40x30x32 – How to get things organized und eine Zwiebel-Fenchel-Tarte

Ich liebe Listen – To-Do-Listen, Einkaufslisten, Wunschlisten – sowohl elektronisch als auch in Papierform. Die in Papierform aber viel mehr! Ist die Welt auch noch so ein Wirrwarr – eine gute Liste kann Abhilfe schaffen!

Der Moleskine-Kalender wurde nach dem Kriterium ausgewählt, noch genügend Platz für derlei Aufgeschriebenes bereit zu halten – neben den Terminplanungen findet sich Raum, um so „wichtige“ Dinge wie „Küchenfenster putzen“, „Steuerunterlagen wegbringen“ oder „Lende auftauen“ festzuhalten und so für ein reibungsloses Gelingen zu sorgen 😉

Manchmal stehe ich nachts auf, um etwas auf eine Liste zu schreiben – und man kennt das ja, einmal aufgeschrieben und man vergisst es nicht mehr. Gutes Gefühl, meistens. Erst recht empfiehlt sich ein solches Vorgehen, wenn man verreisen will.

Ich gebe zu, da bin ich etwas zwanghaft. Schon Wochen im Voraus schreibe ich Listen mit noch zu erledigenden Dingen, „Unbedingt -Mitnehmen-Wollen- Kram“ und wann wem welcher Schlüssel oder Auftrag zum Hüten der Wohnung, dem Gießen der Topfpflanzen (da ist nicht so viel zu tun) oder dem Leeren des Briefkastens übergeben wird. Es kann dabei vorkommen, dass sich abzuarbeitende Punkte auf den Listen doppeln. Das verwirrt selbst mich und führt auch dazu, dass mein Mann dann fernab der Heimat fragt, wo sich…befände und dann war’s vergessen.

Gottlob, wir befinden uns in aller Regel in der Zivilisation und das Besorgen von Diesem und Jenen ist keine all zu überfordernde Aufgabe.

Nun, zu 95% ist die Liste für den anstehenden Frankreich-Aufenthalt abgearbeitet. Nichts geht über das Wegstreichen, Drüberkritzeln, Ausradieren und Abhaken! Einige wenige Erledigungen stehen heute noch an und dann kann’s losgehen. Die größte Herausforderung beim Packen war nicht, sich auf eine Anzahl Schuhe zu beschränken. Nein, diesen Teil weiblicher Sekundärproblematik habe ich überwunden.

Die eigentliche Meisterleistung und als solche möchte ich sie, nicht unstolz, bezeichnen, war das Voll-Packen von 40x30x32 Hartplaste zum Transport der Foodstyling-Props für den Foodstyling-und Foodphotographie-Workshop von Béa und Lara. Was soll ich sagen – es ist mir gelungen (und ein klitzekleines bisschen Platz gibt es noch – hallo Flohmarkt!).

Bei all den Reisevorbereitungen darf aber eins nicht vergessen werden, der Mensch braucht was im Magen. Und so bin ich mit meiner Einkaufsliste (auch da immer mit Bleistift zum Abhaken) los, um für eine schnelle Tarte einzukaufen. Meine Sehnsucht nach Frankreich ist in den letzten Wochen wieder auf ein Höchstmaß angewachsen und das hieß: Zwiebeln, Oliven, Kapern und Anchovis. Eine leicht angeschrumpelte Fenchelknolle lag noch zu Hause und einen Rest Pastis haben die Männer am Wochenende übrig gelassen.

Im Tiefkühlfach hatte ich leider keinen vorbereiteten Mürbeteig mehr, aber eine Rolle Blätterteig tut’s auch. Er verleiht den Zwiebeln und dem Fenchel eine luftige Knusprigkeit und trägt nicht zu dick auf.

Zwiebeln und Fenchel bekommen einen Schuss Pastis. Der zarte Anis-Hauch hebt die Tarte und lässt sie fast elegant erscheinen. Eine perfekte Einstimmung für das gelobte Land! Eine Ricotta-Basilikum-Mischung nimmt  Zwiebeln und Fenchel wie ein Bett auf. Die Inspiration für die Tarte stammt von einer Schwester im Geiste, Holly Herrick, die meine Tarte-Liebe noch befördert hat.

