’Atelier de Candale in Saint-Émilion (Werbung)

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Unsere Reise führt uns von Bordeaux hinein ins „rive droite“ dem rechten Flussufer der Dordogne. Saint-Émilion bildet zusammen mit Pomerol das Kerngebiet dieses östlichen Teils des Bordelais, welches hier auch Libournais genannt wird, wegen der Nähe zur Stadt Libourne. Dazu gehören weitere Appellationen, unter anderem Fronsac.

Wir erkunden die Appellationen Saint-Émilion und Saint-Émilion Grand Cru, wobei die Crus noch einmal unterscheiden werden in Grand Cru Classé und Premier Grand Cru Classé. Da kann man anfangs ganz schön ins Schwitzen kommen mit dem Merken! Dank unserer Reisebegleitung Bénédicte sind wir bald up to date und unser mittägliches Ziel ist erreicht. Das L’Atelier de Candale ist ein kleines, feines Restaurant, noch ein Geheimtipp und besonders mittags sehr beliebt, wie wir noch feststellen werden – französischer Promi-Alarm! Das Restaurant gehört zum Château de Candale, einem Weingut mit Grand Cru Klassifizierung, vor den Toren von Saint-Émilion. Weiterlesen

Restaurant Tipp – Domaine Cazes – La Table d’Aimé

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Die Schatten werden länger, auch in Südfrankreich. Eine wunderbare Zeit hat begonnen – die Lese. Für alle Winzer bedeutet das harte Arbeit, für alle Helfer, viele Stunden in den Weingärten, mit krummen Rücken und schwieligen Händen. Und das alles in der Hoffnung, einen hervorragenden Wein entstehen zu lassen. Einige Stürme mit Hagel sind durch das Languedoc-Roussillon gezogen und wir können nur hoffen, dass die frühen Rebsorten nicht zu viel Schaden genommen haben. 

Der Herbst ist eine herrliche Reisezeit, lokale Feste locken mit viel regionaler Couleur und wenig Touristen, bald stehen die Kastanienfeste und Weinfeste wieder an. Weiterlesen

Dal Pescatore – in Weimar

Mamma mia, wieso sind wir hier nicht schon früher gewesen?! Wir hatten durch Freunde schon vom „Dal Pescatore“ gehört, haben selbst aber noch nicht dort gespeist.

Am letzten Samstag hatte ich einen Tisch bestellt und wir trafen zur Abendzeit ein. Einladend einfach in der Innengestaltung, sehr schlicht und sauber – das hat uns schon angesprochen. Der große lange Tisch in der Mitte, mit köstlichsten Antipasti machte sofort Lust auf Ausprobieren.

So entschieden wir uns auch recht schnell für 14 warme und kalte Piccolezze di Pesce und wähnten uns alsbald im Himmel der Vorspeisen! Minisepien, gratinierte Jakobsmuscheln, Heuschreckenkrebse, diverse marinierte und eingelegte Fischlein, ganz besonders angetan war ich von den, in Fenchel -und Tomatensud gegarten, Minischnecken.

Signore Bertagnolli, der ja kein unbeschriebenes Blatt im Küchenkosmos ist, empfahl uns einen hervorragenden Tropfen dazu und hernach auch gleich den Hauptgang. Der Maestro stammt aus dem Trentino und möchte seinen Gästen Spezialitäten und regionale Produkte seiner Heimat näher bringen. So berichtete er uns, dass er erst wenige Tage zuvor in heimischen Gefilden weilte und von dort auch frische Seezungen mitgebracht habe.

Da überlegten wir nicht lang und ließen uns vom Chef die Seezungen grillen. Sie waren ein Gedicht und wir können uns nicht erinnern, jemals hier in unserer Heimat, besser Fisch in einem Restaurant gegessen zu haben!!

Wir hatten Rosmarinkartoffeln und Gemüse zur Beilage, welche wirklich gut waren, aber eigentlich brauchten die Seezungen nichts weiter als ein paar Spritzer Zitrone. Köstlich, köstlich, köstlich!

Die Panna Cotta mit Waldbeeren war uns ein schöner süßer Abschluss und die Espressi bezaubernd in ihren kleinen Porzellangefäßen.

