Tarte rustique à la tomate zum #trostkochen für Frankreich

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Ich wiederhole mich, in diesem Fall gern. Essen kochen, genießen, teilen kann Trost spenden. Selten war der Austausch in der Netzwelt über das Nährende umfangreicher, intensiver, direkter und wohlwollender. In der Gruppe „Französische Küche und Lebensart“ auf Facebook begrüße ich nahezu täglich um die 50 neue Mitglieder. Allen gemein ist das Bedürfnis nach Austausch zu schönen Reiseerinnerungen, Vorfreude, das Teilen von Gedanken und Gefühlen, um Trost zu spenden, getröstet zu werden und sich auf eine nicht physische Art ein bisschen nah zu sein. 

#trostkochen für Frankreich

Und so ist auch der Aufruf zum #trostkochen meiner Bloggerinnen-Kollegin Peggy Schatz eine von Herzen kommende und zu Herzen gehende Aktion im oft gar nicht so oberflächlichen Internet. Peggy versammelt Bloggerinnen und Blogger mit ihren Rezepten aus Ländern, die besonders stark von Covid-19 betroffen sind. Die Sammlung ist umfangreich, liebevoll kuratiert und unser, hoffentlich tröstlicher, Beitrag für alle, die Unterstützung, helle Gedanken und vielleicht ein schmackhaftes Essen dazu gerade gut brauchen können.

„Plus de 70 blogueurs gastronomiques germanophones se sont associés et ont créé une collection de recettes pour exprimer et partager leur solidarité. Nous avons réuni des recettes des pays qui ont été particulièrement touchés par le virus Covid-19.

Toutes nos pensées vont à ceux qui ont perdu des proches et des amis à cause du virus. Nous souhaitons à tous ceux qui en ont besoin beaucoup de force et de soutien. Nous voulons montrer à ceux qui ont peur et se sentent seuls qu’ils ne sont pas seuls.

Les recettes sont en partie authentiques, en partie adaptées. Nos condoléances sont sincères et viennent du cœur. Les recettes ne peuvent pas soulager le chagrin ou le besoin. Mais nous espérons vivement que cela pourra vous donner du courage.

Prenez soin de vous et vos proches!

Bon appétit!“

In der aktuellen Runde #trostkochen (bereits Italien und die Schweiz wurden bekocht) denken wir besonders an Frankreich und haben traditionelle und neue Rezepte beigetragen. Die gesamte, opulente Sammlung ist wie eine riesige Tafelrunde, zu der Gänge über Gänge an Köstlichkeiten serviert werden und in meiner Vorstellung ein genießerisches Murmeln mit vielen Mmmmhs und Ahhhs durch den Raum wabert. 

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Tarte rustique à la tomate

Wenn es bei uns richtig Soulfood geben soll, dann dürfen Anchovis, Tomaten, Kapern, schwarze Oliven und Knoblauch nicht fehlen. Die Tarte rustique à la tomate ist in wenigen Handgriffen vorbereitet, schmeckt heiß, lauwarm oder kalt. Für ein zünftiges Picknick ist sie geeignet genauso wie zu einem Apéritif dînatoire. 

Im Moment gibt es schon die ersten Cœur de Bœuf Tomaten. Und ja, den fehlt natürlich noch ein bisschen Sonnenwärme für die Süße. Aber wenn sie gebacken sind, ist der Geschmack schon ganz gut. Er macht Vorfreude auf Sommer und erhellt die Gedanken bei trüber Stimmung. 

déconfinement in Frankreich 

In der kommenden Woche, ab 11. Mai, wird begonnen die Ausgangssperre nach und nach zu lockern. Geschäfte werden dann wieder geöffnet sein, Restaurants und Cafés allerdings noch nicht. Viele unserer Gastronomen-Freunde leider wirklich sehr darunter und für einige bleibt weiterhin unklar, ob es für sie wirklich weitergehen kann. Sehr schade wäre es, wenn für die vielen, die mit Herz und Bauch dabei sind, diese Krise ein Ende für ihre Existenz bedeutet. Ein Land, dessen kulinarischer Reichtum mit Fug und Recht zum immateriellen Weltkulturerbe gehört, wird wahrscheinlich um ein Stück ärmer. Ich drücke weiterhin die Daumen und freue mich riesig, wenn wir hoffentlich bald dafür sorgen können, dass Restaurants weiterleben dürfen. 

Nous espérons tous des temps meilleurs. Ensemble, nous pouvons le faire.

Bon appétit!

Rezept für Tarte rustique à la tomate

für den Teig (24 cm Durchmesser):

125 g Butter

250 g Mehl

1 Ei (M)

Salz

150 g Erbsen zum Blindbacken

Zubereitung:

Butter, 1 Prise Salz, Ei und Mehl in eine Schüssel geben und gut verkneten. Den Teig mit bemehlten Händen zu einer Kugel formen und in Folie gewickelt mindestens 2 Std. kalt stellen.

für die Füllung:

1 große Tomate (z.B. Cœur de bœuf)

2 Eier

5 Anchovis-Filets

1 EL Kapern

1 Handvoll schwarze Oliven, entsteint

3 EL Tomatenmark 

100 g pürierte Tomaten 

1 kleine Zwiebel, geschält, halbiert, in feine Streifen geschnitten

1 Zehe Knoblauch, geschält, fein gehackt

100 g Crème fraîche

Olivenöl

Salz und Pfeffer

100 g geriebener Hartkäse (z.B. Gruyere)

Zubereitung:

In einer Pfanne Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl anbraten. Tomatenmark und pürierte Tomaten dazugeben und 10 min bei mittlerer Hitze einköcheln lassen. Die Anchovis-Filets und Oliven hacken, dazugeben, ebenso die Kapern. Crème fraîche und Käse unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Beiseite stellen. 

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Den Teig für die Tarte ausrollen und in eine Form drücken. Mit einer Gabel einstechen. Die Erben drauf geben und für 15 min blindbacken. Aus de Ofen nehmen und kurz beiseite stellen. 

Nun die Eier in die Tomatenfüllung geben und gut verrühren. Die Füllung in die Form auf den Teig geben und gleichmäßig verteilen. Die Tomate waschen und in Scheiben schneiden. Auf die Füllung legen. Für 45 min backen. Dann aus dem Ofen nehmen und entweder sofort oder lauwarm servieren. 

Wenn etwas übrig bleibt, schmeckt am nächsten Tag auch kalt. 

 

 

Veröffentlicht von Sandy

kulinarische Reisejournalistin, Foodfotografin, Frankreich und dem guten Leben zugetan, mit Vorliebe für Essen und Wein

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