Merguez – Praxistest 1

Am Freitag waren die ersten Merguez (die köstlichen Würste aus Lamm – und Rindfleisch) vom Fleischer des Vertrauens fertig. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen und konnte es kaum abwarten, sie zu sehen, zu riechen und, vor allem, zu schmecken. Den ersten Happen gab’s gleich im Fleischerladen und der versprach so Einiges. Es geht eben nichts über einen thüringer Wurstmacher – gekonnt ist gekonnt.

Zunächst überzeugte die Farbe, danach der Geruch, nach frischem Fleisch, mit deutlicher Note von Lamm und den unvergleichlichen Gewürzen. Dazu will ich noch einmal ausholen. Erst Gewürze geben einer Speise den Rahmen, um uns hingerissen seufzen zu lassen oder angewidert (bei zu viel oder zu fad) das Weite zu suchen. Ein Auskenner allererster Güte auf dem Gebiet der Gewürze ist Ingo Holland. In Klingenberg betreibt er das Alte Gewürzamt. Dort habe ich das Raz el Hanout und das Harissa für die Merguez gekauft. Im Alten Gewürzamt wird das رأس الحانوت‎ – das ist jetzt ein Rätsel – also das Raz el Hanout vom „Chef des Ladens“ gemischt – so lautet die Übersetzung aus dem Marokkanischen. Die Gewürzmischung wird im Alten Gewürzamt aus 30 verschiedenen Ingredienzen komponiert und das ist auch der richtige Ausdruck. Riecht man in das Raz el Hanout hinein, dann wähnt man sich in einem Souk in der Medina von Marrakesch. Das Raz el Hanout gehört ebenso in ein Taboulé, ich mag Couscous sehr gern, und das passt auch zu den Merguez sehr gut.

Das Harissa ist ein sehr scharfe Chili-Würzpaste, die z.B. in den Merguez den Geschmack von Lamm und Rind gut zum Tragen bringt.

Für unseren Merguez-Praxistest entschied ich mich für ein Taboulé mit Granatapfelkernen, frischem Korinandergrün und Zitronenmelisse.

Fehlte nur noch ein frischer Salat. Bei Meeta von „What’s for Lunch Honey“ habe ich eine tolle Idee für einen Salat mit Aprikosen, Wassermelone und Schafskäse gefunden. Ich habe noch ein paar Tomaten, Zwiebeln und Salatherzen hinzugefügt. Abgeschmeckt mit Zitronenabrieb, frischer Minze und einer Honig-Chili-Vinaigrette passte er wunderbar zu unserem kleinen Nordafrika-Ausflug.

Die Merguez verströmten beim Braten einen kräftigen Aromenmix und ließen den Zahn tropfen.

Zur ersten Verkostung haben wir uns Kenner und Liebhaber der Fleischeslust als Verstärkung eingeladen.

Und dann hieß es à la table.

Das erste Fazit nach reichlicher Testung war durchweg positiv. Für diejenigen unter uns, die es gern etwas „heißer“ mögen, wird den nächsten Merguez noch etwas Feuer gegeben, auch der „Chef des Ladens“ darf noch etwas reichlicher Verwendung finden und dann heißt’s wieder Bon Appètit!

 

 

 

 

Veröffentlicht von Sandy

kulinarische Reisejournalistin, Foodfotografin, Frankreich und dem guten Leben zugetan, mit Vorliebe für Essen und Wein

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