Nur die Liebe zählt

Viele meiner Foodblogger-KollegInnen aus den Vereinigten Staaten sind traurig und betroffen. Letzte Woche hat Jennifer Perillo, eine sympathische und sehr talentierte Foodbloggerin ihren Mann durch einen Herzinfarkt verloren. Wie viele andere BloggerInnen auch, kennen wir uns nicht persönlich und trotzdem hat mich Jennifers Mitteilung und der anschließende, sehr offene, Post sehr beeindruckt und tief berührt.

Ich selbst habe an dieser Stelle bisher keine derart persönlichen Gedanken und Gefühle mitgeteilt. Mich hat Jennifers Art jedoch dazu bewogen, meine eigenen Gedanken und Gefühle hier in Worte zu fassen – über Essen zu schreiben, fällt mir leichter 😉

Wie der Blitz aus heiterem Himmel traf mich und meinen Mann vor 3 Jahren meine Brustkrebs-Diagnose. Ich war damals 31, gerade dabei, einen neuen Abschnitt Berufsleben zu betreten und dann war von jetzt auf gleich, nichts mehr wie es war. Aller Kleinkram verliert sich in der Bedeutungslosigkeit und alles, was mir durch den Kopf ging war, werde ich jetzt sterben?

Mein Mann (wir wollten im Sommer 2008 heiraten, der Krebs war schneller…) und ich wuchsen zusammen zu einer Einheit und präparierten uns zum Kampf für das Leben, denn das war klar: Ich kämpfe für das Leben nicht gegen den Krebs. Seine Liebe, er hat mich während der langwierigen und zehrenden Therapie gepflegt, unsere Liebe zueinander, hat uns den ganzen Schlamassel durchstehen lassen! Und es war großer Schlamassel…!

Auch wenn es total pathetisch klingt, aber diese Erfahrung zeigt einem den Weg zu den „richtigen“ Dingen des Lebens. Damit meine ich nicht, dass nur Diejenigen, die einen solchen oder ähnlichen Wink vom Lebenswächter, Schicksal oder… bekommen, Diejenigen sind, die es abgebissen haben. Ich glaube, unsere Aufgabe ist es, Wächter für die unter uns zu sein, bei denen es vielleicht auch kurz vor zwölf ist, und die vom Leben gelebt werden.

Wir haben während unserer schweren Zeit aus verschiedenen Gründen einige Menschen verloren, aber auch ganz viele dazu gewonnen. Von denen fühlten wir uns gehalten und getragen und sie waren uns eine große Hilfe.

Jennifer Perillo hat ihre Familie und darüber hinaus warm wishes von vielen aus der Foodblogger-Community. Sie hat sich als Unterstützung gewünscht, dass wir Peanutbutter-Kuchen backen, den Lieblingskuchen ihres Mannes. Ich habe noch nie einen gebacken, jetzt ist die Zeit dafür…

Da ich so gern Tartelettes mag, hab ich mich für sie entschieden. Die Crème – Füllung ist aus Erdnussbutter, Frischkäse und Schlagsahne.

Unter die Füllung habe ich eine bittersüße Schokolade gegeben. Das harmoniert mit der Peanutbutter-Füllung.

Meine Tartelettes sind mein Danke an meine große Liebe, meinen Mann und unsere besten Freunde. Ich schicke alle guten Gedanken und Wünsche an Jennifer und alle, die gerade eine dunkle Zeit haben und helle Gedanken besonders brauchen.

Während meiner schweren Zeit habe ich dieses Lied von Lang Lang und Schiller immer wieder gehört, es hat mir Kraft gegeben, Mut gemacht und mich hoffen lassen.

The only thing that counts, is LOVE!

Veröffentlicht von Sandy

kulinarische Reisejournalistin, Foodfotografin, Frankreich und dem guten Leben zugetan, mit Vorliebe für Essen und Wein

10 Kommentare

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  3. Hallo,

    deine Worte haben mich sehr berührt und auch deine leckeren Erdnussbutter-Tartelettes sehen seeehr lecker aus. Aus diesem Grund wollte ich dich fragen ob es möglich ist, das ich das rezept bekommen könnte. Also mit den Mengenangaben und so.

    Liebe Grüße und viel Erfolg auf deinem weiteren Weg
    Katja

  4. Hallo Sandy,
    ich habe gestern die Tartelettes nach deinem rezept nachgebacken und ich find es wirklich sooooo unglaublich lecker.
    Ich habe aber in die Creme noch etwas Zucker getan, da sie mir einfach zu herb war und ich habe auch statt der Erdnüsse etwas geschmolzene Schokolade drüber gegeben. Wirklich sehr, sehr, sehr, lecker und schmeckt nichtmal halb so schwer und Kalorienreich wie sie ist 😉 Vielen Dank nochmal für das Rezept.

    GLG Katja

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