„stay hungry, stay foolish“

sagte einer der Großen unserer Zeit, Steve Jobs, der vergangene Nacht auf seine letzte große Reise ging. Eine schillernde Person, ein Avantgardist, ein Geschäftsmann, ein Freigeist, ein Mensch, ein feiner Mensch, glaube ich. Was wird bleiben, was wird kommen, werden sich viele Fragen, auf jeden Fall hat er Spuren hinterlassen und

„Stay hungry, stay foolish“ scheint mir programmatisch und ist mir sehr nah – in jeder Hinsicht.

Mich hungert auch ständig, nach neuem Wissen, nach gedanklichem Austausch, nach Entwicklung – natürlich auch nach dem ultimativen Macaron-Rezept, nach den besten Äpfeln für die nächste Tarte Tatin, nach der Sonne Südfrankreichs, nach Neuem und nach Beständigem.

I am a fool for food, ich bin besessen vom Essen !

Und so wurden die letzten beiden Wochen Bücher, Kochzeitschriften und Ratgeber en masse erstanden. Der Winter wird lang und mein Vorhaben heißt da: übe dich in den Künsten der Pâtisserie, probiere neue katalanische Köstlichkeiten und werde ein Midi-Gourmand.

So haben sich einige Kilo Zusatzgepäck angesammelt.

Einige Probleme ließen sich vergleichsweise leicht lösen. Amazon ist ein global tätiges Unternehmen und Frankreich schickt per Colissimo auch Ware nach good old Germany. Die Bücher waren sogar eher hier als ich. What a nice surprise! Der Rest wurde am Flughafen abgewickelt. Dank einer netten Dame am Gepäckschalter beliefen sich unsere Verluste auf ein paar Männer-Socken und ein Bettlaken – Kommentar der Dame: „für 60 € können Sie viele Bettlaken und Strümpfe kaufen“ (Preis für 3 kg Übergepäck), dafür sind alle Kochzeitschriften mitgeflogen. Bei dem Rest hat sie ein Auge zugedrückt und war gnädig.

Meinem Wunsch nach perfekten Eclairs, saftigen Canelés, selbstgemachtem Frischkäse und abertausend anderen kulinarischen Kleinoden kann entsprochen werden!!! Die letzten 14 Tage  waren wieder eine einzige Orgie des guten Geschmacks und des guten Schmeckens. Ich gebe zu, wir waren jeden Tag in der Pâtisserie. Mein Mann, der unser tägliches Brot holte, war bei der Verkäuferin gern gesehen. Und jeden Tag brachte er, wie Rotkäppchen, eine süße Versuchung mit, der ich selbstverständlich nicht widerstanden habe (wir erinnern uns: use the damn butter!).

Zusätzlich habe ich auch gleich vor Ort einige Versuche gestartet und auch die Küche musste tüchtig herhalten (Grüße an unseren Vermieter an dieser Stelle: alles ist heil geblieben, don’t panic).

Für eine wie mich sind die Offerten in Frankreichs Buchhandlungen, Küchenabteilungen und Läden mit Stehrummchen und Einstäubchen ein Schlaraffia. Mein Mann musste so einiges aushalten, ich sage nur: Shopping-Rausch. Nun, er kann allem auch Positives abgewinnen, betont er immer vollmundig und durchaus glaubhaft, dass er davon ja ebenso profitiert – finde ich auch, mein Schatz!

Der Einzelhandel hielt aber nicht nur Lektüre bereit, nein, den gewogenen Food-Junkie und Foodograph lockten auch allerlei neue Gerätschaften, Verschönerungsutensilien und Styling-Schnickschnack. So erwarb ich den bezaubernden Stempel für die trefflichen Maison-Biscuits und eine Form für Mini-Madeleines und Canelés.

Ja, auf Photos sehen die hübschen Metall-Mulden für das Gebäck viel schöner aus, deshalb kein Bild mit Silikon :), zum Backen sind die Silikonteilchen aber wesentlich freundlicher, enorm unaufwendig in der Reinigung (da spülmaschinengeeignet) und null Anhaften.

Und das war noch nicht alles! Larousse bescherte mir göttliche, entzückende, kleine Näpfchen für den homemade Joghurt. Ist das die Möglichkeit?

Dazu gab’s gleich noch ein Einführungswerk in die Kunst des Herstellens von Frischkäse, Quark und Joghurt. Die Feuerprobe haben die kleinen Näpfchen bestanden und wurden gleich mit einem Klassiker bereitet.

Mi-Cho-Ko – sind Schokoladenbonbons mit Karamellfüllung und in Frankreich sehr beliebt – zurecht. Im Joghurt schmecken sie überragend, cremig, nicht zu süß, karamellig – erst sie geben der Milch den richtigen Pep, um ein guter Joghurt zu werden.

Oh, ich könnte schwärmen…noch und nöcher. Für alle Food-Fools gibt es hier zunächst das Rezept für die Mini-Madeleines, adaptiert vom verehrten David Lebovitz, aus dem sehr lesenswerten“ The sweet life in Paris“:

Meine deliziösen Abenteuer gehen ebenfalls weiter, der Winter wird sicher lang und dunkel, hier wird’s Aufheller geben. Stay hungry, stay foolish!

 

Veröffentlicht von Sandy

kulinarische Reisejournalistin, Foodfotografin, Frankreich und dem guten Leben zugetan, mit Vorliebe für Essen und Wein

5 Kommentare

  1. kompliment! ihr habt einen wunderschönen blog! tolle bilder und rezepte! …und die urlaubseindrücke lassen mich sofort nach südfrankreich in den urlaub zurückkehren.

    Viele Grüße
    Birgit

    • Hallo Birgit, das freut uns sehr! Ja, obwohl gerade erst zurück, könnte ich auch gleich wieder hin. Das Wetter ist gerade phantastisch aber nun denn… demnächst gibt es wieder was aus der ersten Heimat, liebe Grüße

  2. Pingback: Strickoholikerin » Blog Archive » Strickoholikerins Versuchsküche: Backstempel

  3. Salut,
    wo bekommt man den „biscuit maison“ Keksstempel? Ich finde im Netz bis jetzt nur die Deutschen und Englischen. Leider….
    Ich finde den französischen einfach genial!
    Liebe Grüße,
    Carina

    • Liebe Carina,
      ich habe diesen Stempel aus Frankreich mitgebracht. Bisher habe ich die in Deutschland auch noch nicht gesehen. In Frankreich bekommt man sie in jeder Buchhandlung, in der Abteilung für Kochbücher. Ich gehe gern in den FNAC, dort ist die Auswahl sehr umfangreich. LG und viel Erfolg

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