one night in Hamburg

Jahresende, Jahresabschluss – zumindest was den Tagesjob angeht. Ein wenig Belohnung darf ruhig sein, beschlossen der Liebste und ich. Reichlich neue Projekte und Aufgaben brachten reichlich Arbeit.

Nun sind sie erfolgreich abgeschlossen bzw. erfuhren Erweiterungen und werden im neuen Jahr fortgesetzt.

So ging’s nach Hamburg. Als Reiseverantwortliche in unserem gemeinsamen Leben, oblag mir nun die Auswahl eines Restaurants (logisch – wir belieben immer gern und ausführlich zu speisen) und einer entsprechenden Herberge für die Nacht. Als überzeugte Kosmopoliten suchen wir das Neue und Unbekannte und sind den meisten Experimenten gegenüber openminded.

Die Wahl fiel auf das NIDO – austro-asiatische Küche schien uns abenteuerlich und ansprechend genug, um sie zu probieren. Per Pedes mäanderten wir durch die, für uns immer wieder beeindruckende, Speicherstadt zur Location in einem alten Speicher. Einige Stufen abwärts und wir standen im Restaurant. Klar und übersichtlich aber doch sofort angenehm und gemütlich – unser erster Eindruck. Es war schon ordentlich was los – Vorweihnachtszeit = Weihnachtsfeierzeit – umgehend wurden wir freundlich an unseren Tisch begleitet. Ein kleiner Martini zum Ankommen und dann ausgiebiges Wälzen der Speisekarte.

Vorweggenommen – ich wünsche mir auch in diesem Jahr einen größeren Magen vom Weihnachtsmann – er ist immer zu klein, bei allem, was ich gern kosten möchte. Nun, wir entschieden uns, der Gatte nahm das Weihnachtsmenü und ich den Klassiker der Restauration: das Sushi & Schnitzel Menü. Gespannt waren wir wie die Flitzebogen, wie man japanische Sushi-Kunst mit deftiger Küche unserer österreichischen Nachbarn geschmackvoll kombiniert!

Wir starteten beide mit Sushi, ich eher klassisch, der Liebste mit Röllchen vom Geflügel mit Rotkraut und Birnen – what a combination! Schon was für „Fortgeschrittene“, kein Zweifel aber uneingeschränkt zu empfehlen.

Die Consommé vom Sellerie mit Dim Sum vom Federvieh übernahm ich (der Gatte wollte nicht wegen seiner Wurzelgemüseallergie mit anaphylaktischem Schock unter den Tisch fallen) und war begeistert.

Aber dann – dann kam das eigentliche Highlight – das Wiener Schnitzel – das allerbeste, was ich jemals verzehrt habe – ich verzehre mich soeben noch einmal danach! Könnte man S…. (piep) mit einem Schnitzel haben, das wäre das Richtige! Wir mutmaßten, die Panierung bestand nicht aus schnöden Semmelbröseln, so knusprig-nussig kam sie daher (leider vergaß ich ob des Genusses nachzufragen). Das Kalb butterzart, zerging förmlich und meine Papillen jauchzten und frohlockten ein um den anderen Bissen.

Meinte ich anfangs, ich könnte dem Ausmaß nicht Herr werden – weit gefehlt. Auch der kräftige und zugleich zurückhaltende Kartoffelsalat und der erfrischende Gurkensalat wollten nicht zu viel sein.

Der grüne Veltliner (eine treffliche Empfehlung unserer bezaubernden Bedienung) begleitete meine austro-asiatische Reise aufs Beste, auch der Liebste genoss seinen Cabernet.

Sollte da noch etwas gehen, nach solch einem Hauptgang – aber JA! Der Kaiserschmarrn aus dem Wok mit Zwetschgenröster und asiatischer Vanillesauce war ein krönender Abschluss! Dank des aufmerksamen Nachfragens wurde mir dieser ohne Rosinen gereicht (eine der wenigen Ingredienzen, die ich einfach nicht mag).

Die Take Home Message – ab ins Nido!

Hernach war ein Fußmarsch angezeigt und wir begaben uns auf den Weg zu unserem Nachtlager. Das 25hours in der Hafencity sollte uns beherbergen.

Erst in diesem Jahr eröffnet, wähnt man sich an einem Containerumschlagplatz mit allerlei entsprechenden Kinkerlitzchen im allerpositivsten Sinne.

Mein Kapitän und ich machten uns auf den Weg zu unserer Kajüte und waren gespannt. Schönes Wohnen auf Reisen ist ja nicht zu verachten!

Unsere Koje zeigte sich neckisch, samt kleinem Schlafschaf für einsame Herzen. Der Schrankkoffer offenbarte nicht nur interessante Lektüre sondern auch einen Seemannsvorrat an Astra-Bier, nach Inspektion des Bades lautete das Fazit: Alles im Lot auf’m Boot!

So gab es noch ein hübsches Tee-Cocktailchen von unserem Lieblings-Tee-Kontor Samova.Wir schliefen wohl und genossen am nächsten Morgen sowohl ein reichhaltiges Frühstück als auch einen tollen Blick auf die wachsende Hafencity – we will come back!

Veröffentlicht von Sandy

kulinarische Reisejournalistin, Foodfotografin, Frankreich und dem guten Leben zugetan, mit Vorliebe für Essen und Wein

2 Kommentare

  1. Und das alles ohne uns – I’m so sorry :O( Nächstes Mal klappt es bestimmt wieder mit uns vieren!
    Schön, daß Ihr es in unserer Heimat mal wieder so prächtig hattet! Zieht doch einfach ganz hierher!!!
    Liebe Grüße
    Dinah

    • Ja, unbedingt müssen wir uns beim nächsten mal wieder sehen. Sollten wir mal innerhalb von Deutschland umziehen müssen, Hamburg wäre die erste Wahl!

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