Ich verabschiede mich mit diesem Hauch Südfrankreich und melde mich dann von unterwegs und ab dem Wochenende von hier.

Zwiebel-Fenchel-Tarte

für 2 Personen

1 Packung Blätterteig (eine Rolle, alternativ für kleine Tartes, einzelne Blätter)

für die Zwiebel-Fenchel-Mischung

1 Fenchelknolle, gewaschen, in feine Streifen geschnitten (das Fenchelgrün aufheben)

2 mittelgroße Zwiebeln, geschält und in feine Streifen geschnitten

Olivenöl zum Braten

Saft 1 Zitrone

120 ml Pastis (Pernod)

Salz und Pfeffer

geschnittenes Fenchelgrün

für die Ricotta-Mischung

120 g Ricotta

Abrieb 1 Zitrone

1 handvoll Basilikum-Blätter, gewaschen, abgetrocknet und in feine Streifen geschnitten

1 Eigelb

Salz und Pfeffer

1 handvoll Kalamata-Oliven ohne Stein, bei Bedarf in Ringe geschnitten

5-6 Kapernäpfel

4-5 Anchovis-Filets

zum Bestreichen des Tarte-Rands

1 Eigelb, verrührt mit einer Prise Salz und einem Spritzer eiskaltem Wasser

Den Ofen auf 200°Celsius vorheizen.

In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln und den Fenchel hinein geben. Bei mittlerer Hitze anbraten, sodass alles leicht Farbe annimmt. Salzen und Pfeffern und dann bei reduzierter Hitze ca. 20 Minuten leicht köcheln lassen. Den Zitronensaft und den Pastis dazu geben und noch 5 Minuten weiter köcheln lassen. Nun das Fenchelgrün unterheben und dann auf einen Teller geben, um alles leicht abkühlen zu lassen.

Währenddessen in einer Schüssel Ricotta, Zitronenabrieb, Basilikum, Eigelb, Salz und Pfeffer vermengen. Beiseite stellen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Blätterteig darauf ausrollen. Nun die Ricotta-Mischung aufstreichen. Dabei ringsherum einen Rand von 2 cm lassen. Dieser geht beim Backen auf und bildet die Kruste. Nun die Zwiebel-Fenchel-Mischung darauf geben. Oliven, Kapernäpfel und Anchovis darauf arrangieren.

Zum Schluss den Tarte-Rand mit dem Eigelb bestreichen. Im Ofen für ca. 15 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und mit ein paar Basilikum-Blättern garnieren. Die Tarte schmeckt frisch aus dem Ofen oder auch lauwarm.

Veröffentlicht von Sandy

kulinarische Reisejournalistin, Foodfotografin, Frankreich und dem guten Leben zugetan, mit Vorliebe für Essen und Wein

9 Kommentare

  1. Ich wünsche Die viel Spaß bei dem Workshop und grüß‘ Bea von mir ;), ich koche ja gerade ihr Buch nach. Ich wär auch gern dabei, hoffentlich nächstes Mal!

    Woher hast du denn diese schönen Becher im letzten Bild?

    Viele Grüße

    • @Lena Die Becher waren ein Geschenk – ich habe ganz ähnliche schon bei Anthropologie gesehen. Grüße

  2. Hab eine schöne inspirierende unvergessliche Zeit in Frankreich!
    Gute Reise!
    Ich freue mich jetzt schon auf deine spannenden Berichte;-)!

  3. Pingback: Blogs aus Thüringen bei ebuzzing.de – Ranking für Mai 2012 | world wide Brandenburg

  4. Was für eine feine Tarte. Auch wenn ich lieber Mürbe- als Blätterteig mag. Ein Listen-Fan bin ich auch. Ich würde mich trotz iPhone und PC niemals von meinem Filofax-Kalender trennen. Manche Dinge muss ich einfach aufschreiben, um sie behalten zu können… In Papeterien könnte ich ein Vermögen ausgeben!

    • Ich habe auch noch immer meinen Moleskine-Kalender, ohne kann ich nicht – und Bleistifte gehören auch dazu, immer gut angespitzt 😉

  5. Pingback: “Le Quignon” – Kolumne: Senfgläser und Ferienwohnungen | Confiture de Vivre

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