Tartines mit Joghurt, scharfen Kichererbsen und Salzzitronen

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Kürzlich träumte ich sehr intensiv und bin davon aufgewacht, so real trug sich alles zu. Ich stand in meiner Lieblings-Pâtisserie in Leucate Village und kaufte ein monster-mäßig riesiges Éclair. Es war so groß und von so gelungenem Brandteig, dass ich mich selbst hätte am liebsten zwischen beide Teile legen wollen. Die Crème war generös mit bester Valrhona-Schokolade gerührt und mit reichlich Sahne geputzt. Das obere Teil (wie heißen die einzelnen Teile überhaupt?) war zusätzlich mit Schokolade bestrichen. Mon dieu! Doch nicht genug, ich war unersättlich und Maß halten stand nicht auf dem Programm – es musste auch noch eins der ganz buttrigen Croissants sein, bei dem man sich die fettigen Finger genüsslich abschleckt und sich eine Krümel-Armada an den Mundwinkeln festsetzt und bei dem der Gatte rufen würde – “nicht im Auto essen”. 

Es blieb beim Träumen! Leider habe ich beide nicht gegessen, sondern bin vorher aufgewacht – stark hypoglykämisch! Hätte ich doch wenigstens im Traum die beiden Schätzchen vernascht. Aber nein, mein regulierendes Über-Ich hat mir brav Abstinenz empfohlen und so wurde das nichts mit mir und dem Éclair und dem Croissant

Für gewöhnlich fällt es mir nicht schwer, meinen Konsum an Süßem im Zaum zu halten. So richtige Jeeper kenne ich nicht, aber angelegentlich ein Stück (oder zwei) feine Schokolade, sind allemal drin. Und manchmal, mea culpa, entfällt auch die Mittagspause und außer einer kleinen Schoki war dann nichts. Das passiert mir dank meiner eigenen Intervention nur noch selten und zumeist gibt’s Tartines – also belege Brote, Stullen, Schnitten, Bemmen. Jedoch unterscheiden sich Tartines, wie die Franzosen sagen, von dem, was wir gemeinhin kennen. 

Was braucht man für eine gute Tartine?

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An meinem Beispiel für leichte Tartines mit Joghurt, scharfen Kichererbsen und Salzzitronen wollen wir das einmal durchexerzieren.

  1. Brot – ein gutes Bauernbrot, eins mit Körnern oder auch Früchten – ganz, wie es beliebt oder was einfach gut mit den anderen Zutaten geht – hier gibt’s ein DINKEL-Brot, gut durchgebacken, mit Dinkelsaat
  2. die Tartinades – die Basis für den Belag, gern aus Frischkäse von Kuh oder Ziege, auch gute Salz-Butter passt – hier habe ich meinen hausgemachten Joghurt genommen, habe den etwas abtropfen lassen im Tuch und nur ganz leicht gewürzt
  3. leckeres und frisches “Obendrauf”, wie Gemüse, Obst, Kräuter, Fisch, Wurst oder Käse etc. – hier habe ich Kichererbsen geröstet, scharf mit Piment d’Espelette und Salz gewürzt und anschließend mit gehacktem Koriander und Olivenöl vermengt, dazu kommen einige Stückchen meiner gerade fertigen Salzzitronen aus Menton in der Provence

Die Zutaten machen’s und bringen das gewisse Etwas. Aus Menton, einem kleinen Örtchen an der französischen Riviera, kommen die Zitronen mit einem unvergleichlichen Aroma. Um sie lange haltbar zu machen, werden sie in Salz eingelegt und ein paar Wochen stehen gelassen. Dann sind sie eine tolle Würze für alle Salate und für die Tartines. Kichererbsen sind manchmal mehlig und fad, röstet man sie sehr heiß, ohne Fett, in einer Pfanne, erlangen sie feine Röstaromen. Zusammen mit Koriander, Piment d’Espelette und einem Löffel Olivenöl sind sie als Belag köstlich und ein abendlicher Knabberspaß.

Bon appétit!

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Comments (2)

  1. Hmmm, ich mag ja vieles aus Kichererbsen. Die Idee sie auch auf Brot zu essen gefällt mir. Das wird demnächst ausprobiert.

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