Da können wir nur sagen: Molto bene, wir empfehlen „Dal Pescatore“ gern weiter und freuen uns sehr auf den nächsten Besuch! Grazie

NAUTICA im Steigenberger Strandhotel Zingst

Nachdem die letztjährigen Erfahrungen mit einem Restaurantbesuch zu Neujahr nicht von wirklichem Erfolg gekrönt waren, entschieden wir uns, den obligatorischen Besuch um einen Tag zu verlegen.

Restaurant NAUTICA; Quelle: Steigenberger

So besuchten wir in großer Runde (6 Personen) am 02.01.2011 das „Nautica“ im Steigenberger Strandhotel in Zingst. Das Hotel selbst gehört zur Superior – Garde der Hotelkette. Ein Blick auf die Speisekarte weckte Erwartungen und machte uns neugierig.

Nach einem verhalten herzlichen Empfang begleitete man uns an unseren Tisch. Das Restaurant ist stilvoll und dezent gehalten und lud zum Wohlfühlen ein. Recht schnell entschieden wir uns für Vorspeise und Hauptgang. Man empfahl uns eine größere Flasche Pfälzer Weißweins ( Cuvee aus Riesling und Weißburgunder), der nach Angaben des Service zu allen Gerichten passen sollte (wir hatten uns sowohl für Fleisch als auch Fisch entschieden). Man sprach von 1,5 Litern, die sich hernach als 3 Liter – Flasche entpuppte (105 €), die Armkraft des Service erforderte und ein ganz klein wenig an ein Zwischending zwischen dekadenter Magnumflasche und „Pennerkeule“ erinnerte. Der Wein war anfänglich zu warm, später gut und passte tatsächlich ganz passabel.

Vergleichsweise wortlos brachte man den Brotkorb mit Butter und einem Preiselbeer – Chutney, welches Erinnerungen an Glühwein weckte. Das Brot schien vom Frühstücksbufett übrig. Der Gruß aus der Küche ließ vermuten, dass man uns eher zum Abschied und schnellen Verschwinden grüßen wollte, eine angerunzelte Scheibe Räucherlachs mit Meerrettich zierte ein kleines Tellerchen. Darüber möglicherweise selbst beschämt, wurden diese Teller auch schnell wieder abgeräumt, so schnell, dass manch einer unserer Runde noch gar nicht mit Essen fertig war.

Das Pot au feu von Edelfischen war OK, leider sehr geschmacksneutral. Die Tafelspitzsülze blieb leider auch unter den Erwartungen, die Vinaigrette zerfiel auf dem Teller in ihre einzelnen Bestandteile.

Leider enttäuschten erst recht die Hauptspeisen. Das Lamm selbst war in Ordnung, die Lavendelkruste eher Panierung als Kruste. Die Gnocchi dazu waren stark gummiartig, die Möhren fast zerkocht. Das Saltimbocca vom Hirsch war trocken, der Salbei schmeckte stark vor. Auf Anmerkung erklärte der Service, dass das so sein müsse…

Der Seeteufel kam außen verbrannt und innen roh. Fast schon beschämend wurden wir hernach belehrt, dass das so sein solle – man habe schließlich glasig gegart. Der Unterschied zwischen glasig und tiefgefroren ist uns bekannt.

Halbherzig bat man uns ob der „Unzufriedenheit“ ein Dessert auf’s Haus an – wir kamen uns dabei reichlich blöd vor. Als ob alle nur darauf spekuliert hätten, eine Kugel Eis umsonst zu bekommen! Das Cassis – Sorbet kam und war bei weitem das Beste am Abend, danach kamen unsere Dessert-Bestellungen, nichts verkehrt, jedoch keine Glanzlichter.

Die georderten Obstbrände waren gut, brannten aber doppelt – nach dem Blick auf die Rechnung brannten uns auch die Augen, schlugen 2 cl mit 13, 50€  doch tüchtig ins Kontor!

Besonders vermisst haben wir an den Speisen die Liebe an der Zubereitung, es war leider in keinem Moment wirklich zu spüren, dass passioniert an die Verarbeitung herangegangen wurde.

Ein Haus, welches zur Superior – Gruppe gehört und mit vorzüglicher, gehobener Küche wirbt, sollte das auch leben. Der Preis stand in keinem angemessenen Verhältnis zu dem, was uns geboten wurde.

Mit Bedauern müssen wir leider davon abraten, dieses Restaurant zu besuchen.