Kürbis-Gnocchi mit Pfifferlingen und Rosmarin-Butter

rezept-kürbis-gnocchi-pfifferlinge-pilze-herbst-sandy-neumann-confiture-de-vivreIch habe die Sandalen gegen Schnürer getauscht, ein neuer Muschel-Pullover hat seinen Weg in den Schrank gefunden und die erste heiße Suppe gab es auch schon – es ist Herbst. Bisher wurden wir noch mit reichlich Sonne verwöhnt, doch morgens ist es schon empfindlich kühl und abends ist es wirklich fix am Dunkeln. Doch das trübt meine Stimmung nicht im geringsten. Es wird wieder Zeit für deftige Eintöpfe, kräftige Schmorbraten mit ordentlich Rotwein, Esskastanien, gemütliche Pizza-Abende auf dem Sofa und in jedem Fall für Kürbis – den Inbegriff von Herbst, oder? Und bevor es wieder literweise Kürbissuppe und auch mein geliebtes Eis aus gebackenem Kürbis mit Schokoladenkuchen gibt, kommen zuerst die Kürbis-Gnocchi mit Pfifferlingen und Rosmarin-Butter auf unseren Tisch.

Wohnpsychologische Trendforscher sprechen ja wiederkehrend im Herbst vom sogenannten Cocooning, bei dem wir uns quasi alle einrollen und verpuppen in unseren Wohnungen, um in trauter Ruhe und Wärme zu überwintern und dabei gemütlich zu sein. Fest vorgenommen haben wir uns in diesem Jahr, reichlich Freunde und Bekannte um unseren Tisch zu versammeln, gemeinsam zu essen und zu trinken, zu plaudern und am Leben des anderen teilzuhaben. Ich werde darüber hinaus das ein oder andere „Wein-Tasting mit den Ohren“ anbieten, einen kleinen Vor-Weihnachts-Workshop machen wie im letzten Jahr und mir ansonsten gern auch ein bisschen die Luft an der Elbe um die Nase wehen lassen und Matjes-Brötchen schnabulieren.

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Die nächsten Wochen sind prall gefüllt – nicht in meinen Träumen hätte ich nicht gedacht, was sich durch Confiture de Vivre einmal entwickeln kann. So wird der Herbst dahin rasen und ich springe auf und arbeite und genieße und freue mich des Lebens! Meine Küche wird einmal mehr ein Dauer-Aufenthalts-Ort werden und der Herd wird rotieren, die Küchenmaschine ächzen und die Messer glühen. Grund also, sich Zeit zu nehmen und ein einfaches, schmackhaftes Mahl zuzubereiten und mit einem oder zwei Gläsern Wein anzustoßen. 

Meine Kürbis-Erinnerungen waren nicht die besten aber wie man sieht, bin ich ein Beispiel, dass man seine Aversionen verändern kann. Knorpsligen, sauren Kindheits-Kompott-Kürbis gab es häufig und auch wenn die Frauen in unserer Familie eigentlich Meisterinnen der Küche waren, das war zum Abgewöhnen. Es brauchte Zeit bis der Kürbis und ich uns verstanden. Nun, als Kürbis-Gnocchi mit Pfifferlingen und Rosmarin-Butter ist er in Einfachheit nicht zu übertreffen und so ist es auch mit dem Geschmack.

Herbst-Wald-Spaziergang

rezept-kürbis-gnocchi-pfifferlinge-pilze-herbstEin Pilz-Auskenner bin ich gar nicht und so verlasse ich mich darauf, was der Markt mir offeriert. Pfifferlinge haben Saison und versprechen ein waldiges add on zu den Kürbis-Gnocchi. Wichtig ist es, beim Putzen der Pilze sauber vorzugehen und vor allem, sie nicht zu stark zu wässern. Kleiner Tipp: Kurz in Mehlwasser gelegt, entfernt sich der Schmutz fast von allein. Hinterher gut auf Küchenpapier abtropfen lassen. 

Der Kürbis wird nicht gekocht, auch das macht ihn wässriger, er hat ja von vornherein wenig Eigengeschmack. Stattdessen wird er im Ofen gebacken, mit Schale und nach dem Backen von der Schale befreit. Rosmarin in der Butter unterstützt zusätzlich mit einer Kräuter-Note.

Fehlt nur noch der passende Wein.

Zwei Weine, die sehr gut passen, kommen aus Italien und sind auch in Ergänzung des Essens mit Fleisch ganz prima. Der San Giuseppe Morellino di Scansano 2012 (ca. 10€) der Fattoria Mantellassi aus der Maremma ist ein kräftiger Begleiter, der in herrlichem Rubinrot daher kommt und nach Brombeeren, Holunder und Schlehen duftet. Der Morellino San Giuseppe ist benannt nach einer besonderen Lage in der Nähe eines alten steinernen Bauernhauses, dem Podere San Giuseppe. Es ist eine Auslese der besten Trauben, die für einige Monate in Barriques verfeinert wurden. Er bleibt lang im Mund und ist zu Fleisch und Käse sehr passend.

Ein fruchtiger und zugleich seidiger und weicher Wein, der an dunkle Kirschen erinnert, ist der Dogajolo Toscano 2012 (ca. 6-8€) von Carpineto. Die kräftigen Kirschnoten bekommt er durch die typische Rebsorte der Toscana – Sangiovese. Der Cabernet Sauvignon, eine Bordeaux-Rebsorte, gibt Struktur und bringt Aromen von Vanille, Kaffee und Pfeffer mit. Auch der Dogajolo Toscano wurde im Barrique ausgebaut.

Beide Weine sind noch jung, können aber schon jetzt mit Genuss getrunken werden. 

Weinempfehlung-Italien-HerbstIn den Wein-Gebieten ist die Lese gerade noch voll im Gang. Wünschen wir uns ein gutes Jahr und bleiben gespannt. Ich genieße den Herbst mit seinen Schönheiten und gutem Essen und Wein. 

Bon Appétit!

Kürbis-Gnocchi mit Pfifferlingen und Rosmarin-Butter
Serves 4
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Prep Time
1 hr 45 min
Cook Time
30 min
Total Time
2 hr 15 min
Prep Time
1 hr 45 min
Cook Time
30 min
Total Time
2 hr 15 min
für die Kürbis-Gnocchi
  1. 500 g Hokkaido Kürbis
  2. 300 g Kartoffeln, mehlig kochend
  3. 2 El Stärkemehl
  4. 1 Eigelb
  5. 300 g Mehl, bei Bedarf mehr
  6. geriebene Muskatnuss
  7. Salz, Pfeffer
für die Pfifferlinge
  1. 500 g Pfifferlinge
  2. Mehlwasser zum Säubern
  3. 2 EL Olivenöl
  4. Salz, Pfeffer
für die Rosmarin-Butter
  1. 4 EL Butter
  2. 2 Zweige Rosmarin
Am Vortag vorbereiten
  1. Den Ofen auf 190 Grad Celsius vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Kürbis halbieren, die Kerne entfernen und mit den Schnittflächen darauf legen. Für ca. 30 min backen. Dann aus dem Ofen nehmen. Vorsichtig das Fruchtfleisch mit einem Löffel entnehmen und in eine Schüssel geben. Mit einem Pürierstab leicht pürieren, um ein Mus zu erhalten. Bis zum nächsten Tag stehen lassen.
  2. Die Kartoffeln mit Schale kochen. Die Kartoffeln schälen und ebenfalls über Nacht stehen lassen.
für die Pfifferlinge
  1. Die Pfifferlinge verlesen und dann im Mehlwasser vorsichtig säubern. Auf ein Küchentuch legen und abtropfen lassen. Größere Pilze dann in kleine Stücke schneiden.
für die Kürbis-Gnocchi
  1. Die Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse pressen. Zusammen mit dem Kürbis auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Eine Mulde in die Mitte drücken und das Eigelb, Stärkemehl, Mehl Muskatnuss, Salz und Pfeffer dazu geben und zu einem Teig verkneten. Zu dünnen Rollen formen und mit dem Wasser Stücke von ca. 3 cm Länge scheiden.
  2. Salzwasser zum Kochen bringen und die Kürbis-Gnocchi darin gar ziehen lassen. Dabei die Hitze reduzieren, das Wasser sollte nicht mehr kochen, die Gnocchi zerkochen sonst.
  3. In der Zwischenzeit die Pfifferlinge vorbereiten.
für die Pfifferlinge
  1. Eine Pfanne erhitzen. Noch ohne Öl die Pilze darin für 5 min schwenken. So können sie ihr Aroma frei setzen und Röstaromen entwickeln. Dann das Olivenöl dazu geben, Pilze durch schwenken und salzen und pfeffern. Für weitere 5-8 min köcheln lassen.
für die Butter
  1. Die Butter in einer Pfanne zerlassen und die Rosmarin-Zweige hinein legen. Die Gnocchi abgießen und in die Butter geben. Von allen Seiten etwas Farbe nehmen lassen.
zum Anrichten
  1. Kürbis-Gnocchi auf einem Teller anrichten. Die Pfifferlinge dazu geben und mit ein paar Blättern Rosmarin garnieren.
Notes
  1. Beachte: Sowohl Kürbis als auch Kartoffeln am besten am Vortag zubereiten. Den Kürbis im Ofen backen und dann das Fruchtfleisch entfernen und über Nacht stehen lassen. Die Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, schälen und ebenfalls über Nacht stehen lassen. Das entzieht die Feuchtigkeit und lässt die Gnocchi gut zusammen halten.
  2. In der Regel wiegt ein Kürbis mehr als die notwendigen 500 g. Den Rest des gebackenen Kürbis einfrieren und für das Eis mit gebackenem Kürbis verwenden.
Confiture de Vivre https://www.confiture-de-vivre.de/

Veröffentlicht von Sandy

kulinarische Reisejournalistin, Foodfotografin, Frankreich und dem guten Leben zugetan, mit Vorliebe für Essen und Wein

7 Kommentare

  1. Autumn has arrived and now we crave comforting dishes like this one. Your autumnla gnocchi look fantastic!

    Grüsse,

    Rosa

  2. Hallo Sandy,
    gerade wenn ich Pfefferlinge im Kühlschrank habe! Was für ein Zufall. Habe mich noch heute morgen gefragt, was ich damit tun sollte. Es klingt lecker und aufwärmend.
    Danke und Grüße,
    Maïlys

  3. Pingback: Herbstrezepte, Tischfreuden und Weinempfehlungen | Confiture de Vivre

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