Das Beste aus Früchten

Ich weiß jetzt schon ein paar Dinge, die unser Haus hier unbedingt haben muss. Auf jeden Fall ordentlich justierte Fensterläden, wenn der Wind drum herum heult. Hatte mal wieder eine mehr oder wenige schlaflose Nacht ob des starken Windes.

Die beiden letzten Tage haben wir genutzt, um uns ein wenig im „Hinterland“ rumzutreiben, die Arbeit des Liebsten voran zu bringen und uns hübsche Fleckchen für unser Langfrist-Ziel „Schulungs-Haus im Süden“ anzusehen. Unser Wunsch, uns vom Küstenstreifen zu entfernen, wird dabei immer größer. Nicht dass wir das Meer nicht lieben würden, doch die karge Ursprünglichkeit der Corbières oder die in der nahen Ferne mächtig erscheinenden Erhebungen der französischen Pyrenäen sind uns irgendwie ein Stück näher.

Vingrau, nahe Tautavel

 

Die Landschaft hat offensichtlich nicht nur uns in ihren Bann gezogen, wurden hier in der Caune de l’Arago prähistorische Funde der frühen Menschwerdung gefunden, 450.000 Jahre alt.

Der Weinbau ist noch nicht ganz so alt, bildet aber heutzutage für viele die Lebensgrundlage. Die Weine des Roussillon haben sich in den letzten Jahren gemausert.

Immer wieder verblüffend ist es, anzusehen und hernach zu schmecken, welche wunderbaren Aromen die Trauben entwickeln, in Anbetracht der gerölligen, karstigen Böden. Die Trauben sind knackig, saftig und in jeder steckt der pure Süden!! Überall wird jetzt fleißig gelesen.

Erfreulich unkompliziert war der Besuch in unserer favorisierten Ölmühle bei Madame Annie Quer.

So haben wir nicht nur das Öl für den Verbrauch vor Ort erstanden, Madame schickt uns unser Lieblingsöl in Kanistern auch nach Hause, da wir in diesem Jahr nicht „transportfähig“ sind – leider keinen Privatflieger bekommen 🙂

Madame und Monsieur Quer haben einige Brocken südfranzösischen Natursteins wieder in etwas Brauchbares verwandelt und eine Ölmühle hergerichtet. Mit einer sehr guten Spindelpresse wird das Öl extrem kalt aus den Oliven gepresst. Nur das ergibt die sehr hohe Qualität des Öls – der Ingenieur unter uns hat das genauestens eruiert. Besonders köstliche Oliven gibt es auch von L’Oulibo, einer Cooperative im Minervois, ca. 20 km von Narbonne entfernt. Eine Spezialität sind die Lucques-Oliven, halbmondförmige Früchte, mit einem kleinen Kern und sehr viel Fruchtfleisch.

Auch einige süße Früchtchen wollten ihr Bestes preisgeben. Die gelben Pflaumen lachten mich gar zu sehr an.

In meinen südfranzösischen Traditionskochbüchern wird Confiture nur mit etwas Zucker und Zitronensaft eingekocht, kein Zusatzgeliermittel wird genutzt. So habe ich die prunes jaune ebenfalls behandelt.

Die Confiture d’abricots hat uns im letzten Jahr die Inspiration für Confiture de Vivre geliefert. Das Beste, das Süßeste, die Essenz von etwas zu bewahren, zu genießen und wertzuschätzen… So machen wir es!

Veröffentlicht von Sandy

kulinarische Reisejournalistin, Foodfotografin, Frankreich und dem guten Leben zugetan, mit Vorliebe für Essen und Wein

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