Kastaniensuppe

Kastaniensuppe

Nie hätte ich gedacht, dass diese Kastaniensuppe schon der „Straßenfeger“ wird, bevor ich sie hier präsentiert habe. Aber es ist so. Die Feuertaufe hat sie nun am letzten Wochenende, zum Workshop, das dritte Mal gehabt und wieder hat die, zunächst mal unscheinbar daherkommende Suppe, alle vom Hocker gerissen.

Über 100 Leute haben sie schon probiert und auch jeden Skeptiker hat sie, ganz schnell, beim ersten Löffel, um den Finger gewickelt.

Wer denkt das schon, von einer Kastaniensuppe!? Kastanien werden hier bei uns ja eher in Form der Rosskastanie „konsumiert“ – im Herbst, wenn die Kinder daraus kleine Männchen basteln. Die Esskastanie kennt man von den Herbst- und Weihnachtsmärkten als Maroni.

Meine Liebe und mittlerweile kann man sagen, Leidenschaft, gilt den „le Marron“ und “ la Châtaigne“ aus dem Süden Frankreichs. Im Naturpark Haut Languedoc habe ich sie zum ersten Mal in einem über 300 Jahre alten Kastanienhain entdeckt. Dazu gibt es bald mehr, hier kann schon mal über das jährliche Kastanienfest nachgelesen werden.

Kastaniensuppe

In Frankreich gibt es, geschichtlichen Aufzeichnungen entnommen, schon seit 400 v.Chr. kultivierte Kastanien. Viele Kirchen wurden mit Kastanienholz gebaut, deshalb kann davon ausgegangen werden, dass es frühzeitig Kastanien gab.

Die immer schon rebellischen Franzosen zogen sich gern in ihre Bergwälder zurück und hungerten ihre Feinde aus. Mit Kastanien geht das auch gut. Sie sind sehr nahrhaft und gesund. Aus dem Mehl werden Galettes gebacken und die Kastanien schmecken als Crème auf einem frischen Baguette köstlich.

Kastaniensuppe

Kastaniensuppe

In Frankreich unterscheidet man „le Marron“ und „la Châtaigne“, wobei „la Châtaigne“,  also die Kastanien, im Vergleich zu Maronen kleiner sind, die Schale ist dunkler und das Fruchtfleisch ist tiefer gekerbt. Außerdem sind sie in zwei Teile segmentiert und auch die Haut lässt sich schwerer schälen.

Die Ernte und Verarbeitung der Kastanie ist eine äußerst anstrengende und auch schmutzige Arbeit.  Das Abpellen der Schale bringt so manches Aua mit sich. Nur gut, dass man auf schon fertig geschälte Kastanien zurück greifen kann. Die gibt es sogar hier in gut sortierten Supermärkten. Wer gern das Feeling pur beim Kochen der Kastaniensuppe haben möchte, der kann natürlich auch auf dem Markt Esskastanien kaufen.

Die Suppe kommt ohne viel Schnickschnack aus, ich habe sie mit Birnen zubereitet, die geben ein wenig Frische mit. Ein paar geröstete Pilze obendrauf bringen ein schönes Aroma dazu und ein bisschen Grünes von Petersilie oder Schnittlauch macht sich auch gut. Wer die Kastaniensuppe gern besonders fein und samtig mag, ganz einer französischen Velouté entsprechend, streicht nach dem Kochen alles durch ein Sieb.

Weinempfehlung: Dazu darf dann auch gern ein mittelkräftiger Rotwein genossen werden, z.B. ein Rouge Classique der Seigneurie de Peyrat, eine Cuvée aus Merlot und Syrah. Der fruchtige und harmonische Wein, mit Aromen von schwarzer Johannisbeere, passt gut zum „erdigen“ Geschmack der Kastaniensuppe.

Kastaniensuppe
Serves 6
wärmt von innen
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Prep Time
10 hr
Cook Time
50 hr
Total Time
60 hr
Prep Time
10 hr
Cook Time
50 hr
Total Time
60 hr
Ingredients
  1. 300 g Esskastanien, vorgegart
  2. 2 Birnen
  3. 2 kleine Zwiebeln
  4. 1 Knoblauchzehe
  5. 1 EL Butter/Öl
  6. 1 l Gemüsebrühe
  7. Salz, Pfeffer
  8. Piment d'Espelette
  9. geriebene Muskatnuss
  10. Petersilie
  11. Crème fraîche
Instructions
  1. Die Kastanien halbieren. Die Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen und fein würfeln bzw. hacken. Die Birnen abwaschen und den Stiele entfernen, halbieren und in kleine Stücke schneiden. In einem Topf die Butter erhitzen. Die Zwiebel und den Knoblauch anschwitzen und die Kastanien dazu geben. Langsam anschwitzen. Dann die Birnen dazu geben und auch diese anschwitzen. Mit der Gemüsebrühe ablöschen und dann langsam für 30 min bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Nun mit dem Pürierstab gut durchpürieren
Notes
  1. Wenn die Suppe sehr dickflüssig ist, während des Kochens mit etwas Wasser verdünnen.
Confiture de Vivre https://www.confiture-de-vivre.de/
Das Schalen und Weinbecher sind eine Leihgabe von Pour Home in Jena. Vielen Dank!

Veröffentlicht von Sandy

kulinarische Reisejournalistin, Foodfotografin, Frankreich und dem guten Leben zugetan, mit Vorliebe für Essen und Wein

8 Kommentare

  1. Hey Sandy,
    die Suppe hört sich köstlich an!!
    Ich habe kürzlich diese hier probiert http://vollwert-blog.de/maronen-suppe/ und war total begeistert! Ich möchte Weihnachten auch eine Kastaniensuppe als Vorspeise machen.
    Dein Rezept werde ich die Tage auch mal testen.
    Birnen passen bestimmt auch richtig gut…
    Hach, ich kriege Hunger (sollte Mittag essen gehen :D)
    Viele liebe Grüße
    Clara

  2. Pingback: Interessante Rezepte von Food-Bloggern | Portionsdiät

  3. Pingback: Radieschen-Suppe | Confiture de Vivre

  4. Was macht man an einem Frauen Tag wie heute, wenn die Kinder schlafen und die Nähmaschine ruht?! Man sieht auf MDR eine Talkrunde in der DU sitzt. 😉
    Und dann?
    Dann arbeitet man sich natürlich, als langjähriger Frankreich-Reisender mal flott durch deinen Blog…
    Fazit: SEHR GEIL! Und prompt bekomme ich Heimweh nach unserer 2. Heimat, laufe in den Vorrat, hole die Dose Marrons von St. Dalfour…und legt los 😉
    So, und jetzt köchelt sie hier neben mir, die zukünftige Kastaniensuppe, und ich bin schon waaaahnsinnig auf das fertige Produkt gespannt!
    Hoffen wir mal, dass wir uns unserer Familie in Frankreich gleich ein Stück näher fühlen 🙂
    ….
    LG Julia

    • Hallo Julia, das klingt fantastisch!!! Ich freue mich, dass du den Weg hierher gefunden hast! Viel Erfolg beim Kochen und bis bald. Sandy

  5. Pingback: karamellisiertes Kürbis-Maronen-Gemüse mit knusprigem Perlhuhn - Confiture de Vivre | Confiture de Vivre

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