zurück im Sommer

Nachdem mich die Tramontane zwei Nächte nicht gut schlafen lassen hat, ist jetzt wieder etwas Ruhe eingekehrt, jedenfalls für Leucate-Verhältnisse – gänzlich ohne Wind sind wir hier ja selten. Die Tramontane sind Winde aus den Pyrenäen, sehr intensiv, meistens über 2-3 Tage anhaltend. Sie sorgen, neben Schlafstörungen auch für einen blankgeputzten Himmel.

So ist hier der Sommer zurück, mit round about 30˚und sehr angenehmer Luft.

Auch wir müssen uns an die klimatischen Verhältnisse immer wieder gewöhnen, am besten geht das, indem man sich dem Tempo und den hiesigen Gepflogenheiten anpasst. So haben wir die letzten Tage, neben der Arbeit am Photoprojekt, vor allem der jahreszeitlich und regional verfügbaren Kulinarik gewidmet und uns frugalen Versuchungen hingegeben.

Gegen 17 Uhr nehmen wir unseren Apéro, gern einen Muscat de Rivesaltes, einen Vin Doux naturel  mit einem durchdringenden Aroma von Pfirsichen und Aprikosen. Dazu lieben wir Crevettes grises, winzige Garnelen, die man ganz oder mit „entferntem“ Kopf ist, ähnlich einem Kartoffelchip nur mit viel besseren Ingredienzen, sprich gutem Protein.

Mitte September beginnt auch die Zeit der großen Crevetten, die wir hier lebend kaufen.

Dazu geht man zum Direktverkauf des „Erzeugers“.

Momentan ist das zweimal wöchentlich möglich. Monsieur le pêcheur holt sie frisch aus dem Becken, sie sind dann mehrere Tage gespült, ein Entfernen des Darms macht sich somit überflüssig.

Zur Aufbewahrung bis zum Verzehr gehören sie in den Kühlschrank, nicht mehr Stress als nötig!! Danach sollte alles schnell gehen und man darf nicht so zimperlich sein. Wir sind alle groß und wissen, dass, wenn man Tiere essen will, diese nun auch sterben müssen – also die Empfehlung ist folgende: Salzwasser, vorzugsweise direkt aus dem Meer, zum Kochen bringen. Die Crevetten dann schwungvoll in den Topf bringen und ca. 2-3 Minuten köcheln lassen. Eine französische Madame hat uns gesagt, „köcheln bis sie ganz rot sind und die Augen richtig rauskommen“. Mein Mann wünschte sich eine Dokumentation des gesamten Vorgangs, wir zeigen sie hier nicht, es gibt ja auch zart besaitete Mitmenschen…

In einer Pfanne danach bestes Olivenöl (dazu demnächst mehr an dieser Stelle) erhitzen und etwas Knoblauch anschwitzen. Die Crevetten dazu geben und 2-3 Minuten anschwenken. Frische Kräuter dazugeben und mit einem knusprigen Brot servieren. Ein eiskalter Rosé passt bestens.

 

Veröffentlicht von Sandy

kulinarische Reisejournalistin, Foodfotografin, Frankreich und dem guten Leben zugetan, mit Vorliebe für Essen und Wein

1 Kommentar